Gemeinschaftsprojekt von Energieversorgung Selb-Marktredwitz und Stewog
Nahwärmeinsel am Sterngrund

Anlieferung der neuen Heizzentrale: Das moderne Blockheizkraftwerk liefert im ersten Bauabschnitt Wärme für 105 Wohnungen. Bild: exb
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Marktredwitz
24.08.2017
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Es ist ein Schwergewicht in Sachen Effizienz. Sein Zuhause: die Barbarastraße in Marktredwitz. Das neue Blockheizkraftwerk versorgt 167 Haushalte.

Die neue Heizzentrale der Energieversorgung Selb-Marktredwitz (ESM) ist an ihrem Bestimmungsort am Sterngrund angekommen. "Sie versorgt die frisch sanierten Häuser des Quartiers am Sterngrund effizient mit Strom und Wärme", informiert Klaus Burkhardt, Geschäftsführer der ESM, über das Gemeinschaftsprojekt mit der Stadtentwicklungs- und Wohnungsbau GmbH Marktredwitz (Stewog). Mario Wuttke, Geschäftsführer der Stewog, erklärt: "Durch die Sanierung der Häuser in Verbindung mit der hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplung reduziert sich der Energieeinsatz um bis zu 60 Prozent."

Im ersten Bauabschnitt werden 16 Wohnhäuser an das ESM-Wärmenetz angeschlossen. Die 105 Wohnungen der Gebäude haben einen Wärmebedarf von rund 750 000 Kilowattstunden pro Jahr. Hinzu kommen im zweiten Bauabschnitt nochmals zehn Häuser mit 62 Wohneinheiten und einem jährlichen Wärmebedarf von 400 000 Kilowattstunden. Klaus Burkhardt bedankt sich für die gute Zusammenarbeit: "Solche Projekte lassen sich nur realisieren, wenn alle an einem Strang ziehen - Projektierer, Stadtverwaltung und Stewog, Handwerk und Energieversorger."

Pufferspeicher

Parallel zum Nahwärmenetz wächst auch die Heizzentrale sukzessive: Bereits vorgesehen ist der Platz für ein weiteres, ebenfalls gasbetriebenes Blockheizkraftwerk (BHKW). Dieses wird, je nach Fortschritt der Bauarbeiten, bis spätestens 2023 eingebaut. Damit das kleine Kraftwerk mit hoher Effizienz betrieben werden kann, hat die ESM zusätzlich Pufferspeicher integriert. Über diese kann die Wärmeenergie aus dem BHKW zwischengelagert werden, bis sie gebraucht wird. Geplant haben die Heizzentrale und das Nahwärmenetz die beiden Wärmefachleute der ESM, Silvio Schedewy und Dominik Blechschmidt. "Ziel ist ein möglichst kontinuierlicher Betrieb des BHKWs, das ist sparsamer als ein ständiges Stop-and-Go", informiert Silvio Schedewy, Betriebsingenieur für Wärme, Kälte und Anlagensysteme bei der ESM. In der Heizzentrale lagern über 7000 Liter Heißwasser, in den angeschlossenen Gebäuden verfügen Pufferspeicher über ein Volumen von weiteren 6400 Liter. In Spitzenzeiten, etwa wenn die Außentemperaturen besonders frostig sind, hilft ein Gasbrennwertkessel aus.

Das erste BHKW verfügt über eine thermische Leistung von 81 Kilowatt, hinzukommen 50 Kilowatt elektrische Leistung. Per Kraft-Wärme-Kopplung produziert es so gleichzeitig Strom und Wärme. Weil es den eingesetzten Brennstoff Erdgas besonders effizient einsetzt, ist der Wirkungsgrad der Anlage hoch. Die ESM rechnet mit einer Stromerzeugung von rund 325 000 Kilowattstunden pro Jahr mit nur einem BHKW. "Den Strom speisen wir in unser Netz ein. Physikalisch gesehen wird ein Großteil von den Bewohnern des Quartiers am Sterngrund direkt verbraucht werden", erläutert Klaus Burkhardt. Für den ESM-Chef ist diese Art der Energiewende besonders sinnvoll: "Wir erzeugen Strom und Wärme passgenau und effizient genau dort, wo sie gebraucht wird. Kaum Übertragungsverluste, kein unnötiger Netzausbau." In Marktredwitz betreibt die ESM außerdem das "wohl kleinste Mieterstromprojekt Deutschlands", wie Klaus Burkhardt betont. In der Rosenstraße nutzt das Unternehmen seit 2014 ein eigenes, kleines Stromnetz, um den im BHKW produzierten Strom zu den Mieterstrom-Kunden zu transportieren. Auch in der Rosenstraße machen ESM und Stewog gemeinsame Sache. "Wir freuen uns, dass wir mit der ESM einen kompetenten Partner aus der Region haben und die vertrauensvolle und effektive Zusammenarbeit fortgesetzt wird", hebt Mario Wuttke hervor. In der Heizzentrale am Sterngrund laufen die Arbeiten jetzt auf Hochtouren. "In der kommenden Heizperiode werden wir das Quartier bereits über die Heizzentrale versorgen", kündigt Silvio Schedewy an. Den Anschluss des BHKW übernimmt ein Heizungsbauer aus der Region. "Mit der Nahwärmeinsel steigern wir die Lebens- und Wohnqualität der Bewohner. Über die Beauftragung des örtlichen Handwerks bleiben auch große Teile der Wertschöpfung hier", so Klaus Burkhardt.
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