Busunternehmer verweist auf Statistiken
Busfahren ist und bleibt sicher

Hans Fick jun. zeigt auf Kameras in der Frontscheibe, die den laufenden Verkehr beobachten.
Vermischtes
Mitterteich
05.07.2017
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Erst vor wenigen Tagen hat das Unternehmen H.F. Reisen einen neuen Reisebus in Dienst gestellt. Hans Fick sen. und Hans Fick jun. (von rechts) verweisen auf eine Vielzahl an sicherheitstechnischen Assistenzsystemen, mit denen das moderne Gefährt ausgestattet ist. Bild: wro

Nach dem schweren Unfall auf der Autobahn A 9 bei Münchberg häufen sich die Sorgen um die Sicherheit bei Busreisen. Der Mitterteicher Unternehmer Hans Fick sen., seit 20 Jahren in der Branche tätig, hat Verständnis für Bedenken, beruhigt aber mit dem Verweis auf den hohen Stand der Technik und eine aktuelle Statistik.

Mit Entsetzen haben Hans Fick sen. und sein Sohn Hans jun. die Nachrichten von den tragischen Geschehnissen verfolgt. Allzu viel möchten die beiden Fahrlehrer dazu aus der Ferne aber nicht sagen und kritisieren die vielen "selbst ernannten Fachleute", die sich vorschnell zum Thema geäußert hätten. Dass sich ein Brand rasch ausbreiten kann, kennen die langjährigen Aktiven der Mitterteicher Feuerwehr aus der Praxis. Nachvollziehbar sei auch die Schwierigkeit einer schnellen Evakuierung, wenn etwa starker Rauch die Sicht behindert oder es sich um Fahrgäste höheren Alters handelt.

Die in den vergangenen Tagen lautgewordenen Verbesserungsvorschläge wie etwa zusätzliche Türen wollen die beiden Mitterteicher ebenfalls nicht weiter kommentieren. Bereits heute gebe es hohe gesetzliche Anforderungen. So werden die Fahrzeuge einmal im Jahr komplett durchgecheckt. "Zusätzlich gibt es jedes Vierteljahr eine umfassende Sicherheitsprüfung", betont Hans Fick jun. Busfahrer seien verpflichtet, ihre Fahrerlaubnis alle fünf Jahre verlängern zu lassen. Voraussetzung dafür seien eine 35-stündige Weiterbildung und eine eingehende ärztliche Gesundheitsprüfung. Die gesetzlich festgelegten Lenk- und Ruhezeiten einzuhalten, betrachten sie als selbstverständliche Pflicht.

Bremsautomatik

Trotz aller notwendigen Auflagen sehen Hans Fick sen. und sein Sohn das Busfahren noch immer als Aufgabe an, die Spaß macht. Ein Grund dafür seien die zahlreichen technischen Hilfsmittel, die den Fahrer unterstützen. Mit sämtlichen modernen Sicherheitseinrichtungen ausgestattet ist der nagelneue Neoplan-Reisebus, den das Unternehmen erst vor wenigen Tagen in Dienst gestellt hat. Das rot-schwarze Gefährt im Wert von rund einer halben Million Euro verfügt etwa über einen Spurhalteassistenten, der den Fahrer vor einem Spurwechsel warnen soll. Stehende Hindernisse erkennt der Notbremsassistent. Er bringt den 460 PS starken Bus zum Stehen, bevor es zu einer Kollision kommt. "Der Computer rechnet die Abstände aus und entscheidet, wann abgebremst werden muss", erklärt Hans Fick jun.

Systeme nicht abschalten

Einige Assistenzsysteme können manuell abgeschaltet werden - wovor die beiden Fahrlehrer aber dringend warnen. In den Schulungen würden die Fahrschüler entsprechend instruiert. Brandmeldesysteme im Fahrgast- und Motorraum sowie in der Bustoilette gehören längst zum Standard. Vorhanden sind auch zwei Feuerlöscher. Im neuen Bus von H.F. Reisen, der übrigens in einem MAN-Zweigwerk in Ankara/Türkei hergestellt wurde, findet sich in der Fülle an Sicherheitseinrichtungen nicht zuletzt ein Defibrillator.

"Man kann nach wie vor beruhigt und entspannt reisen. Busfahren ist und bleibt sicher", betont Hans Fick sen. und unterstreicht die Aussage mit einer Sonderuntersuchung des Statistischen Bundesamtes. Demnach lägen Reisebusse beim Unfallrisiko im Straßenverkehr abgeschlagen auf dem letzten Platz, während beim Pkw in der Statistik mit Abstand das größte Gefahrenpotenzial besteht. Fick gibt zu bedenken, dass das Busfahren durch die ständig verbesserte Technik immer sicherer werde. Allerdings sei auch klar: "100-prozentige Sicherheit wird es niemals geben."

100-prozentige Sicherheit wird es niemals geben.Hans Fick sen.
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