Frühstückstreff inn der Petersklause
Wider den Gesundheitswahn

Die mehr als 70 Gäste des Frühstückstreffs konnten sich an einem reichhaltigen Buffet bedienen. Bild: ubb
Vermischtes
Mitterteich
16.10.2017
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Karl Schwanner brachte die Zuhörer mit seinen Ausführungen nicht nur zum Lachen, sondern zeigte ihnen auch einige Übungen. Bild: ubb

Erst ordentlich futtern, dann hören, wie man gesund lebt: Mit seinem humorvollen Vortrag "Qi Gong auf Bayerisch" sorgt Karl Schwanner in Großbüchlberg für gute Unterhaltung.

Zahlreiche Besucher hatten sich am Samstag zum ersten Frühstückstreff der Frauen-Union in der Petersklause eingefunden. Eingeladen hatten der Orts- und Kreisverband zusammen mit der örtlichen CSU. FU-Ortsvorsitzende Alexandra Weiß, FU-Kreisvorsitzende Tina Zeitler und Bürgermeister Roland Grillmeier freuten sich über mehr als 70 Gäste, die sich zunächst ausgiebig am reichhaltigen Buffet bedienen konnten. Willkommen waren Frauen und Männer gleichermaßen, doch es herrschte ein überdeutlicher Frauenüberschuss. "Wir könnten derweil Schafkopf spielen", wagte ein "Herr der Schöpfung" einen vagen Vorstoß, um dem Vortrag zu entgehen. Sein Vorschlag zur Bildung einer kleinen Männerrunde wurde allerdings von den Frauen am Tisch glatt überhört.

Mit Händen und Füßen

Mit dem hohen Frauenanteil konnte Referent Karl Schwanner bestens umgehen. Charmant agierte er inmitten des vorwiegend weiblichen Publikums. Hände und Füße setzte er aktiv ein, um zu demonstrieren, dass etwa Tofu und Sojamilch schädlich seien, dafür aber viel Fett im Essen und warme Suppen zum Frühstück durchaus heilsam. Schnell war klar, dass Karl Schwanners Ansichten zu einer gesunden Lebensweise etwas "unorthodox" sind. Dafür aber kam der Humor nicht zu kurz. Schwanner erklärte, dass er weder Doktor der Chinesischen Medizin noch Gesundheitsapostel sei. Im wirklichen Leben geht er einem "ganz normalen" Beruf nach - er arbeitet als Regierungsrat am Landratsamt in Landshut. Dennoch schöpft er für seine amüsanten Lebensweisheiten aus der Chinesischen Medizin, die er seit über 30 Jahren intensiv studiere, manchmal direkt vor Ort.

"Viele leben so gesund, dass sie davon krank werden", prangerte Schwanner den in der westlichen Gesellschaft verbreiteten, nahezu fanatischen Gesundheitswahn an. Karl Schwanner appellierte dazu, regelmäßig einfach den gesunden Menschenverstand einzusetzen. "Keiner kann aber mit dem Kopf allein leben", gab Schwanner zu bedenken, der den Solarplexus als wichtigstes Nervensystem des Körpers sieht. Sein "Gesundmacher" laute: Mehr auf die Gefühle hören.

Von oben bis unten

Viel Gelächter gab es, als Schwanner Vegetarier und Veganer derb-bayerisch in die Kritik nahm. Natürlich dürfe man die teils deftige Wortwahl nicht auf die Waagschale legen, wie Karl Schwanner betonte. Spätestens bei den Live-Demonstrationen des Referenten über "Tofu als Liebestöter unter den Nahrungsmitteln" und die Funktion des menschlichen Darms bogen sich die Zuhörer vor Lachen. Von "oben bis unten" reichten die Gesundheitsweisheiten des Regierungsrats. Nach Tipps für einen gesunden Kopf und einen gesunden Bauch (" ... wo's wie im Ofen immer gut brennen soll") waren auch die Füße an der Reihe. Die Gäste lernten auf gut Bayerisch: "Die Füße sind das zweite Herz." Deshalb sollte man diese auch immer gut gebrauchen. "Und wenn auch nur mit einem täglichen viertelstündigen Spaziergang." Unter den Anweisungen des Referenten durften die Besucher dann diverse humoristisch unterlegte "Bewegungsübungen" ausprobieren.

Viele leben so gesund, dass sie davon krank werden.Karl Schwanner
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