15.08.2014 - 00:00 Uhr
MehlmeiselOberpfalz

Auf Taubenjagd von hoher Fichte abgerutscht Luchs-Mädchen "Diana" schwebte nach Zwerchfellriss in Lebensgefahr

Tierpfleger Eckard Mickisch ist zuversichtlich: "Ich glaube schon, dass 'Diana' gute Überlebenschancen hat. Das zeige sich in den Augen, bei der Wundheilung und in ihren Bewegungen." Wieder gesund werden soll sie im Wildpark-Gehege beim Waldhaus in gewohnter Umgebung. Das eineinhalbjährige Luchs-Mädchen war vor wenigen Tagen an einer hohen Fichte abgerutscht.

Beim Sturz von einer hohen Fichte erlitt das Luchs-Mädchen "Diana" einen Zwerchfellriss. Der musste in der Tierklinik Landsberg drei Stunden lang operiert werden. Inzwischen bewegt sich die kleine Raubkatze wieder frei im Wildgehege Mehlmeisel. Pfleger Eckard Mickisch hofft, dass "Diana" wieder ganz gesund wird. Bild: gis
von Gisela KuhbandnerProfil

Dort hatte "Diana" vermutlich Tauben entdeckt. Im Fall verfing sie sich in Ästen, konnte sich somit nicht drehen und prallte unglücklich auf dem Boden auf. Mickisch hielt sich in der Nähe auf, so dass er das verletzte Tier gleich entdeckte. Es stellte sich heraus, dass "Diana" einen Zwerchfellriss hatte.

Drei Stunden lang wurde sie in Landsberg von einer Spezialistin operiert. "Wenn sie das nächste Wochenende geschafft hat, haben wir schon sehr viel gewonnen", sagt Mickisch, der sich wegen der Großkatze halbe Nächte um die Ohren schlägt. Schon früh um halb sechs Uhr ist er da, um nach ihr zu sehen.

Für unsere Redaktion sperrte der Pfleger, der ein überaus großes Herz für seine Tiere hat, das Gehege auf, um mit ihm zusammen ein Stück weit auf leisen Sohlen den Luchs zu suchen. Möglich ist das durch einen Peilsender, mit dem "Diana" ausgestattet wurde und nötig, um nach dem Tier zu schauen und ihm aus kurzer Entfernung Nahrung zuzuwerfen. Darin hat Mickisch auch Antibiotika für das Tier verpackt, die der Luchs mühelos schluckte.

"Charles" ist immer bei "Diana"

Und noch eine schon fast sentimental anmutende Geschichte, die selbst den erfahrenen Tierexperten verblüfft. "Charles", das zweieinhalbjährige Luchs-Männchen weicht ihr kaum von der Seite, bleibt zumindest in "Dianas" unmittelbarer Nähe. Wenn das Luchs-Mädchen im Pfahlbau liegt, sitzt "Charles" auf der Terrasse. "In der freien Natur", sagt Mickisch, "spielt sich das ganz anders ab. Da sind die Luchse nur während der Paarungszeit zusammen, gehen dann wieder eigene Wege." Und schon wegen "Charles" wünscht er sich, dass "Diana" bald wieder ganz gesund ist: "Ich weiß nicht, was sonst mit ihm werden würde."

Inzwischen ist Mikisch sicher: "Es geht aufwärts." Am Donnerstag hatte "Diana" erstmals wieder richtig großen Hunger: "Sie hat 15 Küken und ein Rehherz verdrückt", freut sich der Tierpfleger.

Eine Sonderseite über den Wildpark Mehlmeisel erscheint am Samstag, 16.8.2014, im NT-Magazin, Seite 43.

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