15.01.2018 - 20:00 Uhr
MitterteichOberpfalz

Informationsabend des MVZ Stiftland im Museumscafé Mitterteich Schmerzen an Gelenken und Sehnenansätzen

Ein volles Haus gab es am Donnerstag im Café des Museums Mitterteich. Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) Stiftland hatte zu einem Infoabend über Schmerzen an Gelenken und Sehnenansätzen eingeladen. Prokurist Manfred Tretter von der Kliniken Nordoberpfalz AG zeigte sich in seiner Begrüßung vom Besuch überwältigt. Die Fachärzte Robert Drechsel, Dr. Gerd Kamjunke und Dr. Thorsten Friese stellten sich den Zuhörern. Themen bei den Vorträgen waren die Ursachen und die Behandlung von Tendinopathien (Schmerzen im Bereich der Sehnen) und Arthrose (Gelenkverschleiß). Beides sind Volkskrankheiten mit großem orthopädischem Stellenwert. Im Vordergrund standen vor allem die konservativen, nichtoperativen Therapiemöglichkeiten.

Im Museumscafé referierten (von links) die Fachärzte Dr. Gerd Kamjunke, Robert Drechsel und Dr. Thorsten Friese sowie Prokurist Manfred Tretter von der Kliniken Nordoberpfalz AG. Bild: jr
von Josef RosnerProfil

Facharzt Robert Drechsel referierte über Schmerzen im Bereich der Sehnen und Sehnenansätze. Er erklärte Erkrankungen wie Kalkschulter, Tennisarm, Läuferknie, Beschwerden an der Achillessehne (Achillodynie) sowie die Plantarfasziitis (Entzündung der "Fußsohlensehne"). Die Ursachen seien meist eine Über- oder Fehlbelastung, wusste er. Auch Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, Verletzungen und Stoffwechselprobleme könnten zu entsprechenden Sehnenveränderungen führen.

In den meisten Fällen liege eine Kombination aus mehreren Faktoren vor. Durch Mikroeinrisse an den Sehnen und im Rahmen gestörter Reparationsvorgänge durch anhaltende Belastung komme es zur Ausbildung von minderwertigem, narbigem, vermehrt durchblutetem, schmerzhaftem Gewebe mit verminderter viskolelastischer Eigenschaft. An dieser Stelle greife der Therapieansatz. Ziel sei es, die auslösenden Faktoren zu beseitigen, die Regeneration der Sehnen zu fördern und die weitere Degeneration der Sehnen zu vermeiden. Aber trotz verbesserter Diagnostik und guter Studienlage sei die Behandlung der Tendinopathien weiterhin eine Domäne der Erfahrungsmedizin und müsse individuell auf den Patienten abgestimmt werden.

Dem MVZ steht hierfür auch eine neue und vielversprechende Behandlungsmethode, die ACP-Therapie, zur Verfügung. Die Abkürzung steht für Autologes Conditioniertes Plasma, ein Verfahren, bei dem aus Patientenblut über Zentrifugation das eigene Plasma mit Blutplättchen und wichtigen Wachstumsfaktoren gewonnen wird. In einem zweiten Schritt wird dann das konzentrierte und von weißen Blutkörperchen separierte Plasma über eine Injektion in das erkrankte Gewebe bzw. Gelenk gespritzt. Dadurch werden Selbstheilungsprozesse und Regeneration angestoßen.

Im zweiten Vortrag ging es um den Gelenkverschleiß (Arthrose). Orthopäde Dr. Kamjunke stellte Ursachen und Therapiemöglichkeiten vor. Im Vordergrund standen auch hier die nicht-operativen Behandlungsmöglichkeiten. Auslöser der Arthrose ist immer ein Knorpelschaden, den es primär zu vermeiden gilt. Überlastung und Fehlbelastung durch Übergewicht oder Beinfehlstellungen (X- und O-Beine) bzw. Gelenkinstabilitäten, zum Beispiel nach Verletzungen des vorderen Kreuzbandes, führten unweigerlich zur Zerstörung des Knorpels. Durch Anpassung und Veränderung der "Lebensgewohnheiten" könne schon viel getan werden. Gewichtsreduktion, gutes Schuhwerk, gelenkschonende Sportarten seien Grundlagen zur Vermeidung.

Ist es im Verlauf doch zu einer schmerzhaften Abnutzung in den Gelenken gekommen, steht den Ärzten des MVZ Stiftland ein breites Behandlungsspektrum zur Verfügung. Wie bei den Tendinopathien nimmt die ACP-Therapie auch in der Behandlung der Arthrose einen immer größer werdende Stellenwert ein.

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