02.04.2018 - 15:08 Uhr
MitterteichOberpfalz

Traditionsveranstaltung am Heimatbrunnen Bürgermeister ohne Chance

Selbst die Eier aus Großensees bringen keinen Vorteil. Roland Grillmeier, der nach längerer Pause wieder Ostern daheim verbringt, unterliegt gegen "Oierhiarter"-Altmeister Willi Schneider. Nicht anders ergeht es dem Stellvertreter.

von Josef RosnerProfil

Kein besonderes Glück mit dem Wetter hatte in diesem Jahr der Burschenverein am Ostersonntag, als er zu seinem traditionellen Oierhiartn an den Stiftländer Heimatbrunnen einlud. Regenschauer und ein kalter Wind ließen es doch recht ungemütlich sein draußen.

Doch trotz schlechten Wetters kamen wieder viele Brauchtumsfreunde, um bei dem Wettbewerb zum Schauen dabei zu sein oder sogar selbst im Eierduell zu bestehen. Damit auch jeder mitmachen konnte, stellte der Burschenverein 250 bunte Ostereier und für die Kinder zusätzlich noch süße Überraschungen bereit. Seit Anfang den 70er Jahren wird in der Glasstadt dieses Brauchtum zelebriert. Bedauerlich war nur, dass Vandalen in der Nacht von Samstag auf Ostersonntag den geschmückten Heimatbrunnen verwüsteten und der Ort des Traditionsspektakels erst wieder hergerichtet werden musste (siehe Polizeibericht nebenan).

Mit der Glocke in der Hand bat Willi Schneider um 13.30 Uhr um Ruhe, ehe der 75-Jährige das Oierhiartn des Burschenvereins "Concordia" von 1894 eröffnete. "Frohe Ostern miteinand' ", rief Schneider, während aus dem Brunnen friedlich das Wasser sprudelte. Wieder waren nahezu 100 Leute dabei - Kinder wie Erwachsene - und ließen es sich nehmen bei diesem heimatlichen Brauchtumsspektakel dabei zu sein. Bemalt hatten die über 800 Eier, die den Brunnen jetzt in den kommenden Tagen schmücken, die Kinder der beiden Kindergärten der Stadt. Schneider dankte den Burschen und den Kindern für ihren Einsatz und wünschte allen Anwesenden frohe Ostern.

"Oh Or, etz geht's da droa" - mit diesen Worten forderte Schneider Bürgermeister Roland Grillmeier zum Duell. Grillmeier wiederum hob die Bedeutung dieses Brauchtums hervor, das einfach zum Osterfest dazugehört und entbot allen Gästen ein frohes Osterfest. Sein Dank galt Willi Schneider, der jetzt schon seit über vier Jahrzehnten diese Tradition aufrecht erhält, sowie dem Burschenverein und den beiden Kindergärten für die Unterstützung im Vorfeld. Scherzhaft sagte Grillmeier, dass er jetzt fünf Jahre lang im Trainingslager war, damit er für das Duell mit Willi Schneider gewappnet sei. Es sollte ihm freilich nichts helfen. Dabei hatte er eigens Familien-Eier aus Großensees mitgebracht, doch gegen Schneiders Eier war er ohne jegliche Chance. Später knöpfte sich Grillmeier noch Neualbenreuths Rathauschef Klaus Meyer vor. Und siehe da, mit seinem gelben Ei siegte er deutlich.

Nach dem offiziellen Teil duellierten sich große und kleine wie ältere und jüngere Besucher mit "Spitz af Spitz, Ruck af Ruck". Nach gut 20 Minuten - wohl auch wegen des schlechten Wetters - war das Spektakel dann schon wieder vorbei.

Oh Or, etz geht's da droa.Willi Schneider

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