27.06.2017 - 20:00 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Michael Grünwald leitet „Elias“ in der Marktredwitzer Stadtpfarrkirche „Sankt Bartholomäus“ Stimmgewaltig und opulent

Eine nahezu ausverkaufte Stadtkirche, eine mustergültig einstudierte Aufführung und am Ende ein begeistertes Publikum: Die Mühen haben sich gelohnt.

"Elias", das Oratorium von Felix Mendelssohn Bartholdy, geriet stimmgewaltig und opulent. Die musikalische Leitung in der voll besetzten Kirche St. Bartholomäus hatte Kantor Michael Grünwald inne. Bild: wro
von Werner RoblProfil

(wro) Rund eineinhalb Jahre hatten sich die Mitwirkenden gemeinsam mit ihrem musikalischen Leiter Michael Grünwald auf den Abend vorbereitet. Sie hatten sich das anspruchsvolle Oratorium "Elias" von Felix Mendelssohn Bartholdy ausgesucht, eines der bedeutendsten Oratorien des 19. Jahrhunderts.

Uraufgeführt wurde es in Birmingham unter der Leitung des Komponisten im Jahr 1846 mit 371 Mitwirkenden. Der Held des Stückes wird dort als Wundertäter dargestellt, der den Regen vom Himmel auf das ausgedörrte Land herab zwingt. Das Schlüsselwerk der Romantik zeigt den Propheten zugleich auch als mutigen Kämpfer, der über den Götzendienst Baals triumphiert.

Am Sonntag war es endlich soweit. Mit 90 Sängern aus der ganzen Region trat der große Marktredwitzer Chor an, verstärkt unter anderem mit einem Dutzend Mitgliedern des Mitterteicher Männergesangvereins. "Möge das Werk, das wir heute hören werden, unsere Herzen erreichen", wünschte sich Pfarrer Klaus Wening, der die Begrüßung der Zuhörer und der Mitwirkenden übernommen hatte. Wenige Augenblicke später öffnete sich das Kirchenportal, herein traten die Protagonisten, angeführt von Kantor Michael Grünwald, der den Projektchor 2008 ins Leben gerufen hat. Die Mitglieder des Philharmonie-Orchesters aus dem vogtländischen Reichenbach hatten bereits wenige Minuten vorher im Altarraum ihre Plätze eingenommen.

Ausführende neben den Sopranistinnen Susanne Wittekind und Sabine Kubik waren Adelheid Lang und Jutta Schmidt (Alt) sowie Tenor Erwin Feith. Bassist Markus Simon verkörperte stimmgewaltig den Elias. Mit ihren Stimmen begeisterten auch die Chorsänger.

"Elias" in der Marktredwitzer Kirche St. Bartholomäus wusste sein Publikum von Anfang an zu fesseln. Wie erwartet erbrachte Kantor Michael Grünwald nicht zum ersten Mal den Beweis, wie man den Taktstock sicher führt, vor allem aber, wie man so einen großen Chor und überzeugend darstellende Protagonisten gekonnt durch einen zweiteiligen Oratoriums-Abend leitet. Begeistern konnten nicht nur die Soli und Chorstücke, sondern auch die a-cappella-Sätze und der Melodienreichtum des opulent ausgestatteten Werkes, bei dem Kontraste und spannungsvolle Situationen nicht fehlten. Bereits bei der enthusiastisch gefeierten Uraufführung mussten nicht weniger als acht Stücke der farbig-dramatischen Partitur wiederholt werden.

Auch in Marktredwitz erlebten die Zuhörer eine mitreißende Aufführung, die am Ende in Ovationen mündete. Für einen besonderen Übergang vom ersten zum zweiten Teil sorgte die Pause im Park rund um die Stadtpfarrkirche mit Häppchen und Sekt. Überragende Solisten und ein grandioser Chor sorgten für ein aufrüttelndes musikalisches Erlebnis, das sich in die bisherigen Projekte unter Michael Grünwald nahtlos einreiht. Nach Erfolgen wie Händels "Messias" in der Glasschleif und Mendelssohn Bartholdys Oratorium "Paulus" haben die Sänger und Musiker auch diesmal die Herzen des Publikums erreicht.

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