Debatte um Bau von Reihenhäusern in Dörflas
Antrag abgeschmettert

Politik
Marktredwitz
01.02.2018
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Stadträte von SPD und Grünen sind am Dienstagabend in der Stadtratssitzung bei einer Abstimmung mit 7 zu 14 Stimmen unterlegen. Abermals ging es um das Baugebiet in Dörflas, wo ein Investor hinter der Dörflaser Hauptstraße neun Reihenhäuser bauen möchte. Nach den Bedenken einiger Nachbarn, die sich wegen der geplanten Häuser zu sehr eingeengt fühlen, hatte die SPD den Antrag gestellt, die gesetzlich vorgeschriebene Abstandsfläche von drei auf fünf Meter zu vergrößern. Der Antrag wurde abgeschmettert.

Projektleiter Alexander Rieß von der Stewog erklärte, man sei den Nachbarn bereits entgegen gekommen, indem der Investor die Giebel der End-Häuser etwas abflache. "Für uns sind die Einwände der Nachbarn nicht unerheblich", meinte SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus Haussel. Seine Fraktion habe sich das Gelände angeschaut und finde, dass man fünf Meter Abstand halten könnte zu den bestehenden Gebäuden. CSU-Fraktionsvorsitzenden Robert Sroka beschäftigte die Frage, ob der Grundstückseigentümer gegen so eine Festlegung klagen könnte. Laut Rieß hat die Stadt die Planungshoheit, "aber es bleibt dem Bauherrn unbenommen, diesen Schritt zu gehen". Es sei recht vage, wie so etwas dann ausgeht. Für den Investor würde dies bedeuten, "dass er weniger wirtschaftlich arbeiten kann" - übersetzt: Er würde weniger Geld verdienen. Natürlich verstehe er die Nachbarn, wenn diese plötzlich eine Bebauung vor der Nase hätten, so Alexander Rieß. Doch letztlich sei diese zulässig, betonte er.

Zugeständnisse

Auch Oberbürgermeister Oliver Weigel verdeutlichte, dass der Bauherr den Nachbarn durch das Versetzen der Häuser entgegen komme. "Man muss auch gewisse Zugeständnisse machen." Kurt Rodehau (SPD) gab zu bedenken, dass es in Dörflas ohnehin recht knapp sei mit Parkplätzen. Durch die neuen Häuser vergrößere sich das Problem. Rieß erklärte, "dass wir uns mit diesem Baugebiet an die Innenstadtverdichtung halten". Natürlich kämen Fahrzeuge dazu, aber es gebe für diese auch entsprechende Carports. Grünen-Stadträtin Brigitte Artmann wollte auch mehr Abstandsfläche zu den Nachbarn aushandeln, "zumal diese sofort auf die Straße treten, wenn sie aus der Haustür kommen". Deswegen würden sie ja den Hintereingang benutzen. Der Oberbürgermeister betonte, der Bauherr halte sich an die vorgeschriebenen Abstandsflächen, weshalb man jetzt den geänderten Bebauungsplanentwurf erneut auslegen sollte. Bis 20. März lägen dann die Ergebnisse vor. "Wir sollten erst darüber diskutieren, wenn es um das Baugenehmigungsverfahren geht."

Klaus Haussel fand, die Stadt sei kaum angreifbar, wenn ihr die Planungshoheit obliege. "Wir wollen ja diese Investition, und es müsste doch auch profitabel sein, wenn man zwei Meter abzwackt." Markus Kopatsch (ProMak) befürchtet dann die Schaffung eines Präzedenzfalls, "sobald es wieder den Einwand eines Bürgers gibt". Gisela Wuttke-Gilch warf ein, dass jeder Betroffene wohl so reagieren würde, wenn man ihn einenge. Sie sei für fünf Meter Abstand. Letztlich stellte Klaus Haussel den Antrag, den Abstand von drei auf fünf Meter zu vergrößern. Mit der SPD stimmte Brigitte Artmann, wobei der Antrag mit 7 zu 14 Stimmen abgelehnt wurde.
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