Mord in Maxhütte-Haidhof
45-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt

(Foto: dpa)
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Maxhütte-Haidhof
17.07.2017
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Er tötete gnadenlos und schoss aus nächster Nähe auf sein wehrloses Opfer. Für den Mord an seiner Lebengefährtin muss ein 45-Jähriger lebenslang hinter Gitter. Der dem Alkohol verfallene Mann sei heimtückisch vorgegangen, befand das Amberger Schwurgericht am fünften Prozesstag.

War es Mord oder Totschlag?: Diese Frage beschäftigte die Richter bei ihrer Beweisaufnahme intensiv. Am 31. Mai letzten Jahres war der damals 44-Jährige frühmorgens in der Wohnung seiner 15 Jahre älteren Lebensgefährtin in Maxütte-Haidhof (Kreis Schwandorf) erschienen, hatte ein klärendes Gespräch zu dem von Seiten der Frau aufgekündigten Verhältnis gesucht. Dann zog er eine russische Tokarev-Pistole aus seiner Manteltasche. Kurz darauf fielen drei Schüsse. Der letzte von ihnen, aus nur zwei Zentimetern Entfernung abgefeuert, war tödlich.

Der Täter schwieg bis zum Schluss. Er ließ nur gelegentlich Erklärugen über seinen Anwalt Martin Gelbricht (Nürnberg) abgeben. Dabei gestand er die Tat, wollte aber nur deshalb geschossen haben, weil sie "mich behandelt hat wie ein dummes Kind." Noch eines erfuhr das Schwurgericht unter Vorsitz von Roswitha Stöber aus diesen Erklärungen: Der Täter wollte die Pistole erst in der Wohnung an der Imigstraße in Maxhütte-Haidhof von seiner Lebensgefährtin erhalten haben. Weil sie dort, wie er mitteilen ließ, deponiert gewesen und "die Frau sie nicht mehr aufbewahren mochte."

Heimtücke: Täter bringt Waffe mit


"Er hat diese Waffe mitgebracht", unterstrich die Schwurgerichtsvorsitzende in ihrer Urteilsbegründung und fuhr fort, das Verbrechen sei in Heimtücke und damit in Erfüllung eines Mordmerkmals geschehen. Deshalb könne auch von Totschlag keine Rede sein. Roswitha Stöber hielt dem 45-Jährigen vor, während der Verhandlung und auch vor der Polizei mehrfach unterschiedliche Angaben übermittelt zu haben. Sie bezeichnete ihn als trinkgewohnten Alkoholiker, dessen 1.6 Promille zum Zeitpunkt der Schüsse weder seine Einsichts- noch seine Steuerungsfährgkeit beeinträchtigt hätten.

"Sie haben in Mordabsicht gehandelt", hielt die Richterin dem wie versteinert auf der Anklagebank sitzenden Mann vor und ergänzte: "Einer der Schüsse wurde aus zwei Zentimetern Nähe auf die wehrlose Frau abgegeben. Wenn man so auf jemanden schießt, will man absolut, dass das Opfer tot ist."

Alkoholentzug und Gefängnis


Eine lebenslange Freiheitsstrafe war die Konsequenz aus dem Bild, das sich die Richter verschafft hatten. Bevor er endgültig ins Gefängnis wandert, muss der mehrfach vorbestrafte Mann in den Alkoholentzug. Mit ihrem Urteil entsprach die Strafkammer dem Antrag des Leitenden Oberstaatsanwalts Joachim Diesch. Verteidiger Martin Gelbricht hatte die Richter ersucht, auf Totschlag zu erkennen. Als Ahndung schlug er einen Freiheitsentzug von zehn Jahren und zehn Monaten vor.

In seinem letzten Wort hatte sich der 45-Jährige bei allen Familienangehörigen der 59-Jährigen entschuldigt. Allerdings antwortete er nicht auf eine dringende Bitte des Nebenklagevertreters. Sie lautete: "Geben Sie sich einen Ruck und sagen Sie ein paar Worte zu den letzten Augenblicken im Leben der Frau. Ihre Kinder wollen das wissen."
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