16.04.2018 - 15:44 Uhr
MitterteichOberpfalz

Grundanierung des alten Rathauses ab 2019 Zahn der Zeit lässt keine Wahl

Seit Herbst vergangenen Jahres steht fest, dass die Stadt Mitterteich eine Generalsanierung des alten Rathauses in Angriff nehmen muss. Inzwischen ist klar, in welchem Umfang Maßnahmen nötig sind. Nachgedacht wird nun auch über neue Nutzungsmöglichkeiten.

Vor rund 300 Jahren wurde das markante alte Rathaus am Mitterteicher Kirchplatz erbaut. Vor allem der Dachstuhl weist Schäden auf, weshalb ab 2019 eine Grundsanierung erfolgt. Im Zuge der Maßnahmen soll das Gebäude auch barrierefrei umgestaltet werden. Bild: Grüner
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Im Prinzip hat die Sanierung des alten Rathauses schon im vergangenen Jahr begonnen. Dabei wurden am Dachgesims notwendige Sicherungsmaßnahmen durchgeführt. Laut Gutachten war zu befürchten gewesen, dass durch den drückenden Dachstuhl Teile des Gesimses herunterfallen (wir berichteten). Im Zuge der Maßnahmen hat sich dann herausgestellt, dass an der Sanierung des Dachstuhls kein Weg vorbeiführt. "Das ab 1731 im Renaissance-Stil erbaute und 1734 bezogene historische Rathaus ist eines der markantesten Gebäude der Stadt", unterstreicht Bürgermeister Roland Grillmeier die Bedeutung des Bauwerks. Vor rund 20 Jahren war es für die heutigen Zwecke - Bücherei und Sitzungssaal - hergerichtet worden. Damals habe man in der Hauptsache Sicherungsmaßnahmen durchgeführt, um das Gebäude für mindestens 10 weitere Jahre problemlos nutzen zu können. Eine Grundsanierung sei auf einen späteren Zeitpunkt verschoben worden. "Das muss jetzt nachgeholt werden, weil einige Bereiche des Gebäudes in der Substanz gefährdet sind", erklärt Grillmeier.

Vor allem im dreigliedrigen Dachstuhl und im Sockelbereich hat der Zahn der Zeit Spuren hinterlassen. Rund 30 Prozent des Dachstuhls seien geschädigt und müssten denkmalschutzgerecht erneuert werden. Zudem müsse die Schieferdeckung ersetzt werden, die rund 40 Jahre alt ist. "Weil die Wände Feuchtigkeit ziehen, sind außerdem dringend Fassadenarbeiten notwendig", ergänzt der Bürgermeister.

Aufzug und neue Toiletten

Zwar seien die Förderbedingungen derzeit günstig, die Arbeiten aber recht aufwendig. Man sei bereits mit dem Denkmalschutz über Förderbedingungen im Gespräch. Weitere Zuschüsse seien von der Städtebauförderung und aus dem Kommunalinvestitionsprogramm (KIP) zu erwarten. So werde es auch möglich, notwendige energetische und barrierefreie Umbauten durchzuführen. Im Zuge der Sanierung soll das Gebäude einen Aufzug und behindertengerechte Toiletten bekommen, was auch zu Verbesserungen im gesamten Umfeld des Rathauses sorgen werde. Roland Grillmeier geht davon aus, dass die Umbauzeit etwa ein Jahr in Anspruch nehmen wird und mehr als eine Million Euro kosten wird, wobei die Stadt je nach Fördertopf mit Sätzen von 80 bis 90 Prozent rechne. Man suche derzeit einen Planer und überlege auch, ob für das Gebäude weitere Nutzungsmöglichkeiten in Frage kommen. Klar sei, dass man für die notwendigen Sanierungsarbeiten das Gebäude räumen und damit die Stadtbücherei und auch den Sitzungssaal während dieser Zeit auslagern müsse.

Baubeginn 2019

"Wir wollen das Rathaus so sanieren, dass in den kommenden Jahrzehnten keine großartigen Veränderungen mehr notwendig werden", betont Roland Grillmeier. Mit dem Baubeginn rechnet der Bürgermeister im Jahr 2019 - bis dahin seien aber noch jede Menge Abstimmungs- und Planungsarbeiten nötig.

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