31.07.2017 - 18:26 Uhr
MitterteichOberpfalz

Bürgermeister stellen sich Wette Die Tafel klarer Gewinner

Mehl und Milch, Säfte und Süßigkeiten, Dauerwurst und Dosen: Kistenweise stapeln sich die Lebensmittel auf dem Marktplatz. Dieser Anblick zaubert den Beteiligten ein zufriedenes Grinsen ins Gesicht.

von Josef RosnerProfil

(jr/wro) Tafel-Vorsitzende Nicole Fürst wusste nicht, ob sie strahlen oder traurig schauen soll. Soeben hatte sie schließlich eine Wette verloren: Die Bürgermeister der sechs größten Kommunen im Landkreis würden es nicht schaffen, von jeweils 100 Bürgern jeweils ein haltbares Lebensmittel zu bekommen, lautete die Ansage.

Doch die Einwohner ließen sich an keinem Ort lumpen. Aus Kemnath, Erbendorf, Tirschenreuth, Mitterteich und Waldsassen flossen die Waren massenhaft, am zahlreichsten jedoch aus Wiesau. Nicole Fürst und ihre Mitstreiter haben ihre Wette zwar verloren, aber die Tafel hat gewonnen. Mehr als 2500 gut haltbare Lebensmittel und andere Waren brachten die sechs Bürgermeister am Sonntagnachmittag vor das Mehrgenerationenhaus.

Ins Zeug gelegt

Zum zehnjährigen Bestehen des Hilfsnetzwerks "Mitterteicher Tafel" gab es vor allem Nahrungsmittel, die in den kommenden Ausgabetagen an die Bezieher mit ausgeteilt werden. Egal ob Nudeln, Butter, Mehl, Wurst oder Süßigkeiten, alles wurde abgegeben. Nicole Fürst war stolz auf die sechs Bürgermeister, die sich ordentlich bemüht haben, um ihre Wette zu gewinnen. Es zeigte sich aber auch, dass die Bürger ihre Rathauschefs nicht alleine lassen, wenn sie Hilfe brauchen. Wenngleich der Wetteinsatz vielleicht vom einen oder anderen dennoch eingelöst wird: ein Tag Mitarbeit bei der Tafel.

Mit Lebensmitteln besonders üppig ausgestattet sicherte sich Toni Dutz den Sieg bei der Wette der Bürgermeister. Einen Tag vor der Abgabe hatte er noch Inventur im Wiesauer Einkaufsmarkt gemacht, wo die Sachleistungen abgegeben werden konnten.

Einkaufswagen geschnappt

"Mit leeren Händen brauche ich nicht nach Mitterteich zu fahren", stellte Dutz fest. Ganz im Gegenteil: Die Wiesauer hatten sich kräftig ins Zeug gelegt und gespendet. Damit nichts mehr schiefgehen konnte, schnappte sich der Bürgermeister einen Einkaufswagen, um für die Tafel noch so einiges einzukaufen. Mit vielen Lebensmittelspenden ging er ins spannende Bürgermeisterrennen. 75 Liter Milch und ebenso viele Packungen Mehl packte die Geschäftsführerin des Einkaufsmarktes noch oben drauf. Aber auch an den anderen Wett-Orten im Landkreis ließen die Bürger und Inhaber der Läden, in denen gesammelt wurde, die Einkaufskörbe nicht leer.

Keine falsche Scham

Angesichts der Fülle von Hilfsgütern strahlte nicht zuletzt Nicole Fürst. Sie nutzte die Gelegenheit, zum Tafel-Jubiläum die Werbetrommel nicht nur für Spenden zu rühren. "Die Leute sollten keine falsche Scham haben, sich Sachen bei uns abzuholen", appellierte sie. "Es gibt noch viel mehr Menschen, die Anspruch auf diese Hilfe haben." Ein entsprechender Nachweis vom Jobcenter oder Sozialamt genügt. Er berechtigt Bedürftige, zur Ausgabestelle in Mitterteich zu kommen und Lebensmittel abzuholen.

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