Thorsten Hoschopf über Kanada
Alles nur Fassade

"Viele der Lebensmittel sehen nach zwei Wochen immer noch so aus wie am ersten Tag." Zitat: Thorsten Hoschopf
Politik
Mitterteich
06.12.2016
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"Bei uns gibt es das qualitativ hochwertigste Essen", sagt Thorsten Hoschopf über die bayernweit geltenden hohen Lebensmittel-Standards. In Kanada dagegen müsse Essen nur super fürs Auge aussehen. "Was sich dahinter verbirgt, ist denen komplett egal."

Auf Einladung des Vereins "GeDaMit" ("Gegen Demokratieabbau Mitterteich") sprach der gebürtige Konnersreuther im Gasthof "Bayerischer Hof". Der 35-Jährige arbeitete von 2007 bis 2015 in der kanadischen Stadt Banff in einem großen Hotel. Seit kurzem wirkt er als Gastronom am Campingplatz am Gaisweiher bei Floß. Jetzt berichtete er von seinen Erfahrungen - auch e im Zusammenhang mit TTIP und Tisa .

Ammoniak im Hackfleisch

Für den Veranstalter machte Hans Lugert deutlich, dass Kanada weltweit auf dem dritten Platz bei den genmanipulierten Lebensmitteln steht. Diese, sagte Thorsten Hoschopf wenig später, betreffen den Menschen: Tierversuche hätten negative Begleiterscheinungen gezeigt; Einflüsse auf den Menschen seien sicher. Laut Hoschopf, der in Waldsassen als Koch einen Ausbildung machte, sind Lebensmittel in Kanada zwar sehr teuer aber in der Qualität sehr schlecht. Der Großteil der Lebensmittel in Kanada und den USA seien gentechnisch verändert - etwa Mais, Raps und Soja. "Viele der Lebensmittel sehen nach zwei Wochen immer noch so aus wie am ersten Tag." Hackfleischprodukte seien mit Ammoniak versetzt. "Sie sehen dort das schönste Rinderfilet, aber dies ist keine Qualität.

Keine Nachhaltigkeit

Zu Zuhörer erfuhren auch etwas vom Leben in Kanada. Minustemperaturen von bis zu 40 C° seien keine Seltenheit; doch Fenster und Wände wären kaum wärmegedämmt. "Heizung und Strom sind dort sehr billig, deshalb herrscht dort auch große Verschwendungssucht." So sind die Hotels in Banff, einer Touristenhochburg mit einer Million Besuchern im Jahr, nach zehn Jahren abgewohnt. "Dort wird nur billig gebaut, es gibt keine Nachhaltigkeit".

"Kanada beutet sein eigenes Land aus, aber sie stellen rein gar nichts her. Kleidung und sonstige Waren werden nur auf Kurzlebigkeit produziert." So ist die Provinz Alberto, eine Fläche halb so groß wie Deutschland, total verwüstet. Viele der dort lebenden Menschen seien an Leukämie erkrankt. "Kanada und die USA machen sich keine Gedanken über die Umwelt. So gibt es auch keine Mülltrennung wie bei uns, aber Plastikabfälle en masse". Hoschopf malte ein düsteres Bild von der dortigen Gesellschaft. Atemberaubend sei die Natur. "Allerdings ist dies nur Fassade". Hoschopf antwortete auch auf Fragen der Zuhörer. So gibt es in den Restaurants viele Produkte ohne Milch und Mehl. Wer diese Produkte haben will, müsse sie extra bestellen. Viele Kanadier reagierten auf diese Produkte allergisch. Am meisten gentechnisch verändert ist nach seiner Ansicht nach der Mais, eines der Grundnahrungsmittel. Auch Lachse seien genmanipuliert. "Nur so ist es zu erklären, dass sie innerhalb eines Jahres in einer Zuchtfarm so große Dinger sind." Lediglich kanadisches Rindfleisch sei hormonfrei, war der Sprecher überzeugt.

Qualität beim Metzger

Hans Lugert befürchtet nicht ganz zu Unrecht, dass, sollte TTIP kommen, auch bei uns bald genmanipulierte Lebensmittel auf den Tisch kommen, weil diese nicht ausgewiesen werden, dass sie gentechnisch verändert sind. Es fehle da einfach die Kennzeichnungspflicht gegenüber dem Verbraucher. 2. Bürgermeister Stefan Grillmeier sagte: "Der Verbraucher legt großen Wert auf Qualität. Das Freihandelsabkommen versucht dieses zu untergraben". Egbert Vollath sah Bauern und Verbraucher als die großen Verlierer von TTIP und Ceta-Abkommen. Grillmeier sagte, beim Einkauf beim heimischen Metzger seien die Chancen am größten gesunde und hochwertige Lebensmittel zu bekommen - eine Aussage, die Hoschopf gerne bestätigte.

Viele der Lebensmittel sehen nach zwei Wochen immer noch so aus wie am ersten Tag.Thorsten Hoschopf
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