18.04.2018 - 15:54 Uhr
MitterteichOberpfalz

Vortrag beim Frauenfrühstück in Mitterteich "Entrümpeln für Anfänger"

Das Krusch-Kammerl - der wichtigste Raum im Keller: Dort wird aufgehoben, was vielleicht irgendwann einmal wieder gebraucht wird.

Beim Frauenfrühstück im Café des Mehrgenerationenhauses blieb kein Stuhl frei. Bild: jr (2)
von Josef RosnerProfil

90 Minuten Zeit nahm sich Religionspädagogin Kathrin Karban-Völkl bei ihrem Vortrag "Das Leben entrümpeln", den sie jetzt beim Frauenfrühstück im Cafe des Mehrgenerationenhaus (MGH) hielt. "Schauen sie mal in ihren Keller, was sich da in all den Jahren so ansammelt", riet die Referentin zum Ausmisten. MGH-Leiterin Gudrun Brill und ihr Team freuten sich über ein voll besetztes Haus.

"Im Laufe unseres Lebens sammelt sich vieles an, Erinnerungen, Erfahrungen, Begegnungen, Schmerzliches und Schönes. Irgendwann ist der Moment gekommen, dass wir unser Leben entrümpeln", so begann die gebürtige Wiesauerin und heute in Kemnath lebende Referentin ihren Vortrag. Gesammelt werde viel - von einstigen Schulheften bis zu Blumenvasen und vor allem Schuhe.

Nicht mit schlechter Laune

"Kinder heben Bausätze auf, Frauen Töpfe und Vasen. Ich lade sie ein, werfen sie einfach mal ruhig ein paar alte Töpfe weg, das ist dann Entrümpeln für Anfänger". Doch nicht nur alte Sachen sollten entrümpelt werden. "Auch unsere Seele braucht ab und an mal eine Entrümpelung, damit sie wieder frei, jung und unbeschwert sein kann". Frau Karban-Völkl gab dazu Impulse, Ideen und Fragen zum Nachdenken, die dazu anregen sollten, die Lebensentrümpelung anzugehen. "Dies alles nicht mit schlechter Laune, sondern immer mit einem Lächeln auf den Lippen". Die Sprecherin nannte das Entrümpeln als Stichwort, um den eigenen unnötigen Ballast loszuwerden. Ob in Haus und Hof, im Körper oder ganz besonders bei der Seele.

Entrümpeltes Gerümpel

Entrümpeln sei nicht immer angenehm, es sei manchmal hochemotional und habe zumeist etwas mit der Vergangenheit zu tun. Und gerade deswegen tue es oft weh, etwas wegzuwerfen. "Für den einen ist es schwierig den Keller in Ordnung zu bringen, dem anderen fällt es leichter, Ordnung in der Seele mit seinen vielen Beziehungsgeschichten und Erfahrungen zu schaffen. "Egal wo wir das Entrümpeln anpacken, wir brauchen Zeit dazu." Frau Karban-Völkl machte deutlich: "Oftmals braucht es dazu einen großen Müllsack, ansonsten haben wir das entrümpelte Gerümpel weiter vor unseren Augen und belasten uns damit zusätzlich. Wer mit schwerem Gepäck reist, kommt nur langsam vorwärts."

Frau Karban-Völkl nannte es die Aufgabe eines jeden Einzelnen, sich alter, vergangener und nicht mehr nützlicher Dinge und Erfahrungen zu entledigen. Der Grund dafür sei ganz einfach: "Nur wer Altes loslässt, schafft Raum für etwas Neues. Und von diesem Neuen profitiert unser ganzes Leben. Es wäre also schade, wenn Menschen ihren Raum für neue Erfahrungen, Begegnungen und Erinnerungen blockierten. "Wer heute mit dem Entrümpeln beginnt, wird morgen leichter durchs Leben gehen."

Auch unsere Seele braucht eine Entrümpelung, damit sie wieder frei, jung und unbeschwert sein kann.Kathrin Karban-Völkl
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