21.06.2017 - 20:00 Uhr
MitterteichOberpfalz

Blindflug bei Blick aufs Handy

Führerschein in der Tasche - los geht's? Selbst wenn die Verkehrsregeln sehr gut sitzen: Eine sichere Fahrpraxis wird erst mit der Zeit durch ausreichend Erfahrung möglich. Und das macht durchaus Spaß, wie einige junge Leute mit quietschenden Reifen feststellten.

Allerhand neue Eindrücke am Steuer des eigenen Autos und am Fahrsimulator machten die jungen Mitarbeiter von Schott und Hamm. Sie wurden begleitet vom Organisationsteam (von links) Jutta Sehm, Reinhard Wührl, Theresia Schwarz, (von rechts) Erwin Jaspers, Dieter Rasp, Karl-Walter Landgraf, Carsten Landgraf und Peter Staffel (Sechster von rechts). Bilder: exb (2)
von Externer BeitragProfil

Unter dem Motto, "Könner durch Er-fahrung" absolvierten 16 junge Mitarbeiter der Firma Schott und der Walzenfabrik Hamm einen abwechslungsreichen Präventionstag auf dem Gelände der Firma Sporrer. Bereits zum dritten Mal in diesem Format organisierte die Kommunale Jugendarbeit gemeinsam mit der Kreisverkehrswacht Tirschenreuth, der Polizei, dem Gesundheitsamt und der Arbeitsgruppe Prävention dieses Angebot.

Während zunächst die eine Gruppe das Training mit eigenen Fahrzeugen absolvierte, beschäftigten sich die anderen Teilnehmer mit theoretischen Inhalten. Theresia Schwarz und Jutta Sehm vom Gesundheitsamt erarbeiteten suchtpräventive Inhalte. Hier ging es beispielsweise um die Einschätzung von Alkoholmengen unterschiedlicher Getränke, um die Grenzen und Übergänge zwischen Genuss bis hin zur Abhängigkeit. Anschließend leistete Verkehrserzieher Carsten Landgraf von der Polizeiinspektion Kemnath Unterstützung am Motorrad-Fahrsimulator und am Reaktionstestgerät.

Unterschiedliche Promillewerte und die daraus resultierenden Einschränkungen wurden durch Übungen mit einer sogenannten Rauschbrille simuliert. Dieter Rasp, Beauftragter für Sucht und seelische Gesundheit der Firma Schott, begleitete die Gruppe und informierte über mögliche Auswirkungen übermäßigen Suchtmittelkonsums.

Von der Kreisverkehrswacht Tirschenreuth unterstützten währenddessen Walter Landgraf und Erwin Jaspers den Fahrlehrer-Kollegen Peter Staffel aus Weiherhammer bei den Fahrpraxis-Übungen. Erste Aufgabe: Wer kann die Abmessungen des eigenen Fahrzeugs tatsächlich sicher einschätzen? Die zunächst sehr einfach wirkende Übung, an ein nachgestelltes Hindernis möglichst nah sowohl vorwärts als auch rückwärts heranzufahren, erwies sich als schwieriger als vermutet. Bei der anschließenden Wendung in einer Engstelle war diese Erfahrung dann sehr hilfreich.

Etwas flotter ging es zu bei den Slalomfahrten und den Gefahrenbremsungen aus immer höher werdender Geschwindigkeit heraus. Im wahrsten Sinne erfahren konnten die Teilnehmer beispielsweise die Bremswege bei unterschiedlichem Ausgangstempo - oder die enorme Strecke, die im Blindflug zurückgelegt wird, wenn auch nur ein kurzer, unerlaubter Blick aufs Handy am Steuer erfolgt.

Mit Zentrifugalkraft

Das Highlight vieler Teilnehmer stellte sicherlich die Kreisfahrt mit erhöhter Geschwindigkeit dar. Das Verhalten des Fahrzeugs unter diesen enormen Zentrifugalkräften und die richtige Reaktion des Fahrers in so einer brenzligen Situation wurde unter kontrollierten Bedingungen nachgestellt.

Nach der gemeinsamen Mittagspause konnten die Teilnehmer ihr Wissen bei einem kleinen Quiz testen. Als Anreiz gab es drei Kinogutscheine vom Gesundheitsamt. Beim Abschlussvortrag zum Thema "Gefühle im Straßenverkehr" referierte Erwin Jaspers aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung als Fahrlehrer zu diesem bedeutenden Einflussfaktor in der täglichen Fahrpraxis.

Angebot jedes Jahr

Für die ursprüngliche Idee dieses Projekts und die Rahmenorganisation war Jugendpflegerin Sabine Frank verantwortlich. Ausgearbeitet hat das Fahrtraining speziell für junge Leute der Bundesverband der Verkehrswacht bereits vor rund 20 Jahren. Das lokale Organisationsteam ergänzte das Konzept durch weitere theoretische Übungsbausteine und Aspekte der Suchtprävention. Künftig soll dieses jährliche Angebot für interessierte Firmen im Landkreis und deren junge Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Informationen gibt es bei der Kommunalen Jugendarbeit, Telefon 09631/88-284, sabine.frank[at]tirschenreuth[dot]de; www.koja-tir.de.

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