12.03.2018 - 16:54 Uhr
Mitterteich

Sanierung der Grundschule Mitterteich Projekt weitgehend im Zeitplan

Neun Millionen Euro fließen in Sanierung und Umbau der Mitterteicher Grundschule sowie in den Neubau des Caritas-Kinderhorts. Bei einem Baustellenrundgang informieren die Verantwortlichen über den aktuellen Stand des Projekts.

In den Sanitärbereichen laufen derzeit Maurerarbeiten. Bild: jr
von Josef RosnerProfil

Nach mehrjährigen Planungen starteten Anfang September 2017 die umfassenden Baumaßnahmen. Zu Ende gebracht wurde kürzlich die aufwendige Sanierung der Decken im neueren Trakt des Gebäudekomplexes. Hier hatte das Ergebnis einer statischen Untersuchung ein Eingreifen notwendig gemacht. Laut Bauleiter Mirko Bertl (Juretzka-Architekten) wurden diese Arbeiten über zweieinhalb Monate hinweg in enger Abstimmung mit Statikern durchgeführt.

Bürgermeister Roland Grillmeier räumt ein, dass dadurch etwas Zeit verloren gegangen sei, aber dafür werde man an anderer Stelle aufholen. "Wir befinden uns weitestgehend im Zeitplan", so Grillmeier. Allerdings gab er zu bedenken, dass Überraschungen bei der Sanierung von alten Gebäuden jederzeit möglich seien. Ob es durch den Aufwand bei der Deckensanierung und die Veränderungen im Bauablauf zu Mehrkosten kommt, lasse sich noch nicht mit Sicherheit sagen.

Neubau mit Aufzug

Mirko Bertl berichtete, dass man die Baustelle während des ganzen Winters beheizt habe, nur dadurch seien Arbeiten überhaupt möglich gewesen. Begonnen wurde in den kalten Monaten mit der Sanierung der Betonpfeiler und der Säulen, zudem wurden diverse Maurerarbeiten erledigt. Jetzt steht angesichts des bevorstehenden Frühlings das Abbrechen der Fensterbrüstungen zur Neugestaltung der Fassadenfronten an. Auch die Arbeiten zur Errichtung des Neubaus können nun Fahrt aufnehmen. Zu erkennen ist unter anderem schon ein Teil des Schachts für den Aufzug, der einen barrierefreien Zugang zu allen Bereich des Schulgebäudes ermöglichen wird. Starten sollen im Laufe des Frühjahrs auch die Heizungs-, Elektro- und Lüftungsbauer mit ihrem Programm, danach folgt der Innenausbau.

Erahnen lässt sich beim Rundgang schon die offene Gestaltung der künftigen "Lernlandschaft". "Gelernt wird künftig nach den neuesten pädagogischen Erkenntnissen mit Einsatz modernster Technik und Ausstattung", verspricht Rektorin Renate Zuber (siehe Kasten). "In einem Wohlfühlklima lässt sich's leichter lernen", ergänzte Bürgermeister Roland Grillmeier. Zustimmung erhielt er auch von Lehrer Hans Eichhammer, der seit 35 Jahren an der Schule unterrichtet und die Gebäude und alle Räume bestens kennt. Die ganze Schule sei einfach nicht mehr zeitgemäß gewesen. Erhalten bleiben übrigens die Mosaik-Kunstwerke im Treppenhaus, worüber sich die Verantwortlichen besonders freuen. Diese Kunstwerke seien fester Teil der Historie der Schule, wie es hieß.

Umzug im Mai 2019

Derzeit sind die Kinder im Altbau der Schule untergebracht. Sobald sie im Mai 2019 wieder in den sanierten Trakt mit Neubau umgezogen sind, wird der Altbau abgebrochen. Dann startet auch der Neubau des Caritas-Kinderhorts. Bis Ende 2020, so die Berechnungen der Architekten, sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. Renate Zuber informierte auf Nachfrage, dass der Unterrichtsalltag der insgesamt 232 Kinder und der Lehrkräfte durch die nahen Bauarbeiten kaum beeinträchtigt werde. Lärm sei so gut wie kein Thema. "Höchstens die Verwaltung wird ab und an mal gestört", erklärte Zuber.

Geld gut angelegt

Die Gesamtkosten des Projekts setzen sich durch 6,5 Millionen Euro für die Arbeiten an der Grundschule und 2,5 Millionen Euro für den Neubau des Kinderhorts zusammen. Nach Abzug der Fördermittel ergibt sich für die Stadt Mitterteich ein Eigenanteil von 2,5 Millionen Euro, die Gemeinde Leonberg muss 500 000 Euro beisteuern. Die Verantwortlichen zeigten sich beim Rundgang überzeugt, dass das Geld in dem Projekt gut angelegt sei - schließlich gehe es um die Zukunft der Kinder.

Neues pädagogisches Konzept

Mit einem neuen pädagogischen Konzept geht die Grundschule Mitterteich in die Zukunft. Rektorin Renate Zuber erklärt beim Baustellentermin, dass man damit den gesellschaftlichen Veränderungen Rechnung trage. Weiter geschärft wird zum einen das Profil der Inklusiven Schule. Neben einer Tandemklasse gibt es auch künftig Einzelinklusionen von Schülern in den Regelklassen. Um den Anforderungen von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf noch besser gerecht zu werden, ist im sanierten Schulhaus eine stärkere personelle und auch räumliche Vernetzung vorgesehen. Möglich sein wird die Öffnung von Klassenzimmern und Gruppenräumen, zudem sollen sich Lehr- und Lernmittel in unmittelbarer Lehrer- und Schülernähe befinden. Weiter umgesetzt werden soll auch der "Lehrplan Plus". Im Mittelpunkt steht dabei die Kompetenzorientierung. Selbstständiges und reflektierendes Arbeiten soll künftig nicht nur durch neue Unterrichtsmethoden, sondern auch durch die Veränderung von räumlichen Strukturen gefördert werden. Entstehen sollen etwa Lernnischen für Partner- und Gruppenarbeiten, Rückzugsräume zum individuellen Arbeiten und neue Möglichkeiten zum Präsentieren. Nicht zuletzt ist eine mit allen Einrichtungen verbundene Lernlandschaft geplant. Renate Zuber betont, dass das neue Schulkonzept auch beste Voraussetzungen für die Bildung von Kombiklassen bieten werde. (jr)

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