Mitterteichs Macher Roland Eckert zieht Bilanz
Das Darmstadt der Landesliga

SV-Vorsitzender Roland Eckert (rechts) bleibt trotz der latenten Abstiegsgefahr cool. Er vertraut darauf, dass das neue Spielsystem von Coach Andreas Lang in der Restserie greift. Bilder: Gebert, Cyris
Sport
Mitterteich
12.01.2017
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SV-Vorsitzender Roland Eckert (rechts) bleibt trotz der latenten Abstiegsgefahr cool. Er vertraut darauf, dass das neue Spielsystem von Coach Andreas Lang in der Restserie greift. Bilder: Gebert, Cyris

Für den SV Mitterteich ist es das erwartet schwere Unterfangen: Gegen die finanzstarken Kontrahenten aus dem Ballungszentrum Nürnberg/Erlangen müssen sich die Stiftländer strecken, um den Klassenerhalt in der Landesliga Nordost einzutüten. Vorsitzender Roland Eckert hofft, dass die Umstellungen des neuen Trainers Andreas Lang in der Restserie Früchte tragen.

So wirklich überrascht ist Eckert nicht, dass der SV Mitterteich zur Winterpause der Saison 2016/17 nur knapp über dem Strich steht. "Unsere strukturellen Voraussetzungen im Stiftland sind eben beschränkt. Dagegen zehren die Vereine aus dem Nürnberger Land von einem schier unerschöpflichen Fundus an talentierten Fußballern", sagt der Mitterteicher Macher. Und mit den zur Verfügung stehenden Mitteln versuche der SV eben Jahr für Jahr das Optimum herauszuholen. Der SVM ist in der Landesliga so etwas, wie Darmstadt in der Bundesliga.

Doch Eckert sieht auch noch andere Gründe, weswegen es mit dem "Traum vom einstelligen Tabellenplatz zu Weihnachten" nicht geklappt hat. "Unser neuer Trainer Andreas Lang hat das System umgestellt. Wir müssen so ehrlich sein und uns eingestehen, dass dieser Prozess noch nicht abgeschlossen ist." Sowohl Vorgänger Reinhold Schlecht als auch sein junger Nachfolger seien "qualifizierte Übungsleiter und nicht miteinander vergleichbar". Doch die Vorstellungen, wie sie den SVM aufs Feld schicken, unterschieden sich enorm. "Unter Schlecht hieß es immer: 'Hinten muss die Null stehen und vorne hilft der liebe Gott.' Daher zeichnete uns jahrelang eine stabile Defensive aus."

Spielerische Lösungen

Lang zähle stattdessen zur jüngeren Trainergeneration, die mehr taktische Variationen einbaut und den Fokus auf spielerische Lösungen legt. "Andi weiß selbst, wo es in unserem Spiel noch hakt und wird im Winter die Hebel entsprechend ansetzen", ist Eckert überzeugt. Aktuell klaffe noch eine Lücke zwischen der Theorie an der Taktiktafel und der Praxis auf dem Platz.

Ab 21. Januar bittet Lang seine Schützlinge wieder auf den Platz und wird an deren Fitness feilen. "Er hat ein umfangreiches Programm zusammengestellt, ehe es bereits am 25. Februar bei Quelle Fürth auf Kunstrasen wieder um Landesliga-Punkte geht." Um den unberechenbaren Wetterkapriolen im Stiftland auszuweichen, trainieren die Mitterteicher in der Halle, im Soccerpark in Hof, gehen zum Spinning ins Fitnessstudio und messen sich auf Kunstrasen in Hof und in Tschechien mit namhaften Gegnern: Unter anderem geht es gegen den Regionalligisten SpVgg Bayern Hof und den Ligakonkurrenten SpVgg Selbitz. Eckert hofft, dass mit dem Neustart auch die eklatante Heimschwäche der Vergangenheit angehört. Sechs Pleiten bei acht Auftritten - so lautet die magere Bilanz bisher. "Das sieht alles nicht so schlecht aus. Allerdings haben wir enorme Probleme, wenn wir gezwungen sind, das Spiel selbst zu gestalten", analysiert der SV-Boss. Bei den Heimpleiten gegen Selbitz oder Röslau hätten Kleinigkeiten den Ausschlag zuungunsten der Stiftländer gegeben.

"Wir sind zu Hause zu ängstlich, gehen nicht energisch genug in die Zweikämpfe. Wir müssen daheim endlich mal unser Auswärts-Gesicht zeigen", fordert Eckert eine andere Einstellung. In der Fremde (hier stehen je vier Siege und Niederlagen sowie drei Remis zu Buche) läuft es für die Lang-Elf dagegen überraschend gut. "Oftmals hatten wir dort auch das nötige Quäntchen Glück, das uns zu Hause abging", räumt Eckert ein.

Je ein Zu- und Abgang

Mit dem Auftakt in Fürth, daheim gegen den FSV Bayreuth sowie dem Gastspiel bei Erlangen-Bruck soll die Basis für den Ligaverbleib gelegt werden. "Das ist das einzige, das zählt." Richten soll es der Kader, der bis auf Neuzugang Kevin Krassa (kam aus Wunsiedel) und Abgang Justin Göhlert (zum ZV Thierstein) unverändert geblieben ist.

"Wir halten die Augen offen und sind gesprächsbereit. Stand jetzt wird sich aber nichts mehr tun", vertraut Eckert weiter in die Fähigkeiten der Grün-Weißen - und in die Kompetenz des neuen Trainers Andreas Lang.

Unter Schlecht hieß es immer: 'Hinten muss die Null stehen und vorne hilft der liebe Gott.'Mitterteichs Vorsitzender Roland Eckert
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