08.01.2018 - 19:00 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Mädchenquartett aus Marktredwitz begeistert von Kanzlerin Sternsinger zu Gast im Bundeskanzleramt

Von wegen der Kanzlerin überdrüssig: Vier Sternsängerinnen der Marktredwitzer Pfarrei Herz Jesu sind von Angela Merkel schwer angetan: "Ich fand es so aufregend", sprudelt es aus Tamara Brand (13) hervor, "ich kann das gar nicht beschreiben."

Die Sternsinger Antonia (16), Annabelle (14), Tamara (13) und Paula (12) sowie Begleiterin Edith Konrad aus der Gemeinde Herz Jesu in Marktredwitz vertraten das Bistum Regensburg in Berlin. Bild: Adloff/Kindermissionswerk
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Zum Glück versucht sie es dann doch: "Es ist ein Gefühl wie der Besuch bei einem neu geborenen Baby." Ganz so neu ist die geschäftsführende Regierungschefin zwar nicht mehr, aber immerhin: "Man hat an ihrem Gesichtsausdruck gesehen, sie hat sich richtig gefreut über diesen Termin mit Kindern und Jugendlichen."

108 mehr oder minder heilige Könige aus allen 27 deutschen Bistümern sind einmal im Jahr zu Besuch im Bundeskanzleramt. "Als ich erfahren hatte, dass ich mit dabei bin", sagt Antonia Hartmann (16) , "war ich sehr überrascht - ich hatte nicht damit gerechnet." Die Kanzlerin habe jede und jeden mit Handschlag begrüßt. "Sie war sehr nett." Gemeindereferentin Edith Konrad , die das oberfränkische Mädchenquartett betreute, freute sich riesig über das Glückslos: "Wir haben uns schon seit langem beworben, endlich hat es geklappt." Die Auswahl aus rund 16 Kandidaten fiel Konrad nicht schwer: "Die Mädchen sammeln seit Jahren Geld für bedürftige Kinder und sie können es am besten."

60. Sternsinger-Aktion

Seit 60 Jahren münden die bundesweiten Sternsinger-Besuche in eine konzertierte Aktion Dreikönigssingen. Seit 1984 dürfen jungen Gesangstalente dem Hausherrn, seit 13 Jahren der Hausherrin ihr Motto ans Herz legen: "Wir haben uns dieses Jahr mit Kinderarbeit vor allem in Indien beschäftigt", sagt Paula Hofmann, mit 12 Jahren das jüngste Mitglied der Girl-Band. Und die Kanzlerin habe eine glaubwürdige Rede gehalten, wie man sie zurückdrängen könne - ist doch die Perspektivlosigkeit junger Menschen auch eine der Fluchtursachen, die die Bundesregierung künftig am liebsten vor Ort bekämpfen möchte.

Auch Annabelle Hartmann (14) brachte die Beschäftigung mit dem traurigen Schicksal von Kindern, die ihre Gesundheit gefährden anstatt zur Schule zu gehen, zum Nachdenken: "Die schmelzen vor offener Flamme Schmuckstücke aus Glas, die wir billig einkaufen - da macht man sich oft keine Gedanken, welche Folgen das hat." Rund 5000 Euro haben die Mädchen aus dem Landkreis Wunsiedel seit ihrer Aussendung an Spenden eingesammelt. Dass nur weibliche Vertreter mit nach Berlin fahren durften, ist übrigens kein Ergebnis eines Geschlechterkampfes. "Wir haben einfach nicht so viele Jungs", erklärt Nesthäkchen Paula.

Tolles Gesamtpaket

Das sollte den jungen Herren zu denken geben, schließlich ist ihnen dadurch einiges entgangen: "Das Gesamtpaket war toll", findet Paula, "das Treffen mit den anderen Sternsingern und der Bundeskanzlerin, die große Stadt und die Sehenswürdigkeiten." Am Sonntag sind die Ministrantinnen angekommen, haben in einer Jugendherberge übernachtet "Wir hatten viel Freizeit und konnten die Stadt auf eigene Faust erkunden."

Stimmen zum Besuch der Sternsinger in Berlin hier.

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