Diskussion über Lkw-Transitverkehr
Sorge um Mehrbelastung

Werden Transit-Lkw im Falle einer Sperrung der Waldsassener Ortsdurchfahrt auf andere Routen ausweichen und verstärkt durch Mitterteich rollen? Nach Ansicht der Freien Wähler braucht es vor der Abzweigung der Staatsstraße 2176 bei Pechofen (Bild) zusätzlich zur bestehenden Beschilderung einen deutlichen Hinweis, so dass Lastwagen auf dem Weg zur A 93 nach links in Richtung Umgehung abbiegen, und nicht nach rechts nach Mitterteich. Bild: lnz
Politik
Mitterteich
12.09.2017
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Wie wird sich die geplante Sperrung der Waldsassener Ortsdurchfahrt für Transit-Lkw über 7,5 Tonnen auf andere Kommunen auswirken? Befürchtungen vor zusätzlichem Verkehr gibt es nicht nur in Tirschenreuth, sondern auch in Mitterteich.

Ernst Bayer (Freie Wähler) brachte das Thema in der Stadtratssitzung am Montagabend beim Punkt "Wünsche und Anregungen" auf den Tisch. Er sieht die Gefahr, dass Lastwagen von der Grenze aus auf eine Route über Münchenreuth und Konnersreuth ausweichen und dann an der Abzweigung bei Pechofen trotz der vorhandenen Beschilderung nicht nach links in Richtung B 299, sondern nach rechts nach Mitterteich abbiegen und mitten durch die Stadt auf die A 93 rollen. "Es wäre sinnvoll, noch ein Hinweisschild anzubringen."

Bürgermeister Roland Grillmeier erwiderte, dass im Zuge der Sperrung in Waldsassen geplant sei, den Transitverkehr weiträumig über Schirnding auf die Autobahn zu lenken. Allerdings bestätigte er mit Blick auf jüngste Erfahrungen mit Umleitungen im Raum Kemnath, dass Lastwagen durchaus auf enge Nebenstrecken ausweichen. "Die suchen sich ihren Weg." Während Andreas Kempf (CSU) bezweifelte, dass schwere Laster dauerhaft den Umweg über kleinere Straßen und Dörfer nehmen würden, hielt sein Fraktionskollege Dr. Achim Nemsow die Sorge Ernst Bayers für "nicht so abwegig".

Noch einen Schritt weiter will Freie-Wähler-Sprecher Bernhard Thoma gehen. Er regte an, dass sich die Stadt an den Antrag zur Sperrung in Waldsassen "dranhängen" sollte, um auch die Mitterteicher Ortsdurchfahrt für Transit-Lkw dicht zu machen. "Die nehmen sonst den Weg durch die Stadt, um abzukürzen", zeigte sich Thoma überzeugt. Im Erfolgsfall würden schwere Lastwagen aus dem gesamten Bereich zwischen der Ortseinfahrt in der Waldsassener Straße und der Kreuzung bei der Färbersbrücke verbannt.

Bürgermeister Grillmeier kündigte an, ein weiteres Schild an der Abzweigung zu beantragen. Allerdings hielt er es für nahezu ausgeschlossen, dass die übergeordneten Behörden einem weitergehenden Antrag zustimmen würden, wie ihn Thoma fordert: "Die werden uns nicht die Ortsdurchfahrt sperren."

Auf Nachfrage der Oberpfalz- Medien erklärte Roland Grillmeier am Dienstag, dass die Stadt seit etwa einem Jahr Gespräche mit dem Staatlichen Straßenbauamt über die Übernahme der innerörtlichen Staatsstraße führe. Weil es noch einigen Klärungsbedarf gebe - etwa im Hinblick auf Fahrbahn-Zustand und mögliche Erneuerungsmaßnahmen - sei erst 2018 oder 2019 mit einer Vereinbarung zu rechnen. "Wenn uns die Straße gehört, können wir sie natürlich für Lastwagen sperren."

Positiv bewertete der Bürgermeister in der Stadtrats-Diskussion, dass kaum mehr schwere Lastwagen durch Großensterz fahren, um abzukürzen. Gespräche auf Landkreisebene mit Unternehmern hätten gefruchtet. Dafür gebe es aber Beschwerden von Anliegern der Staats- und Bundesstraßen über die Zunahme des Verkehrs. "Irgendwo muss der Verkehr halt fließen", gab Grillmeier zu bedenken. Und die große Zahl an Lastwagen zeige eben auch, dass es den Betrieben gut gehe.

Abzuwarten ist laut Grillmeier in Bezug auf mögliche Straßensperrungen, in welchem Umfang Ausnahmegenehmigungen erteilt werden. Das Thema Verkehr werde die Stadt und die ganze Region jedenfalls weiter beschäftigen. "Es bleibt spannend."
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