Neue Ausstellung im Egerland-Kulturhaus
Krippenstadt mit langer Tradition

Diese Kastenkrippe - eine Leihgabe des Bistums Regensburg - schaute sich Bischof Rudolf Voderholzer beim Rundgang mit (von rechts) Museumsleiter Volker Dittmar, dem Marktredwitzer "Kripperer" Albin Altmann und 2. Bürgermeister Horst Geißel ganz genau an. Bild: stg
Kultur
Marktredwitz
03.12.2017
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Auch die Herbergssuche - hier in einer Krippe von Albin Altmann dargestellt - ist Bestandteil der Ausstellung. Bild: stg

Krippenschauen und staunen - dazu haben Interessierte bis zum 28. Januar 2018 in der neuen Ausstellung im Egerland-Kulturhaus in Marktredwitz die Möglichkeit. Der erste Besucher ist der Diözesanbischof aus Regensburg.

"Die muss man gesehen haben", stellt Rudolf Voderholzer am Freitag begeistert fest. Ein besonderes Schaustück der Ausstellung ist eine Leihgabe aus dem Bestand des Bistums Regensburg - nämlich eine große Kastenkrippe. Der barocke dreiteilige Schrein wurde im 20. Jahrhundert zu einem Krippengehäuse umgebaut und von einem Kirchenmaler neu gefasst. Darin sind Aufbauten, Stadtkulissen und Figuren aus dem 19. Jahrhundert zu Krippenszenen arrangiert. Die im orientalischen Stil geschnitzten und bemalten Figuren sowie viele Tiere stammen aus den Händen eines versierten Bildhauers in Böhmen.

Gemeinsam mit Museumsleiter Volker Dittmar, Bürgermeister Horst Geißel sowie einigen "Kripperern" wie Albin Artmann schaute sich der Bischof die Ausstellung an. Deutlich wurde während des Rundgangs und im Gespräch danach, dass hier Krippenexperten unter sich waren. Was es mit Krippen, ihren Figuren und der Historie auf sich hat, weiß der Bischof, der selbst ein großer Krippenfreund ist. "Krippenschauen, das ist mit das Schönste an Weihnachten", sagte Voderholzer. Dabei habe sich Marktredwitz mit seiner langen Krippentradition zu einem "Leuchtturm" in ganz Deutschland entwickelt und spiele in der 1. Liga, betonte der Bischof. "Marktredwitz ist trotz der protestantischen Tradition Krippenstadt geworden", sagte Voderholzer.

Gerade die Krippe sei auch eine Form der Verkündigung, sagte der Bischof: "Ein niederschwelliges, aber tiefgehendes Angebot, um jemanden an den Glauben heranzuführen!" Voderholzer zeigte sich zuversichtlich, dass die Krippe noch eine große Zeit vor sich habe. Er selbst habe in Regensburg "Relikte" einer Marktredwitzer Krippendarstellung gefunden, die derzeit von Albin Artmann hergerichtet wird. "Ich bin sicher, Sie machen ein schönes Exemplar daraus", so der Bischof.

Museumsleiter Dittmar berichtete, dass das Egerland-Museum auch in diesem Jahr wieder eine Station des Marktredwitzers Krippenweges sei. "Der Krippenbrauch war und ist identitätsbildend", sagte Dittmar. Die Figuren und Häuser sind in Anlehnung an die historischen Vorbilder aus der Zeit um 1920 in eine Alpenlandschaft gesetzt. Zu sehen sind auf 14 Quadratmetern Almszenen im Hochgebirge, Holzfrevel, ein fröhliches Dorffest und viele weitere originelle "Stücke". Eine Brauerei, eine Mühle, flanierende Bürger oder Landwirte bei der Arbeit gehören ebenfalls zum Programm. Für den Aufbau dieser reich bestückten "Rawetzer Landschaftskrippe" konnte erneut der ortsansässige "Kripperer" Albin Artmann gewonnen werden. Ein weiteres Exponat in der Ausstellung ist beispielsweise die Hauskrippe der Familie von Werner und Helmut Michl aus Schwarzenbach a. d. Saale und Oberleuthersdorf bei Joachimsthal. Die Krippe wurde 1963 in Erinnerung an die alte Heimat im Egerland geschaffen. Sie kam im Jahr 2014 als Schenkung in den Bestand des Egerland-Museums.

Die Krippenausstellung im Egerland-Museum ist bis zum 28. Januar dienstags bis sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Während des Marktredwitzer Krippenwegs vom 26. Dezember bis zum 7. Januar ist die Ausstellung täglich von 10 bis 18 Uhr zu sehen.
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