21.02.2018 - 20:00 Uhr
Marktredwitz

Aus Kuwait ans Klinikum

Die Urologie am Klinikum Fichtelgebirge ist führend in der Inkontinenzchirurgie. Workshops finden zunehmend internationales Interesse.

Dr. Alexander Kugler (von links) zeigte den Kollegen Dr. Hamdy Mohamed Abdelhalim Masoud und Dr. Adel Alhunayan, wie man in Marktredwitz Inkontinenz behandelt. Zertifikate bescheinigen die neuen Kenntnisse. Bild: exb
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Die zertifizierte Urologische Klinik ist eine bekannte Adresse für Inkontinenzchirurgie. Dr. Alexander Kugler, Leitender Oberarzt der Abteilung, bietet schon seit mehreren Jahren Workshops an, bei denen er ärztliche Kollegen zum "Argusband" schult. An der Entwicklung dieses Operationsverfahrens war er mitbeteiligt.

Anfang Februar waren Dr. Hamdy Mohamed Abdelhalim Masoud und Dr. Adel Alhunayan vom Mubarak Hospital aus Kuwait ins Fichtelgebirge gereist. In Marktredwitz konnten sie lernen, wie das Argusband eingesetzt wird.

"In Deutschland gab es bisher bereits viele dieser Operationen", sagt Dr. Kugler. Rund 160 Mal hat er den etwa 45 Minuten dauernden, minimal invasiven Eingriff selbst durchgeführt. Die Urologische Klinik verzeichnet deutschlandweit mit die höchsten Fallzahlen bei diesem Eingriff, heißt es in einer Pressemitteilung. Wie viele Kollegen ließen sich nun zwei Ärzte aus Kuwait entsprechend schulen.

Das Argus-Band ist eine Schlinge, die unter Narkose vom Damm aus spannungsfrei um die Harnröhre gelegt und oberhalb des Schambeins unter die Haut geführt wird. Ein kleines Silikonkissen liegt dann unter der Harnröhre. Im Vergleich zu anderen Verfahren ist die Argus-Methode nicht nur billiger, sondern auch weniger aufwändig, teilt das Klinikum mit: Die Patienten müssten danach nur etwa drei Tage stationär behandelt werden. Neun von zehn Patienten hätten durch das Band wesentlich weniger stark ausgeprägte Probleme oder seien ganz vom unkontrollierten Urinverlust befreit.

Inkontinenz, also unkontrollierter Abgang von Harn, sei weit verbreitet. Es könne Frauen und Männer, Junge und Alte treffen. In Deutschland würden geschätzt etwa fünf Millionen Menschen daran leiden. Aus Scham zögen sich viele Patienten zurück - nur jeder Fünfte wende sich an einen Arzt, obwohl ein Großteil der Betroffenen von diesem Leiden befreit werden könne.

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