Wo Robin Hood auf Paradies-Tänzer trifft

Die Showtanzgruppe "X-Dream" des Mitterteicher Gaudiwurms entführte die Zuschauer mit ihrem flotten Auftritt unter dem Motto "Robin Hood" thematisch in den Sherwood Forest.
Vermischtes
Mitterteich
06.02.2017
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Nicht fehlen im Programm des Nachmittags durfte natürlich ein Auftritt der TuS-Showtanzgruppe "Phönix". Ein Blickfang bei der Darbietung unter dem Motto "Paradies auf Erden" waren nicht nur die purpurfarbenen Gewänder der jungen Damen, sondern auch die zum Teil spektakulären Hebefiguren und weitere akrobatische Einlagen. Bilder: jr (6)

Helau, der Fasching in der Glas- und Zoiglstadt lebt: Zum 39. Mal ging am Sonntag der traditionsreiche Seniorenfasching über die Bühne und begeisterte mehrere Hundert Zuschauer.

Rund 550 Besucher dürften es gewesen sein, die zu dem dreieinhalbstündigen Spektakel in die Mehrzweckhalle gekommen sind. 140 Mitwirkende - allesamt aus Mitterteich - sorgten für ein kurzweiliges Programm der Extraklasse. Die Moderation lag in den Händen von Manuela Lang und Stadtrat Reiner Summer. Letzterer ließ es sich nicht nehmen, mit einigen Beiträgen das Stadtgeschehen auf die Schippe zu nehmen. Dabei hatte er es besonders auf Bürgermeister Roland Grillmeier abgesehen. (siehe unten).

Eröffnet wurde das Programm in traditioneller Weise mit einem schneidigen Pfiff von "Mister Fasching" Willi Schneider und dem Einmarsch aller Beteiligten. Mit dabei waren auch das Prinzenpaar Daniela I. und Jens I. sowie das Kinderprinzenpaar Vreni I. und Max I. Um die musikalische Umrahmung kümmerte sich wieder der "Oberpfälzer Buam Express".

Die 17-köpfige Prinzengarde des Mitterteicher Gaudiwurms eröffneten das Programm mit einem Gardetanz. Danach hatten die Jüngsten des Gaudiwurm-Vereins und des TuS Mitterteich ihre großen Auftritte. Fast 70 Kinder zeigten in schmucken Kostümen, was sie in den Übungsstunden alles gelernt haben. Bei den TuS-Kindergarden ragte Tanzmariechen Noemi heraus, beim Auftritt der TuS-Gruppe "Fantasia" fiel besonders Showmariechen Lisa auf. Vor der Pause waren auch die Gaudiwurm-Jugend- und Juniorengarden, die TuS-Jugendgarde "Philomenia" und die Mädels der Showtanzgruppe "Phönix" im Einsatz.

Zahnpflege mit Klobürste

In der Pause gab es die Möglichkeit, das Tanzbein zu schwingen. So wagte sich der Bürgermeister mit Prinzessin Daniela I. auf das Parkett. Danach wirbelte das Gaudiwurm-Damenballett "Starlight" in rot-blauen Outfits durch die Halle. Für Lachsalven sorgten sieben Damen des Katholischen Frauenbunds, als sie in einem Sketch "Sparmaßnahmen im Altenheim" präsentierten. Das Publikum tobte, als sich die Darstellerinnen die Zähne mit der Klobürste putzten und bei der weiteren Körperpflege jeweils das gebrauchte Wasser der Nachbarin verwendeten. Den Abschluss bildete ein gemeinsamer "Stuhlgang". Bereits zum neunten Mal in Folge brachte sich das TuS-Männerballett "Wadelschmeißer" ins Programm ein. Diesmal trugen die fünf Herren farbige Ganzkörperanzüge.

Abschließende Höhepunkte waren die Auftritte der beiden Showtanzgruppen. Unter dem Motto "Robin Hood" zog die Gaudiwurm-Truppe "X-Dream" in die Halle ein und nahm die Zuschauer mit auf eine tänzerische Reise in den Sherwood Forest. Danach gab die TuS-Formation "Phönix" Einblicke ins "Paradies auf Erden". Die elf Akteure, darunter drei Herren, wussten wieder mit tollen akrobatischen Einlagen zu überzeugen. Am Ende bedankten sich die Zuschauer mit stürmischem Beifall bei allen Beteiligten.

Als scharfzüngiger Mönch wie im Vorjahr war Reiner Summer zwar nicht im Einsatz. In seiner Rolle als Moderator teilte er dennoch kräftig aus. Gleich nach der Begrüßung stand der Beitrag „Der Bürgermeister-Gockel“ an. Reiner Summer stellte heraus, dass Roland Grillmeier ja schon seit fast 15 Jahren im Amt ist. „Er hat Mitterteich gewaltig vorangebracht – aber hat so ein Mann auch Schwächen?“ Summer schob die Antwort gleich nach: „In Mitterteich ist er für seine Unpünktlichkeit bekannt. Man spricht gar schon von der Bürgermeister-Viertelstunde.“ Roland Grillmeier meinte dazu: „Aber dafür bleib’ ich auch eine Viertelstunde länger und mache oft den Letzten.“ Dennoch musste der Bürgermeister als „Erziehungsmaßnahme“ den „Zeithahn“ geben, das heißt, er musste mehrmals auf seinen Stuhl steigen und mit dem Ruf „Kikeriki“ die Pausen einläuten.

Auf die Schippe nahm Reiner Summer auch die häufige Medienpräsenz der beiden Bürgermeister. In Mitterteich gebe es nun das „Grillmeiersche Tagblatt“: „Sobald die Mitterteich-Seite mal wieder mit dem
2. Bürgermeister total überfüllt ist, schiebt diese intelligente, mitdenkende Tageszeitung den 1. Bürgermeister automatisch auf die Kreisseite vor.“ Summer fragte, ob es sich wohl bei der Bilderflut auf der Kreisseite um die „Geburtswehen des neuen Landratskandidaten“ handelt. Die lapidare Antwort von Roland Grillmeier: „Abwarten und Tee trinken.“

In Anlehnung an die Zoigl-Kunst-Debatte erklärte Reiner Summer: „Da Denkmalaufstellen in Mitterteich und Umgebung momentan in Mode ist, wollen auch die Mitterteicher Narren etwas beitragen und stiften der Stadt das erste Mitterteicher Narrendenkmal. Im Stadtrat haben wir ja gelernt, dass man Kunst nicht verstehen muss und sich über Kunst immer diskutieren lässt.“
Manuela Lang enthüllte dann die Skulptur, die sich als spärlich geschmückte blaue Stange mit „Seibertsbach-Ente“ auf der Spitze entpuppte. Dazu bemerkte Summer: Die Narren wissen selber nicht, was das Kunstwerk darstellen soll. Aber das wusste man beim Zoigl-Kunstwerk ja auch nicht und trotzdem wird es aufgestellt.“ Geeignete Standorte wären nach Ansicht des Moderators die Kreisverkehre vor den Toren der Stadt. „Da hat man die Kunstwerke nicht dauernd vor Augen.“

Am Ende überreichte Reiner Summer noch einen „Schlüsselstein“ an Stadtpfarrer Anton Witt. Denn nach der Silvesterfeier im Feuerwehrhaus habe der Kaplan vor der Pfarrhoftür gemerkt, dass er keinen Schlüssel dabei hat. „Weil der Kaplan wohlerzogen ist, traute er sich nicht, seinen Chef zu nachtschlafender Zeit herauszuklingeln“, so Summer. Deshalb habe der Kaplan zurück im Feuerwehrhaus auf einer harten Eckbank übernachtet. Mit dem „Schlüsselstein“ solle so etwas künftig verhindert werden: Diese Stein-Nachbildung mit Geheimfach für einen Ersatzschlüssel könne man einfach irgendwo beim Pfarrhof verstecken.




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