13.09.2017 - 20:00 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Netzwerk rettet Leben

Bei einem Schlaganfall ist höchste Eile geboten. Damit Patienten in ländlichen Gebieten keine Nachteile erleiden, weil Fachzentren weit entfernt sind, hat sich ein Netzwerk etabliert.

Dr. Bertram Krüger vor der Videoübertragungsanlage, auf der in Echtzeit der Patient beurteilt wird. Parallel werden CT- oder MRT-Bilder übertragen. Der Experte im Zentrum kann den Patienten per fernsteuerbarer Videokamera mit Unterstützung des Kollegen vor Ort untersuchen. Bild: exb
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Eine Erfolgsgeschichte feiert zehnten Geburtstag: Über 3000 Schlaganfallpatienten wurden in Marktredwitz behandelt, im gesamten Netzwerk schon 25 000. Mit drei Schlaganfallzentren und elf regionalen Krankenhäusern fing das Schlaganfallnetzwerk mit Telemedizin in Nordbayern (abgekürzt Steno) 2007 an. Heute kooperieren 18 Kliniken mit den überregionalen Schlaganfallzentren in Bayreuth, Erlangen und Nürnberg. Das Klinikum Fichtelgebirge ist seit Beginn dabei. Über 3000 Patienten aus Marktredwitz und Umgebung erhielten in dieser Zeit schnelle Hilfe.

Der Chefarzt der Medizinischen Klinik, Dr. Bertram Krüger, betreut die Schlaganfall-Patienten. "In der Akutsituation eines Schlaganfalls zählen vor allem zwei Dinge: der frühzeitige Behandlungsbeginn und kompetentes Handeln. Die Betroffenen müssen daher umgehend versorgt werden, im Idealfall auf einer Schlaganfall-Einheit, einer sogenannten Stroke Unit".

Im Flächenstaat Bayern sind die Wege zu einer spezialisierten Schlaganfallversorgung mitunter jedoch weit. Durch den Einsatz von Telemedizin kann neurologische Expertise auch außerhalb der Ballungsräume schnell verfügbar gemacht und wohnortnah eine adäquate Behandlung eingeleitet werden. "Mit dem Telemedizin-Netzwerk Steno wurde vor zehn Jahren ein innovativer Weg beschritten und seitdem die Schlaganfallversorgung in der Versorgungsregion kontinuierlich verbessert", so Professor Dr. Stefan Schwab, Direktor der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen.

Die drei überregionalen Schlaganfall-Behandlungszentren stellen in wechselnder Dienstbereitschaft rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr erfahrene Neurologen für die telekonsiliarische Beurteilung und Behandlung akuter Schlaganfälle in den Kliniken des Netzwerks. "Unabdinglich ist flächendeckende Fachkompetenz auch in ländlicheren Regionen, um jeden Patienten auf höchstem Niveau behandeln zu können", erläutert Professor Schwab. "Mit unserem Netzwerk ermöglichen wir seit einem Jahrzehnt eine wohnortnahe leitliniengerechte Versorgung von Schlaganfallpatienten."

Bei einer videogestützten neurologischen Untersuchung kann der Experte im Zentrum den Patienten mit Unterstützung des Arztes in der örtlichen Klinik befragen und klinisch beurteilen. "Die Anzahl der Konsile hat im Laufe der vergangenen zehn Jahre deutlich zugenommen - aktuell werden durchschnittlich neun Konsile pro Tag angefragt", erläutert Steno- Projektleiter Dr. Lorenz Breuer, Oberarzt der Neurologischen Klinik des Uni-Klinikums Erlangen. Im Klinikum Fichtelgebirge finden sechs bis acht Konsile pro Woche statt. Im Jahr werden auf diese Weise zwischen 300 und 400 Patienten behandelt.

In jedem Krankenhaus des Netzwerks wurde eine Schlaganfall-Station eingerichtet. Hier werden die Patienten von einem spezialisierten interdisziplinären Team aus Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten betreut. "Außerdem stehen die Zentren im Falle einer nötigen Verlegung für eine weiterführende Therapie zur Verfügung", betont Dr. Krüger.

18 Kliniken kooperieren

Das Schlaganfallnetzwerk mit Telemedizin in Nordbayern (abgekürzt Steno) gilt als wegweisendes Telemedizin-Modell. Aktuell kooperieren folgende Kliniken mit den überregionalen Schlaganfallbehandlungszentren im Bayreuth, Erlangen und Nürnberg: Klinikum Ansbach, Klinikum Coburg, Klinik Dinkelsbühl, Klinikum Forchheim, Klinikum Fürth, Klinik Gunzenhausen, Sana Klinikum Hof, Helmut-G. Walther-Klinikum Lichtenfels, Klinik Kitzinger Land, Klinikum Kulmbach, Klinikum Fichtelgebirge Haus Marktredwitz, Klinikum Hochfranken Klinik Münchberg, Klinikum Neumarkt, Klinik Neustadt an der Aisch, Kreisklinik Roth, Krankenhaus Rummelsberg, Medinos Klinik Sonneberg, Stadtkrankenhaus Schwabach.

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