11.07.2017 - 20:00 Uhr
MitterteichOberpfalz

Rudolf Jäger zeigt seine Malereien Aquarelle zum Verlieben

Seine pastellfarbenen "Stadtlandschaften" unterstrichen den sommerlich-luftigen Charakter der Vernissage: Mit seinen Malereien beeindruckte Rudolf Jäger jetzt die zahlreichen Gäste in "The Living Gallery"

Rudolf Jäger ist einer jener Künstler, der nichts in seine Werke hineininterpretieren möchte. Das zeichnet ihn aus, denn es reicht ihm, wenn seine Fans und Betrachter die Aquarelle einfach nur gerne anschauen.
von Ulla Britta BaumerProfil

Kaum ist die erste Ausstellung mit Robin Sèur verklungen, konnten Stefan Reiter und seine Frau Gisela Fanck-Reiter bereits zur nächsten Präsentation in die neue Mitterteicher Kulturplattform einladen. Das Galeristen-Ehepaar präsentierte mit Rudolf Jäger, der seit über 20 Jahren malt und dabei die Aquarelldarstellung favorisiert, den zweiten großen Aussteller.

Rudolf Jäger ist freilich kein Unbekannter. Als Mitglied des Kunstvereins Tirschenreuth und in Einzeldarstellungen hat er bereits mehrmals im In- und Ausland seine Werke gezeigt. Umso größer war auch das Publikum, das in lockerer Sommeratmosphäre die luftig-pastellfarbenen Werke betrachtete. Dazu muss gesagt werden, dass sich die Mitterteicher Galerie aufgrund ihrer sehr dezenten Einrichtung auch diesmal wieder hervorragend eignet, künstlerische Schaffenskraft in ansprechendes Licht zu rücken.

Nun ist Jäger selbst zwar ein Mann, der gerne und mit enormer Begabung zum Pinsel greift, um ein schönes Haus, eine Sehenswürdigkeit, eine Kirche oder einen Gebäudekomplex auf die Leinwand zu bringen. Aber ein Mann der großen Worte ist er nicht. Deshalb übernahm Stefan Reiter für seinen Freund, den er - wie er extra betonte - seit 48 Jahren kenne und schätze, die Laudatio. Ganz "ungeschoren" kam Jäger aber dennoch nicht davon. Der Laudator wollte von ihm wissen, warum er Aquarelle malt, wie lange er das praktiziert, wie er seine Motive findet und vieles mehr.

Natürlich war das Publikum sehr gespannt auf die Antworten. "Ich will immer gleich wieder fertig werden. Und das geht mit Wasserfarben am besten", lautete nur eine der humorvollen Antworten des Künstlers. Gerne erzählte Jäger Anekdoten aus seinem Malerleben. Etwa wie er bei Reisen in Europa, in seinem Lieblingsurlaubsland Sri Lanka oder in der Heimat immer mit seinem Skizzenblock "bewaffnet" unterwegs sei, um ja kein schönes Motiv zu versäumen.

Anhand einiger Gemälde, darunter der Klettnersturm in Tirschenreuth ebenso wie farbenfrohe Straßenzüge in Asiens Metropolen, erklärte der 66-jährige Tirschenreuther seinen Gästen zudem, wie er das eine oder andere Motiv ganz nach künstlerischer Freiheit fertigt. Oder was ihn an Sri Lanka derart fasziniert, dass er es auf Leinwände bannt. Jäger dankte den vielen Gasten sehr für ihr Kommen. Mit einem derartigen Interesse habe gar nicht gerechnet.

Dann ließ er es gut sein mit Reden, schließlich sollte das gemütliche Beisammensein ebenfalls ausreichend Raum an diesem schönen Sommerabend bekommen. "Und ihr müsst auch wirklich nicht nach besonderen Beweggründen oder dem tieferen Sinn meiner Bilder suchen. Schaut sie euch einfach an. Sie sind wie sie sind", setzte Jäger genau das richtige Schlusswort, auf das scheinbar alle geradezu gewartet haben. Schließlich gibt es komplizierte Denk-Aufgaben über "Sein und Nicht-Sein" in der Kunst mehr als genug.

Die Ausstellung von Rudolf Jäger in "The Living Gallery" kann bis zum 25. August von Montag bis Donnerstag von 9 bis 17 Uhr sowie freitags von 9 bis 12 Uhr besichtigt werden.

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