27.06.2017 - 20:00 Uhr
MitterteichOberpfalz

Betreutes Wohnen feiert Geburtstag So selbstständig wie möglich

Schon früh erkannte man in Mitterteich die wachsende Bedeutung einer guten Seniorenversorgung. Als Pionier in Sachen Betreutes Wohnen existiert die Anlage am Dennerleinplatz seit 20 Jahren. 1997 war Richtfest.

Beim Festakt dabei waren (von links) Hannelore Bienlein-Holl, Alois Häckl, Bürgermeister Roland Grillmeier, Angelika Würner, MdL Annette Karl, AWO-Bezirksvorsitzender Siegfried Depold und AWO-Kreisvorsitzender Thomas Döhler; vorne Angela Wildenauer, eine Mieterin der ersten Stunde. Bilder: jr (2)
von Josef RosnerProfil

(jr) Mit einem Festakt und einem Tag der offenen Tür feierten die Ehrengäste am Samstag mit den Bewohnern Geburtstag. Viele Besucher nutzten die Möglichkeit, einen Blick in die Wohnungen zu werfen, die derzeit alle ausgebucht sind. "So viel Selbständigkeit wie möglich, so viel Hilfe wie nötig", gab Alois Häckl als immer noch gültige Grundidee vor. Der damalige Vorstand der Raiffeisenbank Mitterteich hatte die Idee, vor Ort ein Betreutes Wohnens einzurichten: "Damals wie heute ist diese Wohnform aktuell."

"Die Wohnanlage Betreutes Wohnen war der Startpunkt für das Wachsen der Arbeiterwohlfahrt", dankte AWO-Kreisvorsitzender Thomas Döhler Ideengeber Alois Häckl. Döhler informierte, dass die Raiffeisenbank im Stiftland derzeit die Einrichtung einer zweiten Wohnanlage für Mitterteich prüft. Dank galt der früheren AWO-Geschäftsführerin Hannelore Bienlein-Holl, die damals schon die Zeichen der Zeit erkannte und die AWO auf eine breitere Basis stellte. "Heute arbeiten über 100 Menschen bei der Arbeiterwohlfahrt, unser Kreisverband zählt mehr als 1000 Mitglieder", sagte der Vorsitzende mit Stolz.

Alois Häckl blickte auf die Anfänge des Betreuten Wohnens in Mitterteich zurück und stellte fest, dass diese Anlage der Stadt gut getan hat. Er habe damals eine Lücke erkannt, die er gemeinsam mit dem Bauunternehmen Schuster aus Konnersreuth und der Arbeiterwohlfahrt geschlossen habe. Eine Wohnung kostete damals zwischen 150 000 und 250 000 Mark. "Im Nachhinein war die Entscheidung zum Bau mutig, hat sich aber als richtig erwiesen", sagte der damalige Bankchef. Der Verkauf der Wohnungen sei nicht ganz einfach gewesen. "Aber wir haben es geschafft, alle loszubringen."

Chance erkannt

Am 21. Juli 1999 war die offizielle Einweihung der Wohnanlage. Dank zollte Häckl der Arbeiterwohlfahrt, die den Senioren viele Leistungen anbietet. Landtagsabgeordnete Annette Karl lobte die Idee, die nicht nur geboren, sondern auch umgesetzt wurde. "Es gibt nichts Besseres, als selbstbestimmt im Alter leben zu können. Das Betreute Wohnen war eine Lücke, die geschlossen wurde." Dank galt Hannelore Bienlein-Holl, die diese Chance erkannt und zugepackt hat: "Was du geleistet hast, prägt noch heute die Stadt Mitterteich und den Landkreis", sagte die SPD-Politikerin. Der Arbeiterwohlfahrt bescheinigte sie eine starke Arbeit und lud das Team um AWO-Geschäftsführerin Angelika Würner zu einem Besuch in den Landtag ein.

"Für uns ist heute ein besonderer Tag, eine Idee feiert Geburtstag", freute sich Bürgermeister Roland Grillmeier. Er sah im Bau der Wohnanlage den Start für eine sozialere Stadt Mitterteich. "Unser Ziel ist es, diese Idee in der Zukunft weiterzuentwickeln. Ich hoffe hier auch auf kommunale Unterstützung", wünschte sich Grillmeier ein neues Projekt Betreutes Wohnen. Dank galt der Arbeiterwohlfahrt: "Was sie leistet, ist vorbildlich." Grillmeier überreichte ein Stadtwappen aus Granit.

Ein Meilenstein

AWO-Bezirksvorsitzender Siegfried Depold gratulierte seinem nördlichsten Stützpunkt zu diesem ganz besonderen Geburtstag. Die Wohnanlage sei ein Meilenstein in der Entwicklung der Arbeiterwohlfahrt. "Menschen an entscheidender Stelle hatten das Herz am rechten Fleck und den Mut für diese Entscheidung", sagte Depold. "Ihr habt erkannt, dass Menschen unsere Hilfe brauchen, die Arbeiterwohlfahrt war dazu bereit. Unsere Aufgabe ist es auch weiter, Menschen zu helfen, damit sie sich wohlfühlen. Gemeinsamkeit verdrängt Einsamkeit." Depold betonte abschließend: "Wir tun gut daran, unser Augenmerk immer auf die Menschen zu richten, vom Kindergarten bis zu den Senioren."

Mieterin der ersten Stunde

AWO-Geschäftsführerin Angelika Würner dankte für die Glückwünsche. Besonderes Lob galt ihrer Vorgängerin Hannelore Bienlein-Holl, die das Projekt mit Leben erfüllt habe, sowie der Raiffeisenbank. Als eine Mieterin der ersten Stunde stellte sie Angela Wildenauer vor, die von Beginn an die Vorzüge des Betreuten Wohnen genießt. Dank sagte die Geschäftsführerin Martina Frank-König, die das Haus leitet. Mit einem zünftigen Weißwurstessen endete der Festakt.

Wir tun gut daran, unser Augenmerk immer auf die Menschen zu richten, vom Kindergarten bis zu den Senioren.AWO-Bezirksvorsitzender Siegfried Depold

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