Orgelmatinee in der St.-Bartholomäus-Kirche
Junge Künstler begeistern

Zwei junge Brüder im Duett. Mit seiner Trompete gefiel Elias (12), an der Orgel Joel Münch, der 14 Lenze zählt. Die angehenden Künstler kommen aus Tirschenreuth. Unterrichtet werden sie von Michael Grünwald (links). Bild: wro
Kultur
Marktredwitz
08.02.2018
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"Wir warten noch kurz auf den Klang der Leopold-Friedens-Glocke", bittet Kantor Michael Grünwald um Verständnis für den etwas verspäteten Beginn der Orgelmatinee. Dann aber dürfen seine Schüler ihr Können demonstrieren.

Michael Grünwald hatte die Zuhörer hinauf zur Orgel der Bartholomäus-Kirche gebeten, damit sie die angehenden Organisten nicht nur hören, sondern auch sehen. Kantor Michael Grünwald unterrichtet derzeit acht Schüler. "So viele wie noch nie", freute sich der Lehrmeister über die Zahl seiner Zöglinge, von denen einer - Pfarrer Klaus Wening - nicht dabei sein konnte. Beruflich hatte der evangelische Geistliche in der Oberredwitzer Heilig-Geist-Kirche zu tun. Auf dem Programm der Schüler standen Werke von Johann Sebastian Bach, Dieterich Buxtehude und anderen Kirchenkomponisten. Den musikalischen Auftakt machte die junge Schülerin Laura Drechsler. Zum Spiel brauchte sie keine Hände. Die Tirschenreutherin, die erst zwei Orgelstunden absolviert hat, gab ein Pedalsolo zum Besten. Mit zwei weiteren Nachwuchskräften - Joel und Elias Münch (14 und 12 Jahre alt) - war die Kreisstadt aus der benachbarten Oberpfalz somit mit insgesamt drei jungen Künstlern am zahlreichsten vertreten. Elias Münch begleitete mit der Trompete seinen Bruder an der Orgel. "Er möchte einmal Solist werden", stellte Grünwald den zwölfjährigen Oberpfälzer vor, der seine anfängliche Nervosität bewundernswert rasch ablegte und mit seiner Trompete für Aufmerksamkeit sorgte.

Begeistern konnte auch die weitere Vertreterin aus der Oberpfalz, Christine Pühl. Sie kommt aus Neustadt am Kulm. Ihr bereits formvollendetes Spiel zeigte, wie intensiv sich alle Schüler auf ihren Auftritt vorbereitet hatten. Eindrucksvolle Kostproben lieferten auch die Marktredwitzerin Carla Kleeberger, die auch das Saxofon beherrscht, der in Schirnding wohnende Alexander Rumler und nicht zuletzt die musikalisch begabte Pechbrunnerin Jule Döhler. Die angehende Organistin, als letzte Vertreterin des Stiftlandes, durfte ebenfalls ihr Können demonstrieren. Der Schwierigkeitsgrad der Stücke steigerte sich; mit Liedern aus dem Gesangbuch durfte sich auch das Publikum einbringen. "In den Gottesdiensten muss man auf die Liedwünsche der Pfarrer reagieren können", sagte Kantor Michael Grünwald, der zugleich auch die Moderation übernommen hatte. Wichtig sei es auch, dass man lerne, Spiel und Gesang der Kirchenbesucher in Einklang zu bringen. "Man muss spüren, wie es ist, wenn die Leute mitsingen", fasste er zusammen. "Ohne Orgel ist ein Gottesdienst nur halb so schön", fügte der anwesende Pfarrer Christoph Schmidt hinzu. Am Schluss der Matinee, die mit dem Leopold-Lied (neu komponiert von Michael Grünwald) ihr musikalisches Ende fand, spendete Pfarrer Schmidt den Segen Gottes.
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