22.04.2018 - 18:40 Uhr
MitterteichOberpfalz

Neue Teichnixe Sophie Bächer herzlich begrüßt Botschafterin in wichtiger Mission

Wenn Landrat Wolfgang Lippert seine Rede mit "Sehr geehrte Hoheiten, liebe Prinzessinnen und Königinnen" beginnt, muss etwas Besonderes geboten sein: Am Samstagnachmittag wurde die neue Teichnixe im Fischlokal von Thomas Beer offiziell gekrönt. Zur Feier tummelten sich dort weitere Hoheiten und Schönheiten.

Mit ein wenig Wehmut im Herzen gab Lena Bächer nach zweieinhalb Jahren Amtszeit das Karpfenzepter an ihre Schwester Sophie (v. re.) ab.
von Ulla Britta BaumerProfil

Kleinsterz. Es war der Tag der schönen Frauen: Am Samstag traten die "Herren der Schöpfung" einmal gerne in den Hintergrund, denn es sollte eine ganz besondere Frau gefeiert werden. Alle zwei Jahre kürt die Arbeitsgemeinschaft Fisch im Landkreis Tirschenreuth (Arge Fisch) eine neue Teichnixe. Zum ersten Mal fand dieses Ereignis auf dem Fischbauernhof von Thomas Beer statt, neuer Vorsitzender der Arge Fisch. Lampenfieber war also nicht nur bei der neuen Teichnixe Sophie Bächer angesagt. Auch der Fischbauer zeigte sich ein wenig aufgeregt.

Beim Sektempfang im schönen Innenhof des Beer-Anwesens gaben sich nicht nur die Ehrengäste die Klinke in die Hand. Die ehemalige Teichnixe Lena Bächer ist die zweite Vorsitzende der Arge Fisch und natürlich aufgrund ihres Amtes die Freundin etlicher "Königlicher Hoheiten" aus ganz Deutschland. Deshalb war es eine Ehrensache für die Teichnixe aus Peitzer im Spreewald, Jenifer Fiebow, zur Krönung der neuen Teichnixe in den Landkreis Tirschenreuth zu kommen. Das Ereignis ließ sich auch die ehemalige Moseler Weinkönigin Sarah Schmitt nicht entgehen.

Nach dem Small Talk unter freiem Himmel sollte es im Fischlokal "ernst" werden. Landrat Wolfgang Lippert dankte der Arge Fisch für ihr Engagement für den Landkreis Tirschenreuth und die Teichwirtschaft. Die Tourismuszahlen hätten sich im vergangenen Jahr um 13,2 Prozent nach oben bewegt. "Daran hat die Arge Fisch einen großen Anteil ", sagte Lippert. Er versprach, dass sich der Landkreis intensiv um die Belange der Teichwirte kümmern werde. Denn es gelte, die Teiche zu erhalten. Der ausscheidenden Teichnixe Lena Bächer sprach Lippert ein großes Kompliment aus. Der neuen Nixe Sophie Bächer wünschte er viel Erfolg und Freude.

Viel unterwegs

Als Teichnixe Abschied nehmen musste Lena Bächer. "In 20 Minuten muss ich das Karpfenzepter abgeben", seufzte die 20-jährige Muckenthalerin. Dafür dürfe sie es an ihre Schwester Sophie weitergeben, das freue sie. Lena Bächer ließ die schöne Zeit als Teichnixe Revue passieren. Sie sei in ganz Deutschland unterwegs gewesen, habe im Landkreis auf zahlreichen Veranstaltungen die Fischwirtschaft vertreten. Sie dankte ihrer Familie und ihren Freunden. "Ohne deren Unterstützung hätte ich das nicht geschafft!" Und sie habe viel gelernt: Wie Bieranzapfen, dass Politiker auch Menschen seien und dass man das Karpfenzepter aus Porzellan nicht auf einen glatten Boden abstellen dürfe, da es sonst umfalle und der Fischschwanz abbreche. Daneben betonte Lena Bächer natürlich besonders, dass es immer ihr wichtigstes Anliegen gewesen sei, das "Land der tausend Teiche" gebührend zu vertreten und bekannt zu machen. "Es war eine wunderschöne Zeit, die ich sehr vermissen werde", sagte sie abschließend. Ihrer Schwester Sophie wünschte sie eine gleich schöne Zeit und versprach, ihr mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Teichnixe Sophie Bächer

Lieblingsschuhe: Gummistiefel

18 Jahre jung ist die neue Teichnixe. Und sie ist hochmotiviert: Sophie Bächer hat am Samstagnachmittag das Karpfenzepter aus den Händen ihrer älteren Schwester, der 20-jährigen Lena Bächer, übernommen.

Sophie Bächer hat sich nach dem Abitur zum Studium der angewandten Bewegungswissenschaft in Regensburg entschieden. In ihrer Freizeit tanzt sie gerne, spielt Gitarre und kocht gerne. "Auch Fisch", lacht sie und erzählt, dass sie im "Fischerstüberl" ihrer Großmutter, Elsa Bächer, sehr gerne mithelfe. Die Entscheidung, das Amt der Teichnixe zu übernehmen, sei ihr nicht schwergefallen, sagt sie weiter. "Ich habe gesehen, wie sehr das meiner Schwester Lena Spaß gemacht hat. Deshalb dachte ich, dann probiere ich es auch einmal." Natürlich freue sich ihre ganze Familie darüber. Nun müsse sie schauen, dass sie ihre neue Aufgabe mit ihrem Studium in Einklang bringe. Aber es sei ausreichend Freiraum. Sophie Bächer stammt aus einer Fischbauernfamilie, die zwölf Generationen zurückreicht. "Gummistiefel sind meine Lieblingsschuhe und mein Lieblingstier ist der Waller." Ihr wichtigstes Anliegen als neue Teichnixe sei, der Bevölkerung die Süßwasserfische als gesundes Lebensmittel zu vermitteln sowie für Nachhaltigkeit und Schutz der Teichlandschaft zu sprechen. Beim Festakt bekam Sophie Bächer das Zepter und die Schärpe von ihrer Schwester. Das sind die Requisiten einer Stiftländer Teichnixe. Ihr Kleid hat sie sich wie ihre Vorgängerinnen schneidern lassen. Bei dem herrlichen Stück handelt es sich um eine Sonderanfertigung. Das Design hat Sophie entworfen. Gefertigt wurde das Kleid in der Schneiderei Kreuzer in Plößberg, wo unter anderem das Mieder sowie der Saum mit edlem Karpfenleder verfeinert wurden. Die Muckenthalerin wird als Teichnixe auf zahlreichen Veranstaltungen im Landkreis und weit darüber hinaus zwei Jahre lang die Teichwirtschaft vertreten. (ubb)

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