Für Inklusion Kräfte bündeln

Wolfgang Lippert (Dritter von links) ist der neue Vorsitzende des landkreisweiten Netzwerks für Inklusion. Er dankte seinem Vorgänger Karl Haberkorn (Vierter von links) für die gute Vorarbeit. Dem schlossen sich (von links) Bürgermeister Roland Grillmeier, Projektleiterin Christina Ponader und Berthold Kellner, Geschäftsführer der Lebenshilfe, an. Bild: exb
Vermischtes
Mitterteich
12.03.2017
111
0

Aus zwei Gremien wird ein Inklusionsbeirat. Landrat Wolfgang Lippert ist der neue Vorsitzende. Großer Dank gilt seinem Vorgänger Karl Haberkorn.

Der Beirat ist ein Gremium für alle, die im Netzwerk Inklusion Landkreis Tirschenreuth mitarbeiten, für wichtige Personen aus Politik, Gesellschaft und Kirche. Hier erfährt man, was aktuell im Landkreis Tirschenreuth in Sachen Inklusion getan wird und geplant ist. Hier sollen auch neue Ideen gemeinsam entwickelt und geprüft werden. Der Inklusionsbeirat ist offen für alle Interessierten.

Bisher gab es einen eigenen Beirat für die Verwaltungsgemeinschaft Mitterteich, entstanden aus dem Modellprojekt "Inklusive Gemeinde", und seit November 2015 einen Inklusionsbeirat für den Landkreis Tirschenreuth. Diese beiden Gremien wurden nun zusammengelegt. 25 Personen trafen sich in der Förderstätte der KJF Mitterteich zur ersten Sitzung in dieser neuen Zusammensetzung.

Einer der wichtigsten Punkte war die Wahl des Vorsitzenden. Karl Haberkorn, Chef der Lebenshilfe im Landkreis Tirschenreuth, gab nach vier Jahren Vorsitz Inklusionsbeirat VG Mitterteich und einem Jahr Vorsitz Inklusionsbeirat Landkreis Tirschenreuth sein Amt ab an Landrat Wolfgang Lippert. Unter Haberkorns Führung und Begleitung wurden zahlreiche Dinge angestoßen und umgesetzt, etwa die Bewerbung Mitterteichs als barrierefreie Modellkommune, viele Aktivitäten in den Bereichen Bildung, Freizeit, Arbeit und Bauen. Bemühungen um eine verständliche Sprache und gemeinsame Gottesdienste gehören ebenso dazu wie eine umfangreiche Bestandsaufnahme zur Inklusion in Mitterteich.

Auch auf Landkreisebene wurde das Netzwerk im Bereich Inklusion stetig erweitert. Eine Ausstellung "Die barrierefreie Gemeinde" und der Besuch von Schirmherrin Emilia Müller in Erbendorf trugen dazu bei. Der neue Vorsitzende dankte seinem Vorgänger herzlich für sein Engagement. Landrat Wolfgang Lippert beschrieb auch seine Schwerpunkte: "Inklusion braucht Sensibilisierung und Achtsamkeit von vielen. Wir brauchen ein Netz, das alle halten kann." Zur Inklusion gehöre, Rechte und Standards in Sachen Barrierefreiheit in den Köpfen, in der Sprache, in Wegen und Gebäuden einzufordern, und zwar in der täglichen Arbeit von Behörden, Einrichtungen, Vereinen und dem Miteinander in der Gesellschaft.

Außerdem wurde der Jahresbericht des Netzwerks vorgestellt - einmal in detailreicher Form und einmal in verständlicher Sprache, die für alle geeignet ist, die aufgrund von Sprachkenntnissen, Herkunft, Alter oder Behinderung Schwierigkeiten haben, Texte zu lesen. "Das ist jeder Sechste in Deutschland", verdeutlichte Friedrich Wölfl, Sprecher der Werkstatt "Verständliche Sprache". (Jahresbericht auf www.inklusion-tirschenreuth.de)

Thementag "Darf Inklusion Grenzen haben?"Eine interessante Veranstaltung plant das landkreisweite Netzwerk am Samstag, 25. März, von 9.30 Uhr bis 13.30 Uhr im Foyer der Mehrzweckhalle Kemnath. Welche Möglichkeiten gibt es für Menschen mit Behinderung im Landkreis Tirschenreuth, egal ob mit körperlicher, geistiger oder seelischer Einschränkung? Was können sie wahrnehmen in ihrer Freizeit, in Ausbildung und Beruf, wo und wie können sie wohnen? Über Chancen und Grenzen möchte das Netzwerk Inklusion Landkreis Tirschenreuth mit möglichst vielen Beteiligten und Experten aus dem Arbeitsfeld diskutieren. Professor Dr. Hans Wocken wird den Eröffnungsvortrag halten. Er war von 1980 bis 2008 Professor für Lernbehindertenpädagogik und Integrationspädagogik in Hamburg und ist ein prominenter Verfechter eines radikalen Inklusionsbegriffs. Anschließend werden verschiedene Themen in Workshops vertieft: Zugangsbarrieren für Menschen mit psychischer Erkrankung im Landkreis Tirschenreuth (Thomas Fehr vom Sozialteam), Inklusion im Bereich Freizeit (Professor Dr. Reinhard Markowetz von der LMU München), Inklusion im Bereich Ausbildung und Arbeit (Manina Sobe vom Integrationsfachdienst und Lehrer des Beruflichen Schulzentrums Wiesau) und Inklusion im Bereich Wohnen (Elke Steinberger von der KJF Regensburg). In der abschließenden Podiumsdiskussion werden letzte offene Fragen geklärt und das Thema "Darf Inklusion Grenzen haben?" unter der Moderation von Margit Ringer vom BR abgerundet. Die Teilnahme ist kostenlos. Voranmeldungen (Telefon 09633/400325 oder im Internet www.inklusion-tirschenreuth.de) sind erwünscht.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.