11.03.2018 - 20:00 Uhr
Mitterteich

Arbeitskreis Heimatpflege will weiter forschen Villa einst ein Wirtshaus

Das stattliche Anwesen gehört einige Jahre Engländern: Während dieser Zeit wohnen darin die Direktoren der Porzellanfabrik und in späterer Zeit Prokuristen der Firma.

Von der einstigen Villa der Porzellanfabrik ist diese Ansichtskarte erhalten. Leider lässt sich nur noch das Wort Gartenwirtschaft entziffern. Repro: wmr
von Redaktion OnetzProfil

"Mitterteicher Gastlichkeit" ist derzeit das Thema im Erzählcafé des Arbeitskreises Heimatpflege (wir berichteten). Im Gegensatz zu heute gab es früher viel mehr Gaststätten. So wurde bei der jüngsten Zusammenkunft ein Bild von einer früheren Gartenwirtschaft in der Tirschenreuther Straße 11 gezeigt.

Die Besucher waren völlig überrascht. Niemand wusste, dass hier einst ein Wirtshaus betrieben wurde. Dieses Haus, auch als Villa der Porzellanfabrik bezeichnet, wurde 1894 erbaut. Das Haus gehörte zur Porzellanfabrik. 1895 verkaufte Ludwig Lindner, der damalige Besitzer der Fabrik, das Unternehmen samt diesem Haus an die englische Firma Mosanik Pottery Max Emmanuel & Co. 1916 ordnete der deutsche Reichskanzler die Liquidation des im Inland befindlichen ausländischen Vermögens an. Es herrschte der Erste Weltkrieg und England war damals der Feind. Diese Verordnung traf auch die Mitterteicher Porzellanfabrik, dessen Direktor Albert Pappenheimer war. Das bayerische Staatsministerium bestimmte dann Mitterteicher Interessenten für das Vorkaufsrecht der Fabrik.

Während der Zeit, als das Haus den Engländern gehörte, wohnten in dem Haus in der Tirschenreuther Straße die Direktoren Sorge, Molwitz, Levy, Grießhammer und in jüngster Zeit die Prokuristen Freitag und Jüttner der Porzellanfirma. Heute ist das Haus im Privatbesitz.

Wann nun dieses Gebäude als Wirtshaus mit Gartenwirtschaft genutzt wurde, konnte niemand sagen. Für den Arbeitskreis wäre es nun wichtig zu wissen, ob noch jemand über deren Existenz Bescheid weiß, oder vielleicht eine alte Rechnung, Quittung oder ähnliches besitzt. Ähnliche Probleme gibt es über das Café Lindner, das in der Bachstraße bestand. Es soll das Stammlokal der Fußballmannschaft des Sportvereins Mitterteich gewesen sein. Auch darüber hätte der Arbeitskreis gern nähere Informationen oder vielleicht Bilder. Da es noch viele Gasthäuser gibt, von denen bisher noch nichts berichtet wurde, wird die Reihe des Erzählcafés im nächsten Winterhalbjahr fortgesetzt. In der Zwischenzeit sammelt der Arbeitskreis fleißig weiter Material.

Arbeitskreis plant Buchveröffentlichung

Die interessante Geschichte dieser Häuser, deren Pächter und Inhaber möchte der "Arbeitskreis Heimatpflege" in einem Buch festhalten. Dazu ist aber die Mithilfe der Bevölkerung notwendig. Ansprechpartner für Gewährsleute beim Arbeitskreis sind Monika Beer-Helm, Vorsitzender Werner Männer oder Erhard Sommer. (wmr)

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