07.03.2018 - 20:10 Uhr
Marktredwitz

Feierliche Eröffnung des Stadtarchivs in der Ottostraße Alles andere als staubtrocken

Die Marktredwitzer Stadtgeschichte hat ein neues Zuhause. Zahlreiche Gäste sind bei der Eröffnung des Archivs in der Ottostraße dabei. Es kann künftig von allen Bürgern leichter genutzt werden.

von Redaktion OnetzProfil

In einem Stadtarchiv wird die Geschichte eines Ortes aufbewahrt - von verstaubten, grauen Angestellten in einer öden, düsteren Umgebung. Wer ein solches oder ähnliches Bild im Kopf hat, der sollte einmal in das neue Marktredwitzer Stadtarchiv zu Edith Kalbskopf gehen. Dort wird er ein engagiertes, fröhliches und hilfsbereites Team in hellen, freundlich gestalteten Räumen erleben.

In der Ottostraße, im ehemaligen Modehaus Anders, wurde am Samstag das neue Stadtarchiv feierlich eröffnet. Viele Jahre lang lagerten die Archivalien an verschiedenen Standorten in der Stadt verteilt, zum Teil auf Dachböden oder in Kellern. Keine guten Bedingungen für die meist papierenen Unterlagen und für vernünftiges Arbeiten. Ganz anders ist es jetzt. Die neuen Räume bieten eine saubere, klimatisierte Umgebung für Mitarbeiter und Dokumente, es gibt ordentliche Regale in ausreichender Menge und alles Archivgut befindet sich beisammen. Stadtarchivarin Edith Kalbskopf freut sich sehr darüber: "Das habe ich mir mein ganzes Berufsleben gewünscht, dass Marktredwitz ein Stadtarchiv bekommt, das es verdient. Heute ist ein besonderer Tag für mich."

Das neue Stadtarchiv ist nicht klein, aber es platzte vor Besuchern fast aus allen Nähten, als es Oberbürgermeister Oliver Weigel mit den Worten "Wir haben lange darauf hingefiebert, endlich ist es so weit" offiziell eröffnete. Bundesweit werde am Wochenende der "Tag der Archive" begangen, das sei ein guter Termin, um das neue Stadtarchiv der Öffentlichkeit vorzustellen. Der stellvertretende Landrat Roland Schöffel wünschte "allen Marktredwitzern, dass sie sich in diesen Räumen kundig machen über die Geschichte ihrer Stadt".

Treuer Nutzer

Hermann Meier vom Historischen Club Marktredwitz versprach Edith Kalbskopf, zusammen mit seinen Mitstreitern weiterhin ein treuer Nutzer des Stadtarchivs zu bleiben: "Schön, dass wir so ein aktives Stadtarchiv haben. Es bereitet immer Freude, mit Ihnen zu arbeiten. Das liegt wesentlich an dem sympathischen Team, das uns immer so gut unterstützt." Die vergangenen Monate standen im Zeichen der Vorbereitung. Einen großen Dank richtete Oliver Weigel an das Team um Magdalena Stöckert vom Bauamt für den gelungenen Umbau. 130 Regale wurden aufgebaut und rund 1300 Kartons mit Archivmaterial aus den verschiedenen Standorten herangebracht. Dafür bedankte sich Edith Kalbskopf beim Bauhof und bei einigen Praktikanten der Fachoberschule, die tatkräftig mithalfen. Auch die Stadtarchivarin selbst und ihr Team haben fleißig mit angepackt.

In den offiziellen Grußworten, aber auch in den persönlichen Gesprächen erhielt die Stadtarchivarin viel Lob. Immer wieder war zu hören, mit wie viel Schwung und Begeisterung sie das eigentlich trockene Thema Stadtgeschichte bearbeite. Für sie ist "das Stadtarchiv kein Selbstzweck, sondern für die Bürger da". Daher ihre Einladung an die Bürger: "Kommen Sie gerne zu uns!" Man kann in die eigene Kindheit eintauchen und (in Kürze) das Fotoarchiv nach Straßen oder Begriffen durchsuchen. Oder eine alte kaiserliche Urkunde bewundern, die die Fischrechte in der Kösseine regelt. Ganz allgemein versteht sich das Stadtarchiv Marktredwitz als Gedächtnis der Stadt. Das große Interesse an der Eröffnung erstaunte zunächst auch die Marktredwitzer Stadträte Werner Schlöger und Matthias Standfest. Aber dann stellten beide fest, dass auch sie nicht nur als Stadträte dabei waren, sondern aus persönlichem Interesse. "Und so geht es wohl vielen hier. Bei den Veranstaltungen des Historischen Clubs ist es ja ebenfalls immer proppevoll."

Schwungvolle Melodien

Zwischen die kurzen Reden setzten Carla Kleeberger und Erwin Jahreis musikalische Leckerbissen. Die junge Saxofonistin und der Leiter der Städtischen Sing- und Musikschule mit dem E-Piano spielten schwungvolle Melodien, die prima zu dem besonderen Anlass passten. Beim Verlassen des Stadtarchivs konnten sich die Besucher den Bildern von Marion Lucka widmen, die im Schaufenster ausgestellt sind: Frauenportraits, die eindrucksvoll und farbenfroh seelische Zustände ausdrücken.

Öffnungszeiten

Das Stadtarchiv Marktredwitz in der Ottostraße 3 ist Montag bis Donnerstag von 8 bis 12 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 14 bis 16.30 Uhr geöffnet. (fppp)

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