05.09.2017 - 20:00 Uhr
MitterteichOberpfalz

Vollbesetzte Christuskirche bei Konzert der Kreismusikschule Klezmer in Bavaria

Mehr als beeindruckend war das Klezmerkonzert "Klez & Mehr" in der Christuskirche. Vaclav Eichler, Franka Plößner, Daniel Zaus, Aaron Gresik und Rainer Zaus boten abwechslungsreiche Musik bester Güte.

"Klez & Mehr" war ein ganz besonderes Konzert mit der Band der Kreismusikschule in der Christuskirche umschrieben. Vaclav Eichler, Rainer Zaus, Aaron Gresik (verdeckt), Franka Plößner und Daniel Zaus (von links) boten jüdische Festtags- und Tanzmusik. Bild: jr
von Josef RosnerProfil

Die Musiker der Kreismusikschule ließen am Samstagabend jüdische Festtags- und Tanzmusik erklingen - mal melancholisch, dann wieder stimmungsvoll und heiter. Das gut zweistündige Konzert fand viel Beifall bei den Zuhörern.

"Die Musiker haben sich dieses volle Haus verdient", sagte Pfarrer Martin Schlenk in seiner Begrüßung. Auch sein katholischer Kollege Anton Witt ließ sich das Konzert nicht entgehen. Schlenk wünschte viel Vergnügen und beste Unterhaltung. Dafür sorgten dann die Musiker. Franka Plößner, ein herausragendes Musiktalent aus Plößberg, führte durch den Abend. Sie dankte der evangelischen Kirchengemeinde, dass sie der Klezmerband der Kreismusikschule diese Bühne bietet. Gleich beim ersten Stück "Badeken di kallah" wurde die Freude an der jüdischen Musik hörbar. Das Stück stammt aus dem Repertoire von Giora Feidman, dem wohl berühmtesten Klarinettisten der Klezmerszene. Im Anschluss war das Stück "Hopke", zu hören, ein ukrainischer Tanz.

"Klezmermusik stand schon immer unter dem Einfluss sämtlicher Volksmusiken", kündigte Franka Plößner das nächste Stück "A Klezmer in Bavaria" an. Komponiert wurde es von Helmut Eisel und Giora Feidman. Viele Zuhörer trauten kaum ihren Ohren, als plötzlich altbekannte bayerische Klänge das Gotteshaus erfüllten. Weiter ging es mit dem "Mizva-Tanz", einem Stück, dass besonders bei religiösen Festen zu hören ist.

Getreu dem Motto des Konzerts "Klez & Mehr" hörten die Besucher im nächsten Stück "Nature Boy" Tangoklänge. Weiter ging es mit einem traditionellen jiddischen Tanz, ehe der Titel "7:40 A.M." erklang. Hier war Klezmermusik zu hören, die erzählenden Charakter hat. Die Ankunftszeit der Eisenbahn im "Shtetl" diente als Titel für diese Komposition. Weiter ging es mit "Niturim" und "Sholem alekhem rov Feidman", mal traditionell und mal modern. Beendet wurde der erste Teil des Konzerts mit "Le-chaim", einem Trinklied. Das passte zur Pause, in der sich die Besucher im Gemeindehaus bewirten ließen.

Eröffnet wurde der zweite Teil des Konzerts mit "Yoram's Freilach", einem Stück, das Helmut Eisel für einen Freund aus Israel geschrieben hat. Danach wurde es etwas stiller mit "The blessing nigun", einem Lied religiösen Ursprungs. Fortgesetzt wurde der Abend mit dem Tango "Canzone della strada" und einer weiteren Komposition von Helmut Eisel. Es folgte traditionelle Klezmermusik, ehe mit dem Stück "Forget the tears" auch schon das Programmende erreicht war.

"Wen jetzt die Sehnsucht gepackt hat, der darf uns auch gerne engagieren", wandte sich Franka Plößner ganz ungeniert ans Publikum, ehe mit einer Zugabe das Konzert endgültig ausklang. Alle Besucher waren sich einig, einen ganz besonderen Abend erlebt zu haben. Sie dankten den Akteuren, die erstaunliches Musikgefühl in ihre Darbietungen gelegt hatten, mit viel Beifall.

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