31.05.2017 - 20:10 Uhr
MitterteichOberpfalz

Im Auto gilt: Finger weg vom Handy: Keine Flatrate während der Fahrt

Mit den Polizei-Inspektionsleitern Werner Schönfelder (Tirschenreuth), Reinhold Schreyer (Waldsassen) und Bernhard Gleißner (Kemnath) ist der Infostand zum Thema "Telefonieren während der Fahrt" prominent besetzt. 20 Kollegen sind gleichzeitig auf der Straße unterwegs und halten Ausschau nach Handysündern.

Sie informierten die Passanten: KJR-Vorsitzender Jürgen Preisinger, die PI-Chefs Werner Schönfelder, Reinhold Schreyer und Bernhard Gleißner (von rechts) sowie Bürgermeister Roland Grillmeier (links). Bilder: tr (3)
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Zwischen 14 und 18 Uhr informierten die Inspektionsleiter am Dienstag Passanten über die Gefährlichkeit des Telefonierens oder SMS-Schreibens während der Fahrt. Auch die Konsequenzen wurden angesprochen: Wer erwischt wird, der ist um 60 Euro ärmer und kassiert einen Punkt in der Verkehrssünderdatei.

20 Kollegen auf der Straße

Zeitgleich starteten 20 Kollegen der drei Inspektionen, verstärkt durch Beamte vom Operativen Einsatzdienst Weiden, im Landkreis in Zivilfahrzeugen zur Jagd nach Leuten, die beim Autofahren telefonieren. Entsprechende Kandidaten meldeten sie an ihre Kollegen, die, strategisch perfekt platziert, an Ortsein- und -ausfahrten postiert waren und an Ort und Stelle abkassierten.

Außerdem belehrten sie die Verkehrssünder über die Gefahren, die dieses Verhalten mit sich bringt. Während des Sondereinsatzes registrierten die Polizeikräfte 21 Handy-Verstöße. Zudem waren 30 Autolenker nicht angeschnallt und wurden mit je 30 Euro zur Kasse gebeten. Ein tschechischer Bürger war ohne gültige Fahrerlaubnis unterwegs.

Mit einer gemeinsamen Aktion haben Kreisjugendring, Polizeiinspektionen und die Verkehrswachten Tirschenreuth und Kemnath im Landkreis der Handynutzung beim Autofahren den Kampf angesagt. Das ungewöhnliche Motto lautet "Houst a Hirn, lousd as Handy lieng" (wir berichteten).

Gemeinsame Aktion

Neben aufwendiger Werbung mit Bannern, Flyern und Busaufklebern gehören dazu eben auch solche Aktionen wie die am Dienstagnachmittag. Das werde nicht die einzige Kontrolle bleiben, ließen die PI-Leiter durchblicken. Zudem betonten sie, dass die Beamten auch im Alltagsdienst verstärkt auf diesen Verstoß achteten. Aber im Streifenwagen sei es schwierig, Leute zu überführen, weil den ja jeder Verkehrsteilnehmer sofort sehe und dann natürlich das Gespräch oder das Verfassen einer Textnachricht abrupt beende.

Daher sei es auch "Zielrichtung gewesen, mit den Leuten zu sprechen", erklärt Gleißner. "Wir wollen erreichen, dass sie vernünftig sind und so Unfälle verhindern." Bei 21 Fahrern (6 Handy- und 15 Gurtverstöße), die seine Kollegen in Kemnath, Erbendorf sowie an der B 299 und bei Riglasreuth erwischt haben, sollte zumindest ein Lernprozess eingesetzt haben.

Mit dem Projekt das unter der Schirmherrschaft von Landrat Wolfgang Lippert und dem Polizeipräsidenten der Oberpfalz, Gerold Mahlmeister, steht, und den dazugehörigen Aktionen sollen die Bevölkerung und vor allem Verkehrsteilnehmer, insbesondere junge Menschen über die Gefahren und Risiken bei einer Ablenkung durch Handynutzung im Straßenverkehr sensibilisiert werden.

Ablenkung sei eine zunehmende und oft unterschätze Gefahr im Straßenverkehr, wissen die Beamten. Die aktive Teilnahme am Straßenverkehr, ob als Kraftfahrer, Fahrradfahrer oder Fußgänger, erfordere jederzeit die volle Konzentration. Nach einer Studie der Allianz-Versicherung werde etwa jeder 10. Verkehrsunfall durch abgelenkte Autofahrer verursacht. Eine Sekunde genüge, um bei einer Geschwindigkeit von 50 Stundenkilomern 14 Meter im "Blindflug" unterwegs zu sein. Bei 80 km/h betrage die "Blindstrecke" bereits 22 Meter.

Jederzeit und überall

Bürgermeister Roland Grillmeier und KJR-Vorsitzender Jürgen Preisinger waren ebenfalls mit am Infostand. Sie stellten fest, dass heute praktisch jeder Jugendliche Besitzer eines Smartphones ist und jederzeit und überall auf das Internet zugreifen will. Dass es dabei Grenzen gebe, auch das solle mit der Aktion "Houst an Hirn, lousd as Handy lieng", vermittelt werden. Am Steuer von Kraftfahrzeugen ist bei laufendem Motor bereits der Griff zum Handy gesetzlich verboten.

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Weitere Informationen:

www.houst-a-hirn.de

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