14.08.2014 - 00:00 Uhr
MehlmeiselOberpfalz

Richard Ehlich sorgt seit 25 Jahren für reibungslosen Ablauf des "Hammricher Frauentags" Herr der Stände

"Wir sind wie eine große Familie", sagt Richard Ehlich und strahlt über das ganze Gesicht. Und wenn am Freitag, 15. August, Unterlind den Hammricher Frauentag feiert, hat auch er Grund zu feiern. Für ihn ist der Tag mit Festgottesdienst und Kräuterweihe, buntem Markttreiben und Hunderten von Besuchern ein Jubiläum.

von Gisela KuhbandnerProfil

Seit 25 Jahren betreut der Bauhofleiter der Gemeinde, die "Hammerkirwa" aus vollem Herzen und mit viel Spaß. Den Job hat er einst von Alfons Prechtl übernommen. Je nach Wetterlage erwartet er 70 bis 80 Fieranten. "Und alle freuen sich, wenn sie mich wieder sehen und umgekehrt ist es genauso." Neue Gesichter werden sofort integriert - spätestens am Frühstückstisch in der Küche beim "Beckn", der gastfreundlichen Bäckerei Bauer. Geboten wird alles, was das Herz begehrt, eine kunterbunte Palette von A wie Armband bis Z wie Zuckersüßes.

Zentrumsnah

Ehlichs Arbeit beginnt schon drei Tage vor dem Fest. Anhand der Anmeldeliste misst er die Plätze aus, teilt ein, spritzt die Nummern an. Am Feiertag selbst ist er schon um 5 Uhr auf den Beinen. Da muss er die Schilder für die Umleitung aufstellen, immerhin ist die Staatsstraße von Brand nach Fichtelberg betroffen. Gegen 6 Uhr treffen die ersten Anbieter ein, die bis aus Bad Kissingen und Schweinfurt anreisen. Diejenigen, die jedes Jahr dabei sind, wollen traditionsgemäß wieder den gleichen Stellplatz, möglichst im Zentrum des Markts. Neue oder unangemeldete ("auch sie bekommen immer einen Platz") werden eingewiesen. Und da ist stets Zeit für eine Plauderei oder einen kleinen Scherz, zur Not mit Händen und Füßen, wenn ausländische Fieranten Probleme mit der deutschen Sprache haben.

"Guten Morgen, Markmeester", begrüßen die fränkischen Fieranten den Bauhofleiter oder "wenn wir Dich sehen, dann wissen wir schon, dass der Tag gut läuft". Wenn der Kirchenzug vorbei ist, kassiert Richard Ehlich, unterstützt von Peter Lautenbacher, die Platzmiete. "Mittlerweile kommen fast alle Anbieter mit eigenen Verkaufswägen, erzählt er. Das war nicht immer so. Früher stellte der Bauhof ein paar Tage vorher schon etliche Stände auf, heute nur noch für einen einzigen Anbieter. Früher, da brauchten die Fieranten kaum Strom, erinnert sich Ehlich.

Auch das habe sich geändert: Anwohner helfen hier aus. Patschnass sei er während seiner Arbeit schon einige Male geworden, lacht Ehlich, aber er kann sich nicht erinnern, dass die Kirwa einmal ausfiel oder vorzeitig wegen schlechten Wetters abgebrochen werden musste. Am Nachmittag, wenn die Arbeit getan ist, schlendert Richard Ehlich ganz privat mit Ehefrau Ulrike durch den Markt, um zu schauen, zu kaufen, Leute zu treffen und den Hammricher Frauentag mitzufeiern, der in all den Jahren nichts verloren hat von seinem Charme, seiner Attraktivität und vor allem von seinem eigentlichen Sinn, der Verehrung der Mutter Gottes im Hammerkirchl.

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