30.06.2017 - 20:00 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Eine Mauer, alternative Fakten und eine nicht ganz unabhängige Jury Abi-Scherz nimmt US-Wahlkampf ins Visier

Die Abiturienten des Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG) lassen ihren Abi-Scherz vom Stapel: "Make Abi 17 great again" lautet das Motto. Sie parodieren eine US-Wahlkampfveranstaltung.

Die Mauer zu Mexiko hat sich nicht bewährt - die Abiturienten reißen sie gerne wieder ein. Bild: fppp
von Redaktion OnetzProfil

Lehrer gegen Schüler - das gilt seit Jahren beim Abi-Scherz am OHG. Man nimmt sich gegenseitig auf die Schippe. Das darf sein, wenn man nach zwölf Jahren Schulzeit gerade seinen Abschluss gemacht hat. In diesem Jahr hat das Ganze einen realistischen Hintergrund: Die Abiturienten nehmen die Präsidentschaftswahl in den USA gründlich unter die Lupe. Daher heißt es nicht nur Lehrer gegen Schüler, sondern auch Demokraten gegen Republikaner.

Die Schulfeier startet im Flur beim Sekretariat. Dort wird fix eine Mauer aufgebaut, die den Durchgang zum Lehrerzimmer beziehungsweise zu Mexiko abriegelt. Nur einen kleinen Durchschlupf gibt es für die Lehrer. In der Aula steigt derweil die große Wahlkampfveranstaltung. Schüler und Lehrer bilden die Wählerschaft. Um deren Gunst wird jetzt in mehreren Runden geworben. Die Moderatorinnen Lena Bock und Amba Kohlschmidt moderieren charmant und gekonnt. Für jede Aufgabe werden Lehrer und Schüler "freiwillig bestimmt". Die Aufgabe ist mal ein Geschicklichkeits- oder Schätzspiel, mal eine Wahlkampfrede, in der bestimmte Stichwörter vorkommen müssen, mal eine Fragerunde, bei der die Wörter "Ja" und "Nein" verboten sind. Die Zuschauer werden aktiv einbezogen, als bestimmte Gegenstände schnellstmöglich zu besorgen sind. Höhepunkte sind die Spiele, bei denen es auf Bewegung und Show ankommt: der Auftritt zweier Boygroups, eine Dance-Battle und die möglichst synchrone Bewegung zweier Partner. Die Wettstreite sind vielseitig, belustigen Lehrer und Schüler und machen einfach Laune. Vor der letzten Runde liegen die Schüler mit weitem Abstand vorne. Böse Zungen behaupten, die Jury wäre nicht völlig unabhängig in ihren Wertungen. Andere Beobachter sprechen von "alternativen Fakten", die vorlägen. Erst das letzte Spiel bringt eine überraschende Wendung: Wie durch ein Wunder endet der Wahlkampf zwischen den demokratischen Lehrern und den republikanischen Schülern unentschieden. Als Schulleiter Stefan Niedermeier mit dem Ende der Wahl auch das Ende des Unterrichts verkündet, kennt der Jubel der Schüler keine Grenzen mehr.

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