29.03.2018 - 20:00 Uhr
Marktredwitz

Sanierung kostet 6,4 Millionen Euro Hallenbad 15 Monate lang geschlossen

Es gibt eine schlechte Nachricht und eine gute: 15 Monate lang wird das Marktredwitzer Hallenbad geschlossen sein. Von Januar 2019 bis April 2020. Die gute Nachricht ist: Mit diesem Zeitpunkt ist das 45 Jahre alte Bad, bei dem viele Dinge noch aus dem Jahr 1972 stammen, dann auf dem modernsten Stand der Technik. "Und damit der Betrieb für die nächsten 20 oder 30 Jahre gesichert", sagt Oberbürgermeister Oliver Weigel erfreut.

Das Becken und die Bodenfliesen im Marktredwitzer Hallenbad sind 45 Jahre alt und undicht. Bei einem Rundgang erläuterte Stefan Kolb (Vierter von links) von der Betriebsverwaltung Oberbürgermeister Oliver Weigel (Dritter von links) und Vertretern der mit der Sanierung beauftragten Firmen Details im Gebäude. Bild: Miedl
von Autor FPHProfil

Nachdem sich die Verantwortlichen schon lange über die Zukunft des in die Jahre gekommenen Hallenbads Gedanken machen, schaffen sie jetzt konkrete Fakten. Nach vielen Untersuchungen und Prüfungen steht inzwischen fest, was alles erneuert werden muss. Und das ist eine ganze Menge, angefangen von den technischen Anlagen für die Wasser- und Luftaufbereitung über neue Toilettenanlagen bis hin zu einem neuen Becken aus Edelstahl.

Auch klar ist inzwischen, was das ganze Projekt kosten darf und wie es finanziert werden kann. Insgesamt wird die Generalsanierung mit 6,4 Millionen Euro veranschlagt. Davon sind 5,4 Millionen Euro förderfähig. Bei einem genehmigten Satz von 90 Prozent bedeutet das: 4,7 Millionen Euro Zuschuss. "Ohne dieses Geld wäre so eine Sanierung nicht möglich", betont Weigel. Rund 1,7 Millionen Euro muss die Stadt aus eigenen Mitteln tragen. Doch nach der Sanierung werden die jährlichen Unterhaltskosten deutlich niedriger liegen als momentan, sind sich die Planer sicher. Wie hoch die Energieeinsparungen aber tatsächlich werden und damit die Kosten weniger, könne man noch nicht genau sagen. Momentan verschlingen die Ausgaben für Strom und Gas rund 270 000 Euro im Jahr. Dazukommen noch knapp 40 000 Euro für Wasser. "Im Winter kann es sein, dass wir 15 000 Euro in einem Monat für die Heizung aufwenden müssen", erklärt Hubert Weigert, Bademeister, Bäderleiter und Chef des Teams im Hallen- und Freibad. Weigel hofft, durch die energetische Sanierung künftig Kosten sparen zu können und das jährliche Defizit so ein bisschen senken zu können. Im Jahr 2016 betrug das Minus zum Beispiel 168 000 Euro.

Undicht

Grundsätzlich gibt es zwei Gründe, die eine Generalsanierung nötig machen. Zum einen sind im Laufe der Jahre "viele Bodenbeläge undicht geworden und Beton von Wasser durchtränkt", beschreibt Stefan Kolb von der Betriebsverwaltung bei einem Rundgang durch die technischen Räume die aufgetreten Schäden. Wie in einer Tropfsteinhöhle haben sich Ablagerungen gebildet, weiße und rötliche Wucherungen machen sich auf vielen Querträgern breit. "Das Bad wird auf ein Rohbauniveau rückgebaut", beschreibt Weigel die grundsätzliche Vorgehensweise. Wasserschäden werden behoben, wo es möglich ist; doch vieles muss komplett erneuert werden. Zum anderen sind die Wasseraufbereitung, die gesamte Elektrik und die Luftaufbereitung völlig veraltet. "Das funktioniert alles noch, aber es gibt keine Ersatzteile mehr und niemand, der die Anlagen vernünftig reparieren könnte", beschreibt Stefan Schreier vom für die Sanierung zuständigen Büro für Gebäudetechnik, die Ist-Energie-Plan GmbH, die Lage. Beauftragt mit dem Projekt sind momentan vor allem zwei Firmen, eine davon ist das Architekturbüro Bauconzept Planungsgesellschaft MBH aus Lichtenstein in Sachsen. Antje Naumann und Claudia Gresch kümmern sich um die Planung, Betreuung und Überwachung der Sanierung. Ihre Firma hat bereits viel Erfahrung im Bereich der Schwimmbadsanierung. "Uns ist wichtig, dass die Qualität und die Kosten in Einklang gebracht werden", erklärt Naumann.

Einen wichtigen Part hat auch die Firma Ist-Energie-Plan, Ingenieurbüro für Gebäudetechnik. Die Fachleute sind zuständig für die Planungen im Bereich Heizung, Lüftung, Sanitär und Badewasseraufbereitung. Von Schwarzenbach an der Saale aus werden Stefan Schreier, Alfred Brandl und Stephan Weil auch die Zuarbeit für weitere Ausschreibungen machen und den Bau überwachen.

Kein Schwimmunterricht

Rund 50 000 Besucher kommen jedes Jahr zum Schwimmen in das Hallenbad. Davon sind 14 000 Schüler aus zehn verschiedenen Schulen aus Marktredwitz und dem Umland. Sie müssen vermutlich für die gesamte Bauzeit auf den Unterricht im Wasser verzichten. Zahlreiche Vereine, von der Wasserwacht, dem Schwimmverein bis zur DLRG trainieren regelmäßig im Becken. Auch Schwimmkurse, Seniorengruppen und Kindergärten nutzen das Angebot. 43 Stunden pro Woche ist das Bad für die Öffentlichkeit geöffnet, 26 Stunden für die Schulen, zwölf für die Vereine und 14 für verschiedene Kurse.

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