26.01.2018 - 17:37 Uhr
Maxhütte-HaidhofOberpfalz

Nach Verbrechen an der Lebensgefährtin: 46-Jähriger muss Urteil absitzen Oberste Instanz bestätigt: "Lebenslänglich" für Mörder

Er ging gnadenlos gegen sein Opfer vor und tötete es. Dafür konnte es vor Gericht nur die Höchststrafe geben: Lebenslanger Freiheitsentzug. Diese Ahndung hat nun der Bundesgerichtshof für einen 46-Jährigen bestätigt, der am 31. Mai 2016 in der Stadt Maxhütte-Haidhof seine Lebensgefährtin (59) erschoss.

In der Nähe von Thanstein endete die Verfolgungsjagd: Die Polizei konnte den vermeintlichen Mörder nach einem Unfall in seinem Wagen festnehmen. Archiv-Bild: Portner
von Autor HOUProfil

Er schwieg im Gerichtssaal bis zum Schluss. Vergeblich hatte die Amberger Schwurgerichtsvorsitzende Roswitha Stöber letztes Jahr im Sommer den Angeklagten aufgefordert, sich zu äußern. "Damit die Angehörigen Gewissheit bekommen", wie sie sagte. Nach mehrtägigem Prozess fiel das Urteil. Es lautete auf eine lebenslange Freiheitsstrafe. Der Leitende Oberstaatsanwalt Joachim Diesch hatte sie wegen Mordes beantragt.

Dreimal geschossen

In einer umfangreichen Beweisaufnahme war das am Morgen des 31. Mai 2016 geschehene Kapitalverbrechen geklärt worden. In der Beziehung des Angeklagten und seiner zur Tatzeit 59 Jahre alten Lebensgefährtin hatte es eine Krise gegeben. Der Mann erschien in der Wohnung seiner Freundin und brachte nach Überzeugung der Richter eine geladene Schusswaffe mit.

Das stand im Gegensatz zu einer vom Verteidiger des Beschuldigten abgegebenen Erklärung, sein Mandant habe erst in der Wohnung die Pistole von seiner Freundin erhalten. Sie sei dort von ihr aufbewahrt worden.

Das Paar stand sich gegenüber, als aus nur wenigen Zentimetern Distanz drei Schüsse aus einer russischen Pistole der Marke Tokarev fielen. Sie trafen die Frau und brachten ihr tödliche Verletzungen bei. Während sie im Sterben lag, entfernte sich der Täter aus dem Mehrfamilienhaus an der Ihmigstraße in Maxhütte-Haidhof. Aufmerksam gewordenen Nachbarn sagte er nur: "Sie schläft jetzt."

Danach fuhr der Mann mit seinem Wagen nach Nittenau, kaufte vier Dosen Bier, trank sie während der Fahrt aus und wurde von einer Polizeistreife gesichtet. Anschließend gab es eine Verfolgungsjagd über viele Kilometer. Sie endete bei Thanstein im nordöstlichen Kreis Schwandorf. Der Alkohol gewohnte Mann hatte 1,6 Promille.

Einspruch gescheitert

Nach dem Urteil, das auf Mord lautete, legte Verteidiger Martin Gelbricht (Nürnberg) Revision zum Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe ein. Der Anwalt hatte in seinem Schlussvortrag eine Ahndung wegen Totschlags verlangt. Der Erste Strafsenat des BGH verwarf diesen Einspruch jetzt als unbegründet, bestätigte das Urteil des Amberger Schwurgerichts und machte es damit rechtskräftig.

Damit steht fest: Der 46-Jährige muss mindestens 15 Jahre hinter Gittern zubringen. In ihrer Entscheidung hatten die Amberger Richter darauf verzichtet, eine besondere Schwere der Schuld festzustellen. Sie hätte eine Freilassung erst nach frühestens 20 Jahren möglich gemacht.

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