18.10.2017 - 16:18 Uhr
MitterteichOberpfalz

Problem bei Grundschulsanierung Sorgen um alte Betondecken

Es ist eines der größten örtlichen Bauprojekte der vergangenen Jahre. Rund neun Millionen Euro steckt die Stadt Mitterteich in Sanierung und Teilneubau der Grundschule. Einige Wochen nach Beginn der Arbeiten ist ein neues Problem aufgetaucht.

Bürgermeister Roland Grillmeier (links) hieß die Stadträte und Vertreter der Stadtverwaltung willkommen. Alle erhielten Bauhelme, mit der Bitte, diese künftig bei Führungen auf der Baustelle mitzuführen.
von Josef RosnerProfil

Der Stadtrat und Bürgermeister Roland Grillmeier absolvierten am Kirchweihmontag traditionell eine Tour mit mehreren Stationen. Erster Anlaufpunkt war die Baustelle der Grundschule. Dazu erhielt jedes Stadtratsmitglied einen Schutzhelm überreicht - verbunden mit der Bitte, diesen bei Besichtigungen künftig immer mitzubringen.

Vor Ort informierten Architekt Armin Juretzka, Bauleiter Mirko Bertl und Statiker Hartmut Heinze, dass große Teile des Gebäudes aus den 60er-Jahren in den Rohbauzustand gebracht wurden. Nun laufe die Untersuchung der Bausubstanz. "Wir haben es mit einem Bestand zu tun, bei dem immer etwas Unvorhergesehenes auftauchen kann", gab Juretzka zu bedenken. Ein solcher Fall sei nun eingetreten: Sorgen bereiten den Fachleuten die freigelegten Betondecken. Beim Bau in den Sechzigern sei offenbar nicht so exakt gearbeitet worden, wie es heute üblich sei.

Genaue Untersuchung

Hartmut Heinze informierte, dass aus der Entstehungszeit des Gebäudes keine Pläne mehr von den Bewehrungen der Decken vorhanden seien. Daher sei nun eine fein säuberliche Untersuchung notwendig. Die Analysen sollen zeigen, ob damals auch wirklich alles vorschriftsmäßig eingebaut wurde. "Wir können nicht auf Basis von Vermutungen arbeiten und müssen deshalb die Untersuchungsergebnisse abwarten." Zu hoffen sei auf ein positives Resultat. Armin Juretzka erklärte, dass zur Verwirklichung des neuen Schulkonzeptes auch einige Zwischenwände herausgerissen werden sollen - aber auch dazu seien die offenen statischen Fragen zu klären. Eigentlich wurde die Sanierung der Betondecken schon in Auftrag gegeben, doch zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine Zweifel an deren Tragfähigkeit. Im Falle eines negativen Ergebnisses könnten die Kosten weiter steigen.

Eine große Rolle beim gesamten Sanierungs- und Erweiterungsprojekt spielt natürlich der Brandschutz, wobei auch hier den Decken eine wichtige Rolle zukommt. Ziel ist es, die Betondecken in sogenannte "F90-Decken" zu umzuwandeln. Das bedeutet, dass sie einem Feuer 90 Minuten lang standhalten können. Wie dies erreicht werden soll, muss ebenfalls noch abschließend geklärt werden. Denkbar sei beispielsweise der Einbau einer Unterdecke, wie es hieß. Zum Thema Brandschutz sind noch weitere Gespräche angesetzt.

Rohbau noch heuer

Im Anschluss ging es auf das Freigelände, wo mittlerweile mit den Fundamentarbeiten für den Erweiterungsbau begonnen wurde. Entstehen wird ein zweistöckiger Neubau mit einer Grundfläche von 7 mal 20 Metern. Noch vor Jahresende soll der Rohbau stehen.

Wir haben es mit einem Bestand zu tun, bei dem immer etwas Unvorhergesehenes auftauchen kann.Architekt Armin Juretzka
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