01.10.2017 - 20:00 Uhr
MitterteichOberpfalz

Hotel- und Tourismusfachschüler besuchen Fischbauernhof in Kleinsterz Wunschziel "Genussregion"

Der lange Weg von der Produktion der Lebensmittel bis zu den Verbrauchern ist nicht jedem bekannt. Ein "Ernährungsspaziergang" gab Einblicke, wie etwa der Karpfen frisch auf den Tisch kommt.

Thomas Beer (rechts) ist Fischzüchter in Kleinsterz, zugleich auch zertifizierter Teichführer. Für 22 Schüler der Wiesauer Fachschule für Hotel- und Tourismusmanagement ging's einen ganzen Vormittag lang nach draußen. Ziele waren die von Beer bewirtschafteten Fischweiher. Bild: wro
von Werner RoblProfil

Kleinsterz. "Wo kommt mein Essen her" lautet das Motto der Bayerischen Ernährungstage, die seit Juni mit vielen Veranstaltungen über den Ursprung und die Herstellung unserer Lebensmittel informieren möchten. Nicht jeder weiß, wie Lebensmittel produziert werden und auf welchem Weg sie in die Regale kommen. Einblicke über diese Fragen erhielten Schüler der Wiesauer Fachschule für Hotel- und Tourismusmanagement aus kompetentem Mund. Passend auch zum Start in die "Erlebniswochen Fisch" organisierte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten daher einen "Ernährungsspaziergang" hinaus in die Natur. 22 Fachschüler der 12. Klasse sowie der Leiter der Lehranstalt, André Putzlocher, besuchten den Fischzuchtbetrieb von Thomas Beer nahe Kleinsterz. Mit dabei waren auch Katharina Frank sowie Petra Prölß und Doris Eckl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Ebenfalls Mitterteichs Bürgermeister Roland Grillmeier, dessen Wunschziel es ist, den Landkreis mit unterschiedlichsten Produkten zur "Genussregion" werden zu lassen.

Thomas Beer, geprüfter Fischwirtschaftsmeister und zertifizierte Teichführer, erklärte fachkundig und in beeindruckender Weise den Ablauf eines Fischereijahres vom Ablaichen über die Brutaufzucht bis zur Fütterung. Gerne beantwortete er auch die vielen Fragen, die an ihn gestellt wurden. Seit Generationen werden im Betrieb Jungfische gezüchtet, die Teichwirt Beer überregional lebend weiterverkauft. Weiter stellt er das Land der 1000 Teiche vor, deren Zahl weitaus höher sei, wie er betonte.

Als eine Herausforderung bezeichnete Beer die Problematik mit Bibern, die in die Wasserregulierung eingreifen. Mit großer Sorge verfolge man auch das verstärkte Auftreten der Kormorane und Fischotter. Schutz vor den Feinden sei derzeit nur mit einer aufwendigen Aquakultur in geschlossenen Becken möglich. "Das kostet zusätzlich", fügte Beer auch im Hinblick auf eine bereits ins Auge gefasste Umzäunung des Areals hinzu. "Fisch sollte ein Saisonprodukt bleiben", wies er an anderer Stelle auf die Tatsache hin, dass etwa Karpfen nur während der Monate mit "R" angeboten wird. Von einer ganzjährigen Saison hält er nicht viel. Beer demonstriert wie ein Fischernetz ausgeworfen wird. Etwas Übung sei dafür schon nötig.

Zurück auf dem Betrieb folgte der Blick hinter die Kulissen. Zuvor erklärte Fabian Polster (Landratsamt), welche Ziele die Arbeitsgemeinschaft Fisch im Landkreis Tirschenreuth verfolgt und welche Fördergelder gewährt werden. Ebenso berichtete er von den Aufgaben bei der ARGE Fisch und im Tourismuswesen. Abschließender Punkt des Unterrichts war das fachgerechte Vorbereiten eines Karpfens für die Küche.

Fisch sollte ein Saisonprodukt bleiben.Fischwirtschaftsmeister Thomas Beer

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