Mehrheit für Schrägparken

Am Unteren Markt werden künftig mehrere neue Schrägparkplätze direkt an der Staatsstraße zur Verfügung stehen. Dafür wird die Pollerreihe in dem bislang ungenutzten Bereich zwischen Bushaltestelle (links) und dem alten Rathaus (rechts) ein Stück zurückgesetzt. Die Stadt will dafür Sorge tragen, dass für Rollstuhlfahrer noch ein ausreichender Abstand zwischen der untersten Treppenstufe und dem äußersten Stellplatz verbleibt - davon hängt ab, ob letztlich fünf oder nur vier Parkplätze geschaffen werden. Graf
Vermischtes
Mitterteich
10.12.2016
79
0

Einige weitere Parkplätze entstehen auf dem Unteren Markt in Mitterteich: Nach einer ersten Diskussion im Bauausschuss im September hat der Stadtrat nun beschlossen, in einem bislang ungenutzten Abschnitt zwischen altem Rathaus und der Bushaltestelle mehrere Stellplätze auszuweisen.

Die mit Pollern abgesperrte Fläche an der Staatsstraße war im Laufe der Sommermonate in den Blickpunkt gerückt. Weil ein Teil der Parkplätze entlang der Häuserzeilen wegen der Marktplatz-Umbauarbeiten vorübergehend nicht verfügbar war, hatte Bürgermeister Roland Grillmeier die Poller vorübergehend entfernen lassen, um Autofahrern Ausweichmöglichkeiten zu geben. Im Bauausschuss im September regten Grillmeier und einige CSU-Räte an, dort reguläre Parkplätze zu schaffen (wir berichteten).

Nachdem man sich grundsätzlich darauf verständigt hatte, diese Idee umzusetzen, galt es nun im Stadtrat zu klären, ob die neuen Parkplätze schräg oder längs angelegt werden sollen. Dazu hatte die Stadt vom Ingenieurbüro Bork Skizzen für beide Varianten anfertigen lassen. Roland Grillmeier machte deutlich, dass der Bereich Raum für bis zu vier Längs- oder fünf Schrägparkplätze biete. Die Poller würden nicht komplett verschwinden, sondern zurückgesetzt. Eine Durchfahrmöglichkeit in Richtung Häuserzeile solle es nicht geben. Darüber sei man sich bereits im Bauausschuss einig gewesen.

Ganz klar für das Schrägparken sprach sich Josef Schwägerl (CSU) aus. Seine Fraktion sehe dafür mehrere entscheidende Gründe: Das Ein- und Aussteigen könnte abseits vom fließenden Verkehr erfolgen, durch das Rückwärtsausparken würde der Verkehr etwas beruhigt - und es würde eine Stellfläche mehr entstehen. Hinzu komme, dass nur bei der "Schräg-Variante" auch noch Rollstuhlfahrer zwischen Stufen und Autos passieren könnten.

Sicherheits-Bedenken

Komplett anders bewertete SPD-Sprecher Johann Brandl die Lage. "Dass ein Parkplatz mehr geschaffen werden könnte, wäre der einzige Vorteil", sagte er zum Schrägparken. Der große Nachteil sei aber, dass beim Ausparken der fließende Verkehr nicht im Rückspiegel zu sehen sei. "Es kracht schon oft genug am Oberen Markt." Nach einem Unfall könnte die Versicherung schnell eine mögliche Verletzung der Verkehrssicherungspflicht ins Spiel bringen und fragen, ob denn ein Einweiser vor Ort gewesen sei. In der Runde stießen diese Ausführungen zum Teil auf Unverständnis. "Sollen wir die Stadtratssitzung jetzt in eine Verkehrserziehungssitzung umwandeln?", fragte Reiner Summer (CSU). Dessen Fraktionskollege Holger Paschedag warf ein: "Einfach schräg rein- und rausfahren und fertig. Und es gibt einen Parkplatz mehr." Josef Schwägerl wies darauf hin, dass in Längsstellflächen wohl häufig rückwärts eingeparkt würde, was erst recht mit Problemen verbunden wäre. Auch Bernhard Thoma (Freie Wähler) hielt das Schrägparken für die bessere Option.

Bürgermeister Grillmeier sah beim Längsparken keine geringere Unfallgefahr als beim Schrägparken gegeben. Klaus Schüßler von der Stadtverwaltung ergänzte, dass bei einem Ortstermin mit Polizei- und Bauamt-Vertretern vor allem das mit dem Längsparken verbundene Aussteigen in Richtung Staatsstraße für sehr bedenklich eingestuft worden sei. Busunternehmen hatten im Vorfeld auf Anfrage der Stadt mitgeteilt, dass die Haltestelle bei Schrägparkplätzen besser angefahren werden könnte.

Als Zuhörerinnen mit dabei waren die städtische Behindertenbeauftragten Hildegard Betzl und die stellvertretende Kreisbehindertenbeauftragte Doris Scharnagl-Lindinger, denen der Bürgermeister das Wort erteilte. "Mit Kinderwagen oder Rollstuhl sollte man dort weiterhin vorbeikommen, ohne auf die Straße ausweichen zu müssen", forderte Scharnagl-Lindinger. Roland Grillmeier stimmte ihr zu und erklärte, dass der Durchgangsbereich zwischen Stufe und Parkfläche mindestens einen Meter breit sein müsse. Ein Stellplatz würde deshalb möglicherweise wegfallen, aber das werde noch geprüft.

Drei Gegenstimmen

Einig war sich das Gremium, die Parkdauer in dem Bereich auf zwei Stunden zu begrenzen. Bei der Abstimmung votierte die breite Mehrheit für das Schrägparken, dagegen sprachen sich nur die drei SPD-Räte Johann Brandl, Angelika Müller und Gerhard Greim aus.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.