26.07.2017 - 17:28 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Neues Schulungszentrum des Bfz eröffnet Eine Investition in die Köpfe

Das Berufliche Fortbildungszentrum investiert für ein neues Schulungszentrum in Marktredwitz erneut knapp vier Millionen Euro. Eine Investition in die Köpfe von Menschen, wie Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner am Mittwochmittag bei der offiziellen Einweihung des Gebäudes an der Wölsauer Straße betont.

Wirtschaftsministerin Ilse Aigner und Professor Günther Goth durchschnitten nach der Segnung des Neubaus symbolisch ein Band. Eine Besichtigung der Lehrwerkstätten schloss sich an. Bild: fphs
von Redaktion OnetzProfil

Nach dem Neubau vor einigen Jahren für die Altenpflege-Fachschule nahmen die Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft erneut für Marktredwitz Geld in die Hand. Zur offiziellen Einweihung nach knapp zwei Jahren Bauzeit kamen neben der bayerischen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner auch Bundestagsabgeordneter Dr. Hans-Peter Friedrich, Landtagsabgeordneter Martin Schöffel, Landtagsvizepräsidentin Inge Aures und Professor Günther Goth, Vorstandsvorsitzender des Bfz.

Das neue Trainingszentrum für gewerblich-technische Qualifizierungen umfasst auf 1150 Quadratmetern eine Ausbildungswerkstatt Metall, Abteilungen für CNC- und Steuerungstechnik, Lehrräume für Ausbildungen im Bereich Kunststoff sowie Unterrichtsräume mit moderner Multimedia-Ausstattung sowie eine Lehrküche. "Unser Ziel ist es, junge Menschen, Arbeitssuchende und Menschen mit Migrationshintergrund nach neuestem Standard auf die moderne Arbeitswelt vorzubereiten," sagte Bfz-Chefin Ute Bartmann. Statt Reden folgte eine von Bartmann geleitete Diskussionsrunde mit der Wirtschaftsministerin, Professor Günther Goth, Oberbürgermeister Oliver Weigel, Sebastian Peine von der Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof und Landrat Dr. Karl Döhler. Aigner betonte, dass der Staat, der die Baukosten zu rund 60 Prozent bezuschusste, gerne das Geld gebe. Denn hier handle es sich um eine Investition in Köpfe. Und das sei die wichtigste Investition.

Zusammen mit der Fachschule für Altenpflege, die im Jahr 2012 gebaut wurde, habe das Bfz rund sieben Millionen Euro in Marktredwitz investiert, unterstrich der Vorstandsvorsitzende des Bfz, Professor Goth. Ohne die Hilfe des Staates wäre das nicht möglich gewesen, bedankte er sich bei der Ministerin. Gerade in einer Region, in der die Arbeitslosigkeit über dem Durchschnitt liege, sei die Investition besonders wichtig, unterstrich er. Die Wirtschaft der Region sei von mittleren und kleineren Unternehmen geprägt, die die Fortbildung alleine nicht stemmen könnten, hob Goth hervor und lobte den Standort Marktredwitz, der sich bestens entwickelt habe. Lebenslanges Lernen sei längst ein fester Begriff, sagte Landrat Dr. Karl Döhler. Die zunehmende Technik verlange auch mehr und bessere Aus- und Fortbildung, so der Landrat.

Oberbürgermeister Oliver Weigel sprach von einem Festtag für Marktredwitz. Den Neubau nannte er ein Gemeinschaftswerk, bei dem viele mitgeholfen hätten. Er freute sich, dass damit die Bedeutung der Stadt als Bildungsstandort erneut verbessert werde. Derzeit investiere Marktredwitz viel für die Zukunft, nachdem die Geburtenzahlen stark zugenommen hätten. Da würden neue Kindergärten gebraucht. Und auch die Schulen müssten aufgerüstet werden. Nicht zuletzt sei das Bfz auch ein bedeutender Arbeitgeber in der Stadt und ein Verbindungsglied von der Schule zur Wirtschaft.

Gute Perspektiven

Sebastian Peine, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Arbeitsagentur Bayreuth-Hof, freute sich, dass es auf dem Arbeitsmarkt derzeit gut laufe. In den vergangenen zehn Jahren habe Oberfranken rund 50 000 Einwohner verloren, gleichzeitig aber auch 50 000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Damit werde auch dem zunehmenden Zuzug von Flüchtlingen in der Region Rechnung getragen; neben Sprachunterricht bekämen sie auch eine berufliche Ausbildung. Was hier gestemmt werde, sei bemerkenswert, erwiderte die Ministerin in Bezug auf die Unterbringung und Ausbildung von Flüchtlingen. Ungelernte hätten in Zukunft immer weniger Möglichkeiten, eine Arbeit zu finden, sagte sie. Im Jahr 2018 gebe Bayern alleine mehr Geld für Ausbildung aus als alle anderen Bundesländer, betonte Aigner.

Visitenkarte

Architekt Peter Kuchenreuther freute sich, dass Zeit- und Kostenplan trotz einer Baustelle mit schwierigen Boden- und Höhenverhältnissen eingehalten werden konnten. Mit dem Bau bekenne sich das Bfz zur Region. Vor zehn Jahren sei das Grundstück noch eine Industriebrache gewesen. Inzwischen habe es sich zu einer guten Visitenkarte an der Stadteinfahrt gewandelt. Als Geschenk hatte Kuchenreuther einen "Schlussstein" in Form einer Granittafel mitgebracht. Der Stein stammt von der Baustelle. Nach der kirchlichen Segnung durch die beiden Geistlichen Pfarrer Josef Triebenbacher und Dr. Silvredo Dalfert durchschnitten Ministerin Aigner und Professor Goth symbolisch das Band zur Einweihung. Eine Führung durch das neue Gebäude, die mit den Werkstätten begann, schloss sich an.

Unser Ziel ist es, junge Menschen, Arbeitssuchende und Menschen mit Migrationshintergrund nach neuestem Standard auf die moderne Arbeitswelt vorzubereiten.Ute Bartmann

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