05.09.2017 - 20:00 Uhr
MitterteichOberpfalz

Für Conny Rieß ging eine ärgerliche Urlaubsgeschichte gut aus Ehrlich währt am längsten

Vor gut drei Wochen hat sich Conny Rieß, Grundschullehrerin aus Mitterteich, mit ihrem Mann Erich aufgemacht, um unbeschwerte Urlaubstage in Dänemark zu verbringen. "Bei einer Sightseeingtour durch Aarhus vermisste ich plötzlich meinen Geldbeutel", erzählt Conny Rieß. Darin befanden sich neben 300 Euro Bargeld unter anderem auch der Ausweis, der Führerschein und die Bankkarte.

Ein Wechselbad der Gefühle gab es für Conny und Erich Rieß bei einer Reise nach Dänemark. Das Bild zeigt sie auf dem Dach des Kunstmuseums von Aarhus. Da war die Urlaubsfreude noch ungetrübt. Bild: ubb
von Ulla Britta BaumerProfil

Das Paar brach die Stadtbesichtigung ab, verfolgte sämtliche Wegstrecken, die es vorher gegangen war, zurück und fragte in Gaststätten und Geschäften, ob jemand die Börse gefunden habe. "Alle waren hilfsbereit, aber mein Geldbeutel blieb verschwunden", so Conny Rieß. Also erstatteten die Mitterteicher Anzeige bei der Polizei. Als nächstes wollten sie sofort das Girokonto sperren lassen, damit niemand das Konto plündern konnte. Dabei mussten sie erst einmal feststellen, dass hier die Versprechungen der Banken deutlich von den Gegebenheiten abweichen. "Von wegen einfach und schnell. In der Nacht ging gar nichts, trotz mehrmaliger Versuche und der angeblich rund um die Uhr erreichbaren telefonischen Verbindung zur Bank", klagt die Lehrerin. Stundenlang hing sie in der Warteschleife und sorgte sich, dass derweil Diebe oder unehrliche Finder munter vom Konto abheben. Die Kontosperrung gelang erst am nächsten Morgen "zu den normalen Geschäftszeiten der Bank".

Nachdem der erste Frust über den Verlust überwunden war, setzte das Ehepaar seinen Urlaub fort. Die Mitterteicher trösteten sich damit, dass materielle Dinge ersetzbar sind. Und zudem stellte sich irgendwann bei Conny Rieß das seltsame Gefühl ein, dass sie ihren Geldbeutel wiedersehen würde.

Fünf Tage nach der Rückkehr in Mitterteich kam ein Anruf aus Dänemark. Claus Jörgensen, Mitarbeiter der dänischen Fährschifffahrt, erklärte ihr in gutem Deutsch, dass ihr Geldbeutel am Hafen von Aarhus gefunden und in der Shipping.dk abgegeben worden sei. Conny Rieß vermutete, dass Geld und Wertgegenstände weg seien. Doch weit gefehlt. Alles war noch drin, sogar die Bankkarte und das Bargeld.

Bei so viel Ehrlichkeit war es für Conny Rieß eine Ehrensache, dem ehrlichen Finder und auch Claus Jörgensen einen Finderlohn zu geben. Und selbst hier gingen die Dänen äußerst ehrlich ans Werk. Als der Geldbeutel in Mitterteich per Post zurückkam, fehlte lediglich der Finderlohn, akribisch abgezählt in dänischen Kronen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.