01.03.2018 - 17:24 Uhr
Marktredwitz

Stadtrat macht den Weg frei Bauen am Hammerberg

Wieder ist eine Etappe geschafft. Das neue Baugebiet Hammerberg-West rückt ein Stück näher. Der Stadtrat beschließt die vorbereitende Bauleitplanung auf der Grundlage eines von einem Bamberger Architekturbüro ausgearbeiteten Plans.

Die Architekten Peter Hilgarth, Stefan Köferl und Franz Ullrich (von links) hatten gute Ideen für das neue Baugebiet. Die Stadträte entschieden sich für den Vorschlag des Bamberger Architekten Ullrich. Bild: fphs
von Redaktion OnetzProfil

Das Interesse an Baugebieten in Marktredwitz ist ungebrochen. Die Stadt plant nun ein weiteres attraktives Baugebiet zwischen Haag und Wölsauerhammer, das Baugebiet Hammerberg-West. Deshalb hat der Stadtrat drei Architekturbüros mit Vorschlägen für den Bebauungsplan beauftragt. Vor der Stadtratssitzung, in der (nichtöffentlich) der Beschluss gefasst wurde, stellten die drei Büros, Peter Hilgarth aus Marktredwitz, Ralf Köferl vom Büro Kuchenreuther in Marktredwitz und Franz Ullrich, Regierungsbaumeister und Stadtplaner von "Plan & Werk" in Bamberg, ihre Ideen für das neue Baugebiet vor.

Oberbürgermeister Oliver Weigel freute sich über die Nachfrage nach Baugebieten in Marktredwitz. Eigentlich sei die Erschließung am Hammerberg in drei Bauabschnitten vorgesehen gewesen für Beschäftigte der nach Marktredwitz verlagerten Behörden. Denn nördlich der Wegener Straße seien von 34 Bauplätzen nur noch drei zu haben. Das Baugebiet am Haager Weg sei bereits ausverkauft. Deshalb habe man ein weiteres Gebiet bei Haag, gegenüber dem bestehenden Gebiet Hammerberg-Ost, ins Visier genommen. Und auch hier sei das Interesse groß. Für die rund 60 Grundstücke gebe es jetzt schon 32 Interessenten.

Deshalb, fuhr Weigel fort, sei man von den Plänen abgekommen, das Gebiet in drei Bauabschnitten zu erschließen. Nun soll es insgesamt auf einmal erschlossen werden. Die Zustimmung in der Sitzung des Stadtrats vorausgesetzt, sollten die Bauherren dort noch in diesem Jahr loslegen können. Stadtplaner Stefan Büttner unterstrich, dass es sich nicht um einen Architektenwettbewerb handelte. Die drei Architekten wurden von der Stadt beauftragt, ihre Ideen zu Papier zu bringen. Voraussetzung war es, dass sich das neue Baugebiet harmonisch in die dortige Situation mit einem gewachsenen Ort und dem bestehenden Gebiet Hammerberg-Ost einfüge und zusammenwachse. Das gelte auch für die bestehenden Reit- und Radwege, die über Haag führen. Die Voraussetzungen seien gut. In Haag würden den Interessenten Bauplätze in Südhanglage mit großem Freizeitwert geboten.

Dörfliche Struktur

Peter Hilgarth vom gleichnamigen Architekturbüro erläuterte seinen Plan mit einer südlichen und nördlichen Zufahrt, Erschließungsstraßen, einem Grüngürtel als Begrenzung zur Durchfahrtsstraße und einer dörflichen Struktur. Damit stünden 73 Bauparzellen mit Grund von 200 Quadratmetern für Reihenhäuser bis zu 1100 Quadratmetern für Einzelhäuser zur Verfügung. Ralf Köferl vom Architekturbüro Kuchenreuther stellte sich eine strengere Struktur mit einem verkehrsberuhigten Bereich vor. Die Grundstücke sollten zwischen 600 und 1100 Quadratmetern groß sein. Auch er plante einen Grünbereich für Oberflächenwasser und einen Kinderspielplatz ein und schlug die Nutzung von Nahwärme vor. Der Plan bringt 65 Parzellen.

Grüne Bänder

Franz Ullrich, Stadtplaner aus Bamberg, betonte, dass er seinen Plan nach den Höhenlinien ausrichte, mit grünen Bändern eingrenze und auflockere. Für die geplante 20-KV-Stromleitung, die das Baugebiet am Rand berühre, hatte er eine Freifläche vorgesehen, falls sie oberirdisch verlegt werde. Bei einer Erdverkabelung könnte die Fläche dann trotzdem genutzt werden. In der nichtöffentlichen Sitzung entschieden sich die Stadträte nach einer Diskussion für den Vorschlag aus Bamberg. Was jedoch nicht bedeute, dass man nicht auch Ideen der beiden anderen Architekten in die Pläne einarbeiten könne, wie Stadtplaner Büttner betonte. Der endgültige Plan könne durchaus eine Mischung aus allen drei Entwürfen werden. Bis Ende dieses Jahres, kündigte er an, sollten die Pläne stehen und die Grundstücke baureif sein. Eine durchaus "sportliche Planung", wie Alexander Rieß vom Bauamt kommentierte.

Die Stadträte fassten einstimmig den Grundsatzbeschluss für die vorbereitende und verbindliche Bauleitplanung des Gebiets. Der Flächennutzungsplan wurde geändert, eine Veränderungssperre erlassen und die Einleitung des Verfahrens beschlossen. Nur Brigitte Artmann (Grüne) stimmte teilweise dagegen. Ortssprecher Stefan Purucker äußerte in der Diskussion Bedenken hinsichtlich des Nebeneinanders von Landwirtschaft und Wohnbebauung. Die Pläne werden vor einer endgültigen Verabschiedung zwei Mal öffentlich aufgelegt, Betroffene und die Vertreter der öffentlichen Interessen angeschrieben, erwiderte Oberbürgermeister Weigel. Da könnten dann Stellungnahmen abgegeben werden.

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