16.05.2017 - 20:00 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Vortrag von Werner Bergmann und Harald Purucker beim "Historischen Club" Marktredwitz Harter Granit vom Epprechtstein

Geschichte vermitteln kann alles andere als staubtrocken sein. Das bewies erneut der "Historische Club", der sich diesmal einem harten Thema widmete.

Erlebte Geschichte präsentierten Harald Purucker und Werner Bergmann (2. bzw. 3. von links) am gemeinsamen Vortragsabend im „Meister Bär Hotel“ Dankeschön für den kurzweiligen Abend sagten die Vorstandsmitglieder des „Historischen Clubs“ Friedrich Haubner, Bernd Leutheußer (rechts bzw. 2. von rechts), sowie Hermann Meier (links).
von Werner RoblProfil

(wro) Die Gewinnung von Granit an der 798 Meter über dem Meeresspiegel, nahe Kirchenlamitz gelegenen Burgruine Epprechtstein lässt sich bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen. Noch bis zum Jahr 1724 konnte jedermann den Epprechtsteiner Granit brechen, sich vom reichen Felsvorkommen einfach so bedienen. Der Epprechtstein gehört zu den mineralogisch interessantesten Erhebungen im Fichtelgebirge. Von den rund 20 Granit-Steinbrüchen sind heute noch zwei in Betrieb. Wie an einer Perlenschnur reihten sie sich dicht aneinander. Wie damals vor mehr als 70 Jahren, bis hinein in die späten 1970er Jahre in den Steinbrüchen gearbeitet wurde, erzählten Werner Bergmann und Harald Purucker in einem kurzweiligen Dialog vor zahlreichen, teils fachkundigen Zuhörern während der Maiveranstaltung des "Historischen Clubs" im Festsaal des "Meister-Bär-Hotels". Mitgebracht hatte Bergmann, zugleich auch Leiter des Kirchenlamitzer Stadtarchivs, eine Auswahl historischer Bilder aus der umfangreichen Sammlung des Archivs. Im munteren Dialog - einer Mischung aus Rückblick und Steinhauer-Anekdoten - spannten Werner Bergmann und Harald Purucker einen langen und fachlich weiten Bogen von den Anfängen der Steinhauerzunft (hervorgegangen aus dem Maurerhandwerk) hinüber zu den Arbeiten mit damals noch einfachsten Werkzeugen in den Steinbrüchen. Für Erleichterung sorgten Sprengstoff und die alles andere als gelenkschonende Einführung von Presslufthämmern. Humorvoll erinnerte Purucker auch an die Begegnungen mit dem Unternehmer-Original Andreas Reul. Er hatte ihn als junger Lehrling und späterer Steinhauer persönlich kennenlernen dürfen. Während der Kriegsjahre waren es die Frauen, die die Arbeit übernahmen. Die Männer, waren an den Fronten. Sicherheitskleidung kannte man nicht. Die Arbeit war schwer, vor allem aber gefährlich, der Verdienst niedrig. Bei Wind und Wetter wurde gearbeitet, auch im tiefsten Winter. Wichtigstes Werkzeug war das Brecheisen, wichtigster Mann der Schmied. "Er richtete das Werkzeug und wärmte das Bier an." Fachkundig erklärte Purucker auch was "Männlein" (Steinmeißel) sind, mit denen der Fels mühevoll gespalten wurde.

Die etwas andere Art des bebilderten Vortrags fand Gefallen und machte Lust auf die bereits angekündigte Fortsetzung. Der Rest der Steinbruch-Geschichten wird in einigen Monaten erzählt.

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