23.05.2017 - 20:00 Uhr
MitterteichOberpfalz

Frauenfrühstück mit kurzweiligem Referat Einfach mal Nein sagen

Zeit gibt es nicht gratis. Man kann sie nicht kaufen und nicht aufheben. Und der Tag hat nun einmal nur 24 Stunden, für jeden. Wie aber schafft man es, aus der Zeitnot rauszukommen? Carmen Roose hat im Mitterteicher Mehrgenerationenhaus darüber referiert, was großen Anklang fand.

Für die zahlreichen Teilnehmerinnen des Frauenfrühstücks hatte das MGH-Team ein großes Buffet aufgebaut. Bild: ubb
von Ulla Britta BaumerProfil

Täglich drängt die Zeit, die zu erledigenden Termine werden immer umfangreicher und am Abend ist wieder zu wenig Zeit übrig für Dinge, die noch hätten erledigt werden müssen. Carmen Roose hat mit dieser Darstellung des "Lebensstundenplans" bei den Teilnehmerinnen des jüngsten Frauenfrühstücks viel Zuspruch bekommen. Nach der Stärkung am reichhaltigen Buffet, das sehr gut ankam, erteilte die Referentin dem Begriff "Doppelbelastung" der Frauen und Mütter eine Abfuhr. Diese gebe es nicht mehr, sagte Roose. Inzwischen seien die Alltagsaufgaben der Frauen zur Zehnfach-Belastung angewachsen. Und wer dazu noch in mehreren Vereinen tätig sei und einmal Ja sage, der habe die Karte gezogen für immer, meinte Carmen Roose, die sich bei ihrem Vortrag humorvoll zeigte und gerne auch den deftigen Oberpfälzer Dialekt nutzte, um auszudrücken, was Sache ist.

Die 47-jährige Mitterteicherin sprach aus Erfahrung. Roose ist unter anderem auch in der Hospiz- und Trauerbegleitung tätig. Außerdem arbeitet sie ehrenamtlich beim Roten Kreuz als Kriseninterventionsfachkraft. Auch sie selbst habe sich von ihrem überfüllten "Stundenplan des Lebens" erst "freistrampeln" müssen. Und wenn sie mal Nein sagte, sei gleich das Argument gekommen, "du kannst das doch machen. Weil du hast ja keine Familie, also Zeit".

Nichts einreden lassen

Niemand müsse sich aber ein schlechtes Gewissen einreden lassen, wenn er einen Termin absagt, weil er nicht zu schaffen sei. "Denn wenn du dann wegen Überbelastung plötzlich auf der Schnauze liegst, fragt auch keiner nach dir", so Carmen Roose weiter. Sie riet dazu, sich öfter eine Auszeit zu gönnen. "Stellt euch die Frage: Bin ich es mir wert, einfach 15 Minuten im Garten zu sitzen oder das Bügeln sein zu lassen, um die Zeit lieber für einen Aufenthalt im Sibyllenbad herzunehmen?"

Als Beispiel dafür, wie wichtig Auszeiten seien, nahm Carmen Roose das wichtigste Utensil eines Frauenfrühstücktreffs her: Aus einer Ein-Liter-Kaffeekanne könne man nun einmal keine zwei Liter schütten, meinte sie. Die Kanne müsse immer wieder nachgefüllt werden. Ebenso sei es mit der Energie eines Menschen, die eines Tages ausgeschöpft sei.

Gassigehen als Auszeit

Eine Teilnehmerin wandte ein, dass es manchmal nicht möglich sei, abzuschalten. Zum Beispiel, wenn die kranke Mutter rund um die Uhr gepflegt werden müsse. Auch hier hatte die Referentin eine Lösung. Sie regte an, für Auszeiten Einrichtungen wie die Kurzzeitpflege in Anspruch zu nehmen, um sich selbst vor einem unweigerlich eintreffenden Zusammenbruch zu schützen. "Denn der hilft der Mutter auch nichts!" Zeitgewinn für sich selbst sei aber einer Lernphase unterworfen. "Fangt mit einer halben Stunde an und steigert euch!", so die Referentin. Wie leicht das manchmal funktioniere, zeigte sie mit einem weiteren Beispiel: So könnten Hundebesitzer das manchmal lästige Gassigehen gedanklich umwandeln in eine Auszeit. Und schon werde der Spaziergang alleine mit "Fiffi" zur Auszeit, in der man sich kurzzeitig aus dem Alltag ausklinken kann.

Am Ende wünschte Carmen Roose allen Anwesenden mehr Zeit für sich. Gudrun Brill bedankte sich herzlich für den kurzweiligen Vortrag und schenkte der Referentin einen Buchgutschein. "Dafür müssen Sie sich aber Zeit nehmen", sagte sie lachend. Vorausblickend kündigte Gudrun Brill unter anderem einen Vortrag über die Kraft des Mondes und ein Konzert "Pop meets Jazz" an (eigener Bericht folgt).

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