Begeisterte Besucher beim fünften Mitterteicher Faschingszug
Fest in Narrenhand

Lokales
Mitterteich
19.02.2012
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Fest in närrischer Hand war am Samstag die Innenstadt. Hunderte von Besuchern verfolgten den fünften Gaudiwurm, der sich durch die Straßen schlängelte. Das Organisationskomitee um den rührigen Vorsitzenden Michael Zintl hatte nicht zu viel versprochen.

Mit Böllerschüssen angekündigt und angeführt vom "Mitterteicher Bär" setzte sich der farbenfrohe Zug um 13.31 Uhr in Bewegung. Im Cabrio nahmen die Honoratioren der Stadt und der Faschingsvereinigung teil. Willi Schneider, Otto Weiß und Bürgermeister Roland Grillmeier winkten fleißig ihren "Untertanen" zu. Gut gelaunt grüßte das Prinzenpaar Christina I. und André I. das närrische Volk und warf Unmengen von Süßigkeiten aus.

Die hübsch herausgeputzte Kindergarde des ATS Mitterteich marschierte eifrig mit. "Nächster Halt Griechenland" nahm eine Gruppe die Euro-Krise auf die Schippe, mit im Umzug war Zeus sowie der "Boandlkramer", der bereit ist, das untergehende Griechenland aufzunehmen. Danach folgten furchteinflößende Hexen, die schon auskehrten.

Immer ein fröhliches Bild geben die Kinder ab. Sowohl das Hedwigsheim als auch der städtische Kindergarten hatten sich mit ihrer Maskierung viel Mühe gegeben. Die einen kamen als Clowns, die anderen als Blumenmädchen. "Wir entern Berlin" hieß es auf einem Faschingswagen, der die Piratenpartei darstellte, die wie Phönix aus der Asche emporstieg. "Die FDP in Wählernot, sitzen nur noch im Rettungsboot", lautete ein weiterer politischer Seitenhieb.
Den Mitterteicher Zug bereicherten Faschingsgesellschaften aus Waldeck, Tirschenreuth, Wiesau, Mähring und Wunsiedel. Letztere erhielten für ihre venezianischen Gewänder viel Beifall. "Das Tor war zu klein, drum blieb Rosamunde daheim" spielten die Mähringer darauf an, dass ihr Faschingswagen für den Umzug in Weiden zu groß war und sie deshalb absagen mussten.

"Hiroshima, Nagasaki, Tschernobyl, Fukushima, die Abstände werden immer kürzer - wir brauchen keine strahlende Zukunft", kam auch der Ernst der großen Politik mit all seinen Auswirkungen zur Sprache. "Klein-Herkules" ließ es sich derweil in einer Fußgruppe beschützt gutgehen, doch Erste Hilfe für Griechenland schien den Begleitern dringend notwendig. Eine Augenweide war die Showtanzgruppe "Phoenix" des TuS Mitterteich. Mit herausragenden Hebefiguren zeigten sie Teile ihrer exzellenten Inszenierung. Kräftig auf die Pauke schlug die "Feuerwehrkapelln" mit ihren starken Trommlern. Auch die Stadtkapelle Mitterteich mischte musikalisch mit. "Wo ist Kuh Yvonne", sorgte sich die Belegschaft eines Faschingswagens mit einem Jäger auf dem Hochsitz. Zur Sicherheit wurden einige Kühe, die am Straßenrand standen, "erlegt".
Frauenmangel scheint in Großensees herrschen, zumindest stand dies auf einem Motivwagen: Zum Scheunenfest der Feuerwehr "werden Landfrauen eingeladen, diese dann an den Mann geraten". Auf einem weiteren Wagen wurden die Stadträte als nickende Osterhasen bezeichnet - wer damit genau gemeint war, stand freilich nicht drauf. Viel Beifall belohnte die Umzugsteilnehmer für ihre Mühe. Anschließend feierte das Narrenvolk auf dem Marktplatz kräftig weiter, angefeuert von DJ Chris.
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