06.09.2014 - 00:00 Uhr
MitterteichOberpfalz

Flucht vor Krieg und Bedrohung - Asylbewerber in Mitterteich und Neusorg Traumatisiert und erschöpft

Bei der Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen sind deutschlandweit alle Landkreise gefordert. Vor einer Woche hatte auch das Landratsamt mit einem Aufruf weitere Unterbringungsmöglichkeiten gesucht. Jetzt werden etwa 20 Flüchtlinge in Mitterteich untergebracht. Die neuen Mitbürger stammen aus den Kriegsgebieten in Syrien und der Ukraine.

von Redaktion OnetzProfil

Bereits vor einigen Monaten hatte Landrat Wolfgang Lippert die Stadt Mitterteich informiert, dass etwa 20 Asylbewerber in der Martin-Zehendner-Straße in der ehemaligen Pension Eiglmeier untergebracht werden. Ein Bayreuther Unternehmen hatte das Gebäude erworben, der Regierung zur Unterbringung von Asylbewerbern angeboten und stellt hier auch zumindest eine gewisse Betreuung und Hausmeisterdienste. Hauptamtlich betreut werden die Menschen auch von der Caritas, wobei hier aber in der Zwischenzeit eine Kraft für 600 Menschen zuständig ist und nur bedingt zur Verfügung steht.

Aus Syrien und Ukraine

Vergangene Woche sind nun die ersten Familien aus der Ukraine und Syrien aus dem Auffanglager Zirndorf von der Regierung der Oberpfalz zugewiesen worden, weitere zwei Familien werden in den nächsten Tagen folgen. Es handelt sich dabei um Asylbewerber aus den Kriegsgebieten in Syrien und der Ukraine, vier Familien mit zehn Kindern zwischen 9 Monaten und 7 Jahren.

Die Stadt hat nach Bekanntwerden der Zuweisung Kontakt zur Arbeiterwohlfahrt aufgenommen, die bereits Erfahrungen mit der Organisation von Hilfe für die Flüchtlinge in Fuchsmühl gesammelt hat und auch die beiden Pfarrer informiert und um Unterstützung gebeten. AWO-Geschäftsführerin Angelika Würner hat zudem Kontakt zu den Familien aufgenommen, unkompliziert erste Dienste durchgeführt und Hilfe organisiert.

Helferkreis geplant

Unterstützt werden die Aktivitäten auch von den beiden Kirchen in Mitterteich, dem BRK, der KOKI des Landkreises Tirschenreuth und weiterer Stellen. Die Stadt und die AWO planen auch wie in Fuchsmühl einen Helferkreis für die Menschen zu organisieren. Es gilt hier vor allem auch Sprachunterricht für die Menschen anzubieten oder Notwendiges zu beschaffen. Besonders Fahrdienste sind wichtig, weil in Mitterteich nicht alles Notwendige, etwa Fachärzte, vorhanden ist. Wer hier diese Bemühungen unterstützen will kann sich bei der AWO, Frau Würner, Telefon 3888, oder auch bei der Stadt. Frau Rüth, Telefon 89111, sowie bei den beiden Pfarrern melden. Über weitere Möglichkeiten wird man informieren. Derzeit sind Stadt und Beteiligte auch bemüht, gemeinsam mit den beiden Kindergärten und der Grundschule die Kinder hier unterzubringen.

Bitte um Toleranz

Bürgermeister Roland Grillmeier und die beteiligten Organisationen bitten um Verständnis und Toleranz für die Menschen und die Notlage in der sie sich befinden.

Die Flüchtlinge sind zum Teil aufgrund für uns unvorstellbarer Ereignisse, vor Krieg und Bedrohung geflüchtet, zum Teil traumatisiert und aufgrund der oft monatelangen Flucht erschöpft. "Gerade die Lage der Kinder kann niemanden unberührt lassen", so Grillmeier.

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