06.04.2018 - 20:00 Uhr
MitterteichOberpfalz

Offensive gegen Leerstände

Dauerleerstände und unansehnliche Häuser soll es, geht es nach den Vorstellungen des Bürgermeisters, in Mitterteich zukünftig nicht mehr geben. Roland Grillmeier spricht über bereits verwirklichte Projekte und einige Visionen.

Bürgermeister Roland Grillmeier (rechts) und Bauamtsleiter Thomas Grillmeier vor zwei alten Häusern am Johannisplatz: Fest steht, dass hier städtebaulich etwas passieren soll - was genau, ist noch offen. Bild: Grüner
von Norbert Grüner Kontakt Profil

"Wir werden unsere Chancen nutzen und Förderprogramme wie die Nordostbayern-Offensive oder die Möglichkeiten des Stadtumbaus West nutzen und mit deren Hilfe die Stadt fit machen", erklärt Roland Grillmeier. Immerhin gebe es im Rahmen der Nordostbayern-Offensive nun vier Jahre lang eine 90-Prozent-Förderung für Gebäude-Rückbau und Neuausrichtung. "Unter diesem Aspekt haben wir bereits einige Projekte identifiziert."

Wohnblocks verschwinden

In der Zanklgartenstraße reißt die Kewog in Kürze vier alte Wohnblöcke ab, danach übernimmt die Stadt das Areal. Rund 300 000 Euro investiert die Stadt, um diesen neuen innerörtlichen Freiraum zu bekommen. "Die Vorbereitungen dafür laufen bereits seit einigen Jahren", informiert das Stadtoberhaupt. Die vier unbewohnten Häuser würden eigentlich perfekt ins Nordostbayern-Programm passen, bei dem es darum geht, Wohnraum, der nicht mehr sanierbar ist, zu eliminieren und am gleichen Ort öffentlichen Raum zu schaffen. Trotzdem werde die Stadt hier keinen Förderantrag stellen, weil noch zwei andere Möglichkeiten für eine neue Nutzung im Raum stehen. Zum einen habe ein privater Investor Interesse an dem Objekt gezeigt, der auf dem Sektor des alters- und generationsübergreifenden Wohnens erfolgreich ist. Eine andere Option wäre, in dem Bereich eine neue Wohnbausiedlung zu realisieren. Was hier letztendlich in der Zanklgartenstraße geschehen wird, bleibe vorerst noch offen, so Grillmeier. Auch weil es schnell gehen soll, werde kein Förderprogramm genutzt. Weitere Überlegungen in eine ähnliche Richtung gibt es für Siedlungsbauten aus den 1950er-Jahren am Robert-Lindig-Platz. Diese seien derzeit nur noch zu 20 Prozent bewohnt, so Grillmeier. Auch hier sei ein Ankauf das Ziel. Was dann folgen würde, sei noch unklar.

In jedem Fall gelte, dass zur Veränderung des Gesichtes der Stadt je nach Maßnahme Anpassungen nötig seien, um Förderprogramme optimal nutzen zu können. Bereits vor drei Jahren wurden in der Kohllohstraße zwei alte Häuser entfernt und auf der freigewordenen Fläche 20 öffentliche Parkplätze nahe der Grundschule geschaffen. Das ehemalige Postgebäude aus den 1960er-Jahren hat die Stadt über die Stadtentwicklungsgesellschaft, die unter anderem zu diesem Zweck gegründet worden ist, ebenfalls ohne Fördermittel saniert. Das Erdgeschoss nutzt weiterhin die Post, in den oberen Stockwerken sind ein Steuerberater, ein Physiotherapeut und Wohnungen untergebracht.

Privatleute ins Boot holen

Vor drei Jahren habe man begonnen, auch den Innenstadtbereich auf Missstände wie Leerstand und Sanierungsbedarf unter die Lupe zu nehmen. Quasi eine Bestandsaufnahme, die zeigen soll, was man verbessern kann und wie sich auch Privatleute mit ins Boot holen lassen, die dann mit Hilfe bestimmter Förderprogramme ihre eigenen Häuser sanieren. Gespräche seien hier am Laufen. Bei der damaligen Begutachtung seien etwa 15 Objekte aufgefallen, vornehmlich in Privathand.

Der Bürgermeister will die Stadt in den kommenden fünf Jahren unter diesen Gesichtspunkten bedarfsgerecht umgestalten. "Dazu gehört auch, Häuser, die nicht mehr gebraucht werden, wegzunehmen, um Neues zu ermöglichen."

Für den Erwerb von leerstehenden Objekten im Rahmen der Städtebauförderung sind nach aktuellen Planungen allein im Haushalt 2018 rund 730 000 Euro veranschlagt, wobei der Eigenanteil der Stadt bei knapp 180 000 Euro liegt.

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