07.03.2018 - 18:26 Uhr
Marktredwitz

Martin Schmid bricht sich beim Skifahren das Handgelenk Klinik-Chef auch Patient

Martin Schmid, Geschäftsführer des Klinikums Fichtelgebirge, lässt sich nach einem Skiunfall in die Klinik in Marktredwitz bringen. Denn er weiß: Hier wird man gut versorgt.

Martin Schmid (links) bei der Nachuntersuchung in der Sprechstunde der Chirurgischen Ambulanz von Dr. Philipp Koehl. Bild: exb
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Die meisten Unfälle auf der Piste sind sogenannte Alleinunfälle. Risikofaktor Nummer 1 ist hier der Wintersportler selbst. "Rechtzeitige Skigymnastik und richtiges Aufwärmen senken nachweislich die Zahl verletzter Wintersportler. Andererseits senkt auch die richtige Ausrüstung das Verletzungsrisiko. Dazu gehört neben dem Helm auch eine richtig eingestellte Bindung", fasst Dr. Philipp Koehl, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, zusammen.

Dennoch schützt auch gute Vorbereitung und Ausrüstung nicht hundertprozentig. Diese schmerzvolle Erfahrung musste auch Martin Schmid, Geschäftsführer des Klinikum Fichtelgebirge, machen. Im Skiurlaub in Österreich stürzte der passionierte Skifahrer im Auslauf der Abfahrt und verfing sich unglücklich in den Schlaufen der Skistöcke. Neben Verletzungen im Gesicht zog er sich einen Bruch am Handgelenk zu. "Da die Verletzung nicht sofort notfallmäßig vor Ort operativ versorgt werden musste, gab es für mich nur die eine Entscheidung - eine OP im eigenen Haus. Hier kenne ich unseren Chefarzt Dr. Koehl, unseren Chefarzt der Anästhesie Michael Paland, das gesamte OP- und Anästhesieteam, unser Pflegepersonal und weiß, dass ich da in den besten Händen bin. Ich kenne das Leistungsvermögen unserer Abteilungen", beschreibt Martin Schmid seine Beweggründe für den unverzüglichen Transport nach Marktredwitz. "Von den Änderungen bei unserer Verpflegung habe ich mich also auch gleich selbst überzeugen können, denn Suppe und Nachtisch gab es für mich auch nicht mehr. Satt geworden bin ich als fast Zwei-Zentner-Mann dennoch", kommentiert er die aktuelle Debatte um die gekürzte Verpflegung im Klinikum. "Glücklicherweise habe ich schon sehr lange eine Reiserücktransportversicherung. Ich konnte im eigenen Fahrzeug zurückreisen, der Versicherer organisierte einen Chauffeur. Ich habe mich dann gleich im Klinikum absetzen lassen." Dort wird er schon von Dr. Koehl erwartet: "Ein Handgelenksbruch durch einen Sturz ist ein echter Klassiker." Es sei Instinkt, sich mit den Händen zu schützen. Daher betrifft gut ein Drittel der Sportunfälle die Hand. "Im Klinikum Marktredwitz versorgen wir täglich Brüche des Handgelenks, der Hand und des Unterarms. In der Wintersaison oft sogar mehrmals täglich." Die Kollegen staunten zunächst, machten dann aber routiniert ihre Arbeit. Schmid: "Insgesamt habe ich den Eindruck, dass es positiv und auch wertschätzend aufgenommen wurde, dass ich mich im eigenen Haus habe behandeln lassen und mich nicht irgendwo anders hin verdrückt oder mich gar versteckt habe. Ich vertraue der Leistungsfähigkeit unseres Hauses. Rückblickend würde ich wieder so entscheiden."

Chef unterm Messer

Für den Chefarzt, der seit knapp einem Jahr die neu ausgerichtete Unfallchirurgie am Haus Marktredwitz leitet, ist diese Situation dennoch neu: "Nein, einen Vorgesetzten habe ich bislang noch nicht operiert. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist aber auch nicht sehr hoch. Ärztliche Kollegen dagegen - auch aus dem eigenen Haus und niedergelassene Ärzte - habe ich schon häufiger operiert." Bis das Handgelenk voll belastet werden kann und die Beweglichkeit wieder hergestellt ist, rechnet Martin Schmid mit drei Wochen Heilungszeit. "Da ich aber keine schweren körperlichen Arbeiten auszuführen habe, lässt es sich auch mit kleineren Einschränkungen gut arbeiten."

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