Verwirrung um Vorfahrt

Seit der Umwandlung der Pechofener Straße (rechts) in eine Spielstraße ist diese untergeordnet - das heißt, dass sich Verkehrsteilnehmer, die in die Kohllohstraße einbiegen, nicht mehr auf die sonst im gesamten Viertel gültige Rechts-vor-Links-Regelung berufen können. Karl-Heinz Ernstberger (CSU) berichtete in diesem Zusammenhang von mehreren Beinahe-Zusammenstößen und forderte ein zusätzliches Warnschild. Bild: lnz
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Mitterteich
19.05.2017
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Die Verkehrssicherheit in der Kohllohstraße nahm jetzt der Mitterteicher Bauausschuss ins Visier. Für Besserung soll ein neues Schild sorgen, zudem lässt die Stadt die Schaffung einer Tempo-20-Zone im Bereich des Kindergartens und der Grundschule prüfen.

Karl-Heinz Ernstberger (CSU) berichtete von mehreren Beinahe-Zusammenstößen an der Ecke Kohllohstraße/Pechofener Straße. Seit die Pechofener Straße in eine Spielstraße umgewandelt wurde, haben Verkehrsteilnehmer beim Abbiegen in die Kohllohstraße nicht mehr wie zuvor Vorfahrt - was aber laut Ernstberger offenbar nicht allgemein bekannt sei. "Innerhalb einer Woche wäre mir dreimal fast einer reingefahren." Ernstberger regte daher an, mit einem zusätzlichen Schild darauf hinzuweisen, dass die sonst in dem gesamten Viertel verhängte Rechts-vor-Links-Regelung nicht für Spielstraßen gilt. "Ich zahle das notfalls auch selbst", merkte Ernstberger an.

Spielstraße untergeordnet

"Das wäre doppelt gemoppelt", kommentierte Johann Brandl (SPD) den Vorschlag und warnte vor dem Aufstellen zu vieler Schilder. "Wer einen Führerschein hat, der weiß das doch", so Brandl zur Vorfahrtsregelung bei Spielstraßen, welche stets untergeordnet seien und den gleichen Status wie eine Grundstücksausfahrt hätten. In der Runde war man aber allgemein der Ansicht, dass vielen Autofahrern diese Regel eben nicht bekannt sei. "Ich tendiere auch zu einem Schild", bekannte Dr. Achim Nemsow (CSU) und verwies auf ähnliche Erfahrungen an der Stelle wie Karl-Heinz Ernstberger.

Bürgermeister Roland Grillmeier wunderte sich, dass es an dieser Ecke überhaupt zu brenzligen Situationen komme. "Eigentlich müsste man dort so langsam unterwegs sein, dass man gar keinem reinfahren kann." Josef Schwägerl (CSU) sprach von einem Dilemma - durch Tempo 30 und "Rechts vor Links" hätte der Verkehr im ganzen Viertel ja gebremst werden sollen, doch an der Einmündung der Pechofener Straße sei das wohl nicht mehr wie gewünscht der Fall.

Keinen Anklang fand die Überlegung des Bürgermeisters, den Spielstraßen-Status der Pechofener Straße etwa 10 Meter vor der Einmündung in die Kohllohstraße wieder aufzuheben. "Das würde nur zusätzliche Verwirrung stiften", vermutete Johann Brandl. Er sah nach wie vor keinen Handlungsbedarf an der Stelle. "Es sind vor allem Anlieger, die dort rausfahren. Die müssen wissen, welche Vorfahrtsregelung gilt."

Tempo 20 statt Schweller

Anknüpfend an eine kürzliche Diskussion im Stadtrat (wir berichteten) plädierte Johann Brandl zur generellen Verbesserung der Verkehrssicherheit in der Kohllohstraße für den Einbau von Fahrbahnschwellern. Bürgermeister Roland Grillmeier lehnte dies gleich mit der Begründung ab, dass damit ein zu großer Aufwand verbunden wäre - unter anderem müssten die Schweller für den Winterdienst wieder entfernt werden. Grillmeier schlug stattdessen vor, eine Absenkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 30 auf 20 km/h in der Kohllohstraße prüfen zu lassen. Dabei erinnerte er an einen kürzlichen Unfall mit einem Kind, der glücklicherweise glimpflich ausgegangen sei.

Das Gremium zeigte sich am Ende mit dem Tempo-20-Vorstoß einverstanden - genauso wie mit dem Anbringen eines Warnschildes in der Pechofener Straße. Einig war sich der Bauausschuss auch, dass jeder Autofahrer gefordert sei, in dem Bereich besonders gut aufzupassen.

Innerhalb einer Woche wäre mir dreimal fast einer reingefahren.Karl-Heinz Ernstberger
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