09.04.2017 - 13:42 Uhr
MitterteichOberpfalz

Milchviehhalter diskutieren aktuelle Probleme Bauern immer die Verlierer

Mengensteuerung bei der Milch wird's immer geben. Da ist sich Matthias Zahn ganz sicher. "Die Frage ist nur, ob wir Landwirte nicht selbst aktiv werden müssen."

Kreisteamleiter Matthias Zahn (rechts) bedankte sich bei Peter Gach vom Landwirtschaftsamt Weiden (links) und Carolin Schrembs für die Referate und verabschiedete Josef Mark. Bild: exb
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Kleinsterz. Aktuelle Probleme standen auch wieder auf der Tagesordnung des Bundesverbandes deutscher Milchviehhalter statt. Leitender Landwirtschaftsdirektor Wolfgang Wenisch sprach in der Jahreshauptversammlung den aktuellen Fachkräftemangel in der Landwirtschaft an. Peter Gach vom Landwirtschaftsamt Weiden erklärte, dass Dauerbelastung krank mache. Hier könnten Mitarbeiter den Betriebsleiter entlasten, aber sie bringen auch neue Herausforderungen mit. Der Referent durchleuchtete die Kosten verschiedener Arbeitsmodelle: Saisonarbeiter, Minijobs bis zum festen Arbeitnehmer.

Carolin Schrembs erzählte dann von der Arbeit des Maschinenrings. Hilfe von außen schaffe Entlastung, fördere die Lebensqualität und sei manchmal Voraussetzung zur Erschließung neuer Geschäftszweige. Der MR biete wirtschaftliche Betriebshilfe, trete auch als Arbeitgeber auf, der geschultes Personal sozialversicherungspflichtig beschäftige und vermittle Interessenten für Minijobs weiter. Mitarbeiter von außen brächten auch andere Sichtweisen mit, die auch sehr bereichernd für den einzelnen sein können und so eingefahrene Verhaltensweisen auflockern.

Matthias Zahn erzählte danach von seinen Erfahrungen mit fremden Arbeitskräften. Der Auslöser sei oft eine Überlastung. Viele müssten sich erst überwinden, ein Stück Verantwortung abgeben zu müssen. Dafür wisse er aber die Motivation seiner Mitarbeiter sehr zu schätzen.

Anschließend berichtete er von den BDM-Aktivitäten im vergangenen Jahr. Mit dem Milchpaket 2016 gebe es erstmals ein EU-weites mengenreduzierendes Programm, das durch den Druck des BDM zustande gekommen sei. Jetzt gelte es, an diesem Konzept dranzubleiben. "Denn das Mengenproblem ist noch nicht gelöst." Leider gebe es einen immensen Widerstand von den Verbänden der Molkerei- und Ernährungsindustrie, die die aktuelle Situation gerne beibehalten möchten. Wäre das Milchmarkt-Krisenmanagement des BDM frühzeitig bei den ersten Anzeichen einer Marktverwerfung 2014 eingesetzt worden, hätte die Krise der letzten Jahre erfolgreich verhindert werden können.

Das Milchboard, eine Organisation zur Vermarktung der Milch, hat laut Zahn 2014 beim Bundeskartellamt Anzeige bezüglich der Lieferbedingungen erstattet. 2017 sei festgestellt worden, dass hier erheblicher Reformbedarf bestehe und bei den derzeitigen Spielregeln die Bauern immer die Verlierer seien.

Mengensteuerung werde es immer geben. "Wollen wir sie aktiv begleiten oder warten wir immer wie jetzt darauf, dass den Bauern so viel und so lange Kapital entzogen wird, bis sie von selbst weniger Milch produzieren?" Letztendlich seien die Milchbauern für sich selbst verantwortlich. "Niemand kann erwarten, dass dies jemand anders tut."

Zahn verabschiedete noch das langjährige aktive Kreisteammitglied Josef Mark, der nun wegen Aufgabe der Milchviehhaltung ausscheidet.

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