02.04.2018 - 20:00 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Vertreterversammlung der Besamungsgenossenschaft Wölsau im Egerland Kulturhaus Viele Herausforderungen

Sinkende Preise und immer mehr Bürokratie machen es der Besamungsgenossenschaft nicht leicht. Und auch Biber und Glyphosat zählen zu den Hindernissen.

Nach 29 Jahren bei der Besamungsgenossenschaft geht Dr. Knut Springmann in den Ruhestand. Im Bild (von links): Regionaldirektor Roland Streng, Ludwig Moller, Horst Reichel, Sachbearbeiterin Monika Springmann, Dr. Knut Springmann, Vorstandsvorsitzender Stefan Schleicher sowie Raiffeisenbank-Vorstandsvorsitzender Dipl. Kfm. Johannes Herzog. Bild: wro
von Werner RoblProfil

Marktredwitz/ Wölsau. Die permanenten Herausforderungen, mit der die Wölsauer Besamungsgenossenschaft zu kämpfen hat, seien vielfältig, bedauerte Vorstandsvorsitzender Stefan Schleicher bei der 55. Vertreterversammlung vor Gästen im Egerland-Kulturhaus. Dass man zehn Monate eine Straßenbaustelle vor der Haustür hatte, erleichterte die Sache nicht gerade. Die sinkenden Preise, dazu Wetterkapriolen, auch neue Hindernisse, zu denen der Sprecher den Wolf, Biber, Otter und Glyphosat zählte, taten ihr Übriges.

Es gelte ihnen entgegenzutreten, mahnte der Vorstandsvorsitzende, der angesichts der wachsenden Dokumentationspflicht auch eine Verärgerung über die zunehmende Büroarbeit nicht verbergen wollte. Dass die Verbände "Rind" und "Schwein" auf Bundesebene zusammengeschlossen wurden, freute ihn. Zufrieden kommentierte er auch die Tatsache, dass sich die Exportorganisationen "Spermex" und "GGI" (German Genetics International GmbH) dafür ausgesprochen haben, künftig Verbindungen einzugehen.

128 000 Euro Bilanzgewinn

Den Geschäftsbericht stellte Fachtierarzt Dr. Knut Springmann vor. Das Ergebnis war geprägt von einem Bilanzgewinn von rund 128 000 Euro. Gespannt wurde das angekündigte Referat des DLG-Geschäftsführers Dr. Reinhard Grandke zum "Thema Landwirtschaft im Jahr 2030" erwartet. Die Landwirtschaft habe stets Pionierarbeit geleistet, fasste er mit Blick auch auf Europa zusammen. Fakt sei aber, es gebe keine Strategie für "Landwirtschaft 2030". Der Ökolandbau sei zwar eine Alternative. Der Sprecher ergänzte aber einschränkend: Damit alleine funktioniere "Landwirtschaft 2030" nicht. Der Bauer sei auf eine fundierte Ausbildung angewiesen, um sich "als ehrbarer Unternehmer von seinem Berufsethos leiten zu lassen", so der Referent. Überschüsse, Artenrückgang, aber auch den Klimawandel gelte es in den Griff zu bekommen.

In aller Deutlichkeit forderte er, das Tierwohl in den Mittelpunkt landwirtschaftlicher Arbeit zu rücken. "Man muss die Nutztierhaltung zukunftssicher machen", hob er an anderer Stelle hervor. Innovative Technik, auch die Digitalisierung müsse sinnvoll genutzt werden. Gefordert sei auch die Agrarpolitik. Sie müsse, falls nötig auch mit Einsatz öffentlicher Gelder, fort- bzw. weiterentwickelt werden. "Handel braucht verbindliche Standards und Nachhaltigkeit." Ziel all dieser Maßnahmen sei es, den Wohlstand aller Partner zu sichern, schloss der Referent, der nicht versäumte sich auch mahnend an die EU Partner zu wenden.

Vorstandsmitglied Horst Reichel, der bei der Wahl nicht mehr kandidierte, wurde von Thomas Saalfrank abgelöst. Turnusmäßig schied Ludwig Moller als Aufsichtsratsvorsitzender aus. Eine Wiederwahl war laut Satzung nicht möglich. Mollers Amt übernahm Stefan Koschta aus Unterwappenöst. Nachrücker im Aufsichtsrat wurde Tobias Wölfel aus Leuthenforst. Als Dank für seine langjährigen Verdienste in vielfältigen genossenschaftlichen Organisationen erhielt Ludwig Moller aus der Hand von Regionaldirektor Roland Streng die goldene Raiffeisennadel. Seine Arbeit würdigend wurde er auch zum neuen Ehrenvorsitzenden der Wölsauer Besamungsgenossenschaft bestimmt.

Springmann im Ruhestand

Dr. Knut Springmann bekam die Raiffeisennadel in Silber verliehen. Die gleiche Auszeichnung erhielt Vorstandsvorsitzender Stefan Schleicher für 25-jährige Tätigkeit. Springmann, der nach 29 Dienstjahren seinen "Unruhestand" beginnen wird, nahm die Abschiedsglückwünsche und auch das ihm überreichte Geschenk mit sichtlicher Freude entgegen.

Das Tierwohl muss in den Mittelpunkt landwirtschaftlicher Arbeit rücken.DLG-Geschäftsführers Dr. Reinhard Grandke

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